Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Oldie-Freunde Pfalz: Viele pflegen ihre Autos über Jahrzehnte

Historische Pkw wie dieser Karmann Ghia werden wieder den größten Teil der gezeigten Fahrzeuge ausmachen.
Historische Pkw wie dieser Karmann Ghia werden wieder den größten Teil der gezeigten Fahrzeuge ausmachen.

Die Oldie-Freunde Pfalz laden für Sonntag, 27. August, zur siebten Frankenthal Classics. Bei dem Treffen auf dem Parkplatz von Dehner und Kaufland werden wieder rund 250 Old- und Youngtimer erwartet. Frank Geller hat mit Mitorganisator Stefan Beck über Sammelleidenschaft, altes Blech und Nachhaltigkeit gesprochen.

Herr Beck, auf welche Art von Fahrzeugen dürfen sich die Besucher der Frankenthal Classics freuen?
Wir haben auch Traktoren und Motorräder zu dem Treffen eingeladen, von denen wir wieder einige erwarten, den größten Teil werden mit 90 Prozent aber wohl erneut die Pkw ausmachen. Und wenn plötzlich ein alter Lkw auf das Gelände rollt, würden wir dem sicherlich nicht die Zufahrt verweigern (lacht).

Das heißt, Sie wissen gar nicht genau, wer mit welchem Auto kommt?
Nein, das ist jedes Mal eine Überraschung. Angekündigt hat sich etwa ein Matra-Club mit sechs Fahrzeugen. Von unserer Interessengemeinschaft werden unter anderem ein Bentley Roadster aus den 30er-Jahren, ein Karmann Ghia aus den 60ern, ein alter VW Bulli oder ein Mini Minor aus italienischer Produktion der Firma Innocenti zu sehen sein. Ansonsten gilt: Wer Lust hat, kann mit seinem alten Fahrzeug einfach vorbeikommen und sich bei uns registrieren lassen. Wir veranstalten ein zwangloses Treffen, bei dem die Geselligkeit und die Benzingespräche im Mittelpunkt stehen. Fahrzeuge oder Ersatzteile werden bei uns nicht verkauft.

Suchen die Teilnehmer den Austausch untereinander?
Solche Treffen sind eine gute Gelegenheit, um sich über Restaurierungsprojekte, die Beschaffung von Teilen und die Werkstattsuche zu unterhalten. Wer ein Problem hat, findet eigentlich immer jemanden, der Tipps geben kann. Wobei zu unseren Treffen eher die Besitzer alter Brot- und Butter-Autos kommen, echte Exoten sind bei uns weniger zu finden. Noch interessanter als das Fahrzeug selbst ist oft die Geschichte dahinter. Viele Oldtimerfreunde hegen und pflegen ihre Autos über Jahrzehnte.

Wie viele Fahrzeuge erwarten Sie am Sonntag?
Die Resonanz hängt immer ein bisschen vom Wetter ab. Vor einem Jahr hatten wir etwa 200 bis 250 Fahrzeuge auf dem Gelände. Über den Tag ist das auch jedes Mal ein Kommen und Gehen. Wir hätten aber nichts dagegen, wenn es diesmal 251 werden (lacht).

Sind bei dem Treffen Wettbewerbe und Prüfungen geplant?
Prüfungen gibt es nicht. Aber wir prämieren das älteste Fahrzeug, das zu sehen ist, und das Team mit der weitesten Anreise. Und dann gibt es noch einen Preis für das schönste zeitgenössische Outfit. Viele Teilnehmer kleiden sich passend zur Ära, aus der ihr Auto stammt.

Gibt es wieder eine Spendenaktion zugunsten eines guten Zwecks?
Ja, das ist uns sehr wichtig. Wir wollen bei jedem Treffen auch etwas an die Gesellschaft zurückgeben. In diesem Jahr sammeln wir Geld für krebskranke Kinder. Der Erlös geht an den Verein Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe Verband Pfalz. Der Betreiber des Restaurants D’Accord vor Ort steuert auch immer großzügig etwas dazu bei. Im vergangenen Jahr sind so insgesamt 900 Euro zusammengekommen.

Seit einigen Jahren finden die Treffen der Oldie-Freunde Pfalz nun schon auf dem Parkplatz vor den Märkten von Dehner und Kaufland statt. Sind Sie mit dem Standort zufrieden?
Der Parkplatz bietet einige Vorteile. Er ist zum Beispiel sauber. Auf dem Festplatz in der Benderstraße war das nicht immer der Fall. Wir mussten uns dort auch um das Catering selbst kümmern. In der Wormser Straße gibt es ein breites Angebot an Gastronomie. Und es kommen dort viele Leute vorbei, darunter viele Radfahrer, die spontan einen Halt einlegen und sich dann die alten Autos anschauen.

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stehen in Zeiten des Klimawandels zunehmend in der Kritik. Spüren Sie als Interessengemeinschaft, die sich für den Erhalt klassischer Automobile einsetzt, da Ressentiments?
Wir sind seit 2002 aktiv, und bislang waren die Reaktionen der Leute bei unseren Treffen oder Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen, wie etwa der Kunst- und Einkaufsnacht durchweg positiv. Uns geht es um den Erhalt und die Veranschaulichung alter Technik. Mit diesen Autos legen wir im Jahr ja keine großen Distanzen zurück. Mein VW Käfer Cabrio etwa ist von 1979. Seit 1984 ist er in meinem Besitz und hat gerade mal 100.000 Kilometer auf der Uhr. Im Grunde ist es doch nachhaltig, ein Auto lange zu erhalten, statt alle paar Jahre ein neues zu kaufen.

Was wünschen Sie sich für Sonntag?
Viele Teilnehmer und Besucher, gutes Wetter und dass sich vielleicht noch der ein oder andere den Oldie-Freunden Pfalz anschließt.

Termin

7. Frankenthal Classics der Oldie-Freunde Pfalz: Treffen für Old- und Youngtimer am Sonntag, 27. August, ab 10 Uhr auf dem Parkplatz von Dehner und Kaufland in der Wormser Straße.

Mitorganisator Stefan Beck von den Oldie-Freunden Pfalz hofft auf viele Teilnehmer und Besucher.
Mitorganisator Stefan Beck von den Oldie-Freunden Pfalz hofft auf viele Teilnehmer und Besucher.
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