Frankenthal LESERBRIEFE AN DIE LOKALREDAKTION:

Mit großem Interesse und ebenso großer Zustimmung lese ich in der RHEINPFALZ immer wieder, dass die Stadt Frankenthal viel Geld für die Förderung von Kunst, zum Beispiel das TAW, die Treidler, Gleis4 und so weiter, aufwendet. Es ist mir allerdings absolut unverständlich, dass offensichtlich weder bei der Stadtverwaltung noch beim Stadtrat Schritte unternommen werden, um einem überregionalen Künstler wie Erich Sauer ein geeignetes Forum für die dauerhafte Ausstellung seiner Werke zu bieten. Denkbar als geeigneter Standort für eine Dauerausstellung der beeindruckenden Bronze-Skulpturen und bestimmt ein Anziehungspunkt nicht nur für die Einwohner Frankenthals, sondern besonders auch für Gäste der Stadt wäre sicherlich die meist leerstehende Erkenbertruine. Aber sicher gäbe es noch andere Möglichkeiten wie ein Skulpturen-Park oder Ähnliches. Ohne Zweifel ist Erich Sauer ein bedeutender und international bekannter Künstler – seine Bronze-Skulptur „Zwischenmenschliche Beziehungen“ steht immerhin im Internationalen Kongress– und Kulturforum in Jerusalem. An Lippenbekenntnissen bekannter Persönlichkeiten unseres Landes mit Blick auf die künstlerische Bedeutung Erich Sauers anlässlich seines 85. Geburtstages fehlt es nicht. Allein das reicht nicht. Wenn eine Stadt für ein Public Viewing, das jeder Interessierte in einem öffentlichen Lokal mit Fernseher erleben kann, 280.000 Euro ausgibt und auf der anderen Seite keine Mittel für eine repräsentative Ausstellung bedeutender Kunstwerke – oder kein Interesse – hat, stellt sie sich damit ein Armutszeugnis aus. Die zahlreichen Bronze-Plastiken in allen Größen werden aufgrund ihrer Schönheit und Ausdruckskraft unsere Tage mit Sicherheit überdauern. Als ich im Mai 2016 durch Zufall auf diese Arbeiten aufmerksam geworden war, habe ich versucht, das Interesse unseres Oberbürgermeisters auf diese Angelegenheit zu lenken, habe aber leider bis heute weder eine positive, noch eine negative Antwort – nämlich gar keine – erhalten. Angesichts des Desinteresses in Frankenthal besteht die ganz große Gefahr, dass diese Kunstwerke Frankenthal für immer verlassen und an einem anderen Ort, in einer anderen Region, einem anderen, dankbaren Publikum präsentiert werden. Es ist 5 vor 12 Uhr. Armes, armes Frankenthal. Ich erinnere mich an einen Bericht in der RHEINPFALZ vom 21. Oktober 2015, in dem berichtet wurde, dass bei einer Vorstellung des Klimaschutzkonzepts des Rhein-Pfalz Kreises das Bürgerinteresse nur bei einer Person auf Interesse stieß. Nicht besser erging es bei einem Informationsabend am Donnerstag, den 22. September 2016, zum Thema Energieeinsparungen im Eigenheim, für das sich niemand interessierte. Obwohl es ums Energieeinsparen ging, wird dieses doch immer mit dem Klimawandel verknüpft, dies belegt die Teilnahme der Klimaschutzmanagerin (welch eine Titelbezeichnung!). In beiden Fällen muss es für die verantwortlichen Behörden und den Referenten doch sehr enttäuschend gewesen sein, wenn keiner sich für diese Themen interessiert, obwohl sie doch ganz oben auf der Agenda stehen. Mich verwundert es nicht, wenn das Bürgerinteresse so gering ausgefallen ist, zeigt es uns doch, dass die politisch verordneten Klimaziele von den Bürgern so nicht akzeptiert werden. Und das ist gut so.