Frankenthal
Pläne für Skater- und Mountainbike-Parcours werden konkreter
Eine schnelle Lösung wird es nicht geben: Das hatte der zuständige Beigeordnete Bernd Leidig (SPD) von Anfang an klar gemacht. Und zwar weder für die Mountainbiker, die sich 2021 unter anderem im Kleinen Wäldchen, im Ziegelhofgebiet und an der Kläranlage eigene Anlagen gebaut hatten, noch für die Skater, die wegen Konflikten mit Anwohnern am Jakobsplatz seit Längerem einen neuen Standort suchen. Die ursprüngliche Idee, eine gemeinsame Anlage für Skater und Mountainbiker zu bauen, ist inzwischen vom Tisch. Zu unterschiedlich seien die Anforderungen der Freizeitsportler. Das ist eine Erkenntnis aus den Gesprächen, die seit Mitte vergangenen Jahres regelmäßig unter Beteiligung des Kinder- und Jugendbüros geführt werden.
Zumindest für die jüngeren Mountainbiker, deren Anlangen die Stadt aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Naturschutzes abgebaut hat, ist eine konkrete Lösung in Sicht. Der VfR Frankenthal bot bereits im Mai 2021 an, eine eigene Abteilung Mountainbike einzurichten, die dann den Betrieb des Parcours auf dem Sportgelände verantwortet. Die Zusage des VfR steht, bekräftigt der Vorsitzende Salvatore Mauro auf Nachfrage. Auch wenn er für den Fußballverein statt Vorteilen eher mehr Arbeit sieht. „Ich will den Kindern helfen“, begründet er sein Engagement.
Knackpunkt: Leitungen im Stadion
Mit Vertretern der Stadt wurden inzwischen zwei Flächen im Stadion genauer begutachtet. Das Gelände direkt am Vereinsheim, das zwar baulich geeignet scheint, nutzt der Verein selbst für Veranstaltungen. Es scheidet deshalb aus Mauros Sicht aus. „Das wäre die einfachere Lösung gewesen“, bedauerte Leidig vergangene Woche im Jugendhilfeausschuss. Man habe auf diese Fläche große Hoffnung gesetzt. Durch die Nähe zum VfR-Clubhaus wäre eine soziale Kontrolle gewährleistet gewesen.
Schwerer wiegt jedoch für den Beigeordneten, dass auf dem zweiten Areal, das infrage kommen könnte, etliche Leitungen zur Bewässerung des Stadions verlaufen. Diese seien nicht sehr tief verlegt und „hoch empfindlich“. Außerdem könnten Bäume durch die Arbeiten an einem Parcours beschädigt werden. Ein weiteres Hindernis: Während der Sanierung der Laufbahn am Hauptspielfeld sollte besagte Fläche zur Einrichtung der Baustelle genutzt werden. Bei einem abschließenden Termin im Mai wolle man nun ausloten, ob es doch noch eine Lösung gibt, kündigt Leidig an. Einen Vorschlag hat Mauro der Stadt bereits unterbreitet. „Vielleicht kann man das Gelände aufschütten, um nicht in die Tiefe graben zu müssen.“ Er hofft nach einem Jahr Gesprächen nun auf eine baldige Entscheidung.
Skateranlage auf dem Festplatz?
Darauf warten die Skater aus dem Stadtviertel Pilgerpfad – rund 60 Sportler im Alter von 13 bis 26 Jahren – schon deutlich länger. Für ihr Engagement und den langen Atem sind sie kürzlich von der Landesregierung ausgezeichnet worden. Wichtiger als das Preisgeld wäre der Truppe allerdings ein Platz, wo sie ungestört – und ohne andere zu stören – ihrem Hobby nachgehen können. Deshalb wird es sie freuen, dass der Beigeordnete Leidig im Ausschuss von einer „aussichtsreichen Fläche“ am südlichen Rand des Festplatz Benderstraße sprach. Als nächster Schritt soll dort ein Lärmschutzgutachten erstellt werden. Bei der Stadt will man nach den massiven Beschwerden von Anwohnern im Pilgerpfad auf Nummer sicher gehen, „damit das hier langfristig funktioniert“. Denkbar sei auch, auf dem Areal an der Benderstraße noch eine Strecke für ältere Mountainbiker anzulegen. „Ich bin guter Dinge“, sagt Leidig.