Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Pestalozzi-Grundschüler lernen auch im Garten

Haben Freude bei der Gartenarbeit: Florian Brill, Klassenlehrer der 3b, mit Schülerinnen und Schülern.
Haben Freude bei der Gartenarbeit: Florian Brill, Klassenlehrer der 3b, mit Schülerinnen und Schülern.

Hacken, gießen, ernten und dabei vieles lernen: Zu einer blühenden Oase in der Innenstadt entwickelt hat sich der Schulgarten der Pestalozzi-Grundschule. Er wurde im vorigen Jahr angelegt und erfreut seither auch Passanten und Anwohner.

„Schreiben Sie mal, wie ordentlich und fein das hier ist“, meinte zumindest RHEINPFALZ-Leserin Elke Geissler und gab den Tipp zum näheren Hinschauen. Ortstermin an der Ecke Vierling-/Gutenbergstraße: „Früher war hier ein Hundeklo“, erinnert sich Rektorin Brunhilde Fiege, „jetzt ist der Garten das optische Aushängeschild der Schulgemeinschaft.“ Azubis des Grünflächenamts hatten im Frühjahr 2019 die offene Grünfläche und eine altersschwache Eibe beseitigt, Wege und Beete angelegt und eine Erstbegrünung gesetzt.

Klassenlehrer Florian Brill und eine pädagogische Fachkraft haben mit den Schülern die Bepflanzung weiterentwickelt zum Nutz- und Ziergarten. Auf der Fensterbank im Schulsaal gezogene Samen konnten die Erstklässler dieses Jahr als Jungpflanzen ausbringen. Auf dem rund 60 Quadratmeter großen Areal gedeihen neben insektenfreundlichen Blühpflanzen auch Obstgehölze, die vom Förderverein gespendet wurden. Insgesamt wurden bereits 400 Euro investiert, weitere Spenden seien willkommen.

Rotkohl und Radieschen

Zurzeit herrscht Hochsaison im Pestalozzigarten: Tomaten, Kohlrabi, Rote Beete und Rotkohl wachsen um die Wette mit Schlangengurken und Radieschen, und ein Feigenbäumchen gibt es auch. Himbeer- und Johannisbeersträucher belohnen die kleinen Gärtner dieses Jahr mit der ersten Ernte. Bewirtschaftet wird der Schulgarten in Eigenverantwortung.

Für die Pflege- und Gießarbeiten am Nachmittag hat Andreas Hafner, pädagogische Fachkraft, einen Plan gemacht, in den während des Schuljahres alle 228 Pestalozzischüler und in den Ferien die Lehrkräfte eingebunden sind. Für die Schüler sei ihr Garten ein Ort zum Staunen und Entdecken, berichtet die Schulleiterin: „Hier können wir wunderbar unser Pestalozzi-Motto ,Lernen mit Kopf, Herz und Hand’ umsetzen.“

Kompost darf nicht fehlen

Projekte, die Naturwissen vermitteln, wie Schmetterlingszucht und Champignonzucht in Klassenräumen habe es bereits früher gegeben. Der Schulgarten ist Teil eines Gesamtkonzepts, denn auf dem Schulgelände gibt es weitere Pflanzflächen in Hochbeeten und Kübeln, in denen Erdbeeren gedeihen. Auf einer Pfalzentreppe finden sich mediterrane Küchenkräuter.

Nicht fehlen darf natürlich ein Komposthaufen, der zum Beobachten von Käfern und Würmern einlädt. Ein Wetterhäuschen mit Wetterhahn ist in den Sachunterricht eingebunden und vermittelt Wissen über Sonnenstunden, Regenmengen und Himmelsrichtungen. Getöpferte Schilder mit Pflanzennamen und Tränken für Vögel und Schmetterlinge sind in der Kunst-Arbeitsgemeinschaft (AG) entstanden. Von den Schülern gerne zum Lesen genutzt wird die Ruhebank vor dem Gemüsebeet. Selbstgezogenes Obst und Gemüse wird in der Koch-AG verarbeitet.

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