Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
OB-Wahlkampf: Mehr Licht
Mit der Vorstellung seines Teams und seiner Ideen hat Nicolas Meyer (FWG) in dieser Woche den Wahlkampf um das höchste Amt in der Stadt eröffnet. Wie bei solch offiziellen Anlässen üblich, kamen die Mitglieder der Freien Wählergruppe (und Abgesandte der Freien Demokraten) in einem der Tagungssäle im Hotel Central zusammen. Königsgarten heißt der 144 Quadratmeter große Raum, den man für die Präsentation des neuen Hoffnungsträgers gewählt hatte. Ob mit dem Verwaltungsjurist aus Bayern ein Theo Wieder 2.0 am Start ist, wie einige Teilnehmer frohlockten, wird sich weisen.
So richtig wollte der Rahmen mit grau-braunem Bodenbelag und Holzverkleidung an der Wand allerdings nicht zu der Ankündigung passen, man werde frischen Wind nach Frankenthal bringen. Sei’s drum, der Inhalt zählt. Aber wenn wir einmal, nur weil Weihnachten ist, einen Wunsch frei hätten: Beim nächsten FWG-Termin wäre etwas mehr Licht wirklich prima. Nicht nur fürs Fotografieren. Schließlich soll ja der Oberbürgermeister-Kandidat nicht von einem (Arm)Leuchter in den Schatten gestellt werden, oder? Sonja Weiher
Jahresende: Wenig Luft
Das Jahresende hat etwas von Abschied und Neuanfang zugleich: Der Blick geht zurück, es wird Bilanz gezogen. Gleichzeitig dreht die Perspektive schon in die nähere Zukunft. Das ist im richtigen Leben genauso wie in der Politik. Und wer hätte bis gestern gedacht, dass der Frankenthaler Christian Baldauf, Fraktionsvorsitzender im Mainzer Landtag und Chef der rheinland-pfälzischen CDU, vor einem Abschied stünde? Diese landespolitische Episode zeigt die Härten des Geschäfts: Im Zweifelsfall ist der Umgang von Parteifreunden untereinander unbarmherziger als der mit der politischen Konkurrenz. Auch Frankenthal hat in diesem fast abgelaufenen Jahr schon einen Abschied erlebt, als Oberbürgermeister Martin Hebich – Christdemokrat wie Baldauf – erklärte, für eine zweite Amtszeit nicht mehr kandidieren zu wollen.
Vergleichbar sind beide Fälle nur bedingt. Im einen geht es um einen Posten im parlamentarischen Betrieb, im anderen um ein Wahlamt in der Verwaltung. Die Gemeinsamkeit: Völlig freiwillig haben sie beide ihren Abschied nicht genommen oder geplant. Und wie sieht es beim Neuanfang aus? Das wird für beide CDU-Leute die spannendste Frage des neuen Jahres. Die RHEINPFALZ wird versuchen, sie zu beantworten. Fürs verbleibende alte Jahr wünscht die Redaktion Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, frohe Weihnachten. Jörg Schmihing