Frankenthal
Klonek neuer Bezirksschornsteinfeger in Frankenthal
„Es ist mein erster eigener Kehrbezirk“, freut sich Klonek, der seine Ernennungsurkunde aus den Händen von Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) und im Beisein von Bernd Schönhardt (Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt) und Bruno Kreichgauer, Abteilungsleiter Brand- und Katastrophenschutz bei der Stadt, entgegennahm. Ab sofort ist Klonek für sieben Jahre zuständig für die Sicherheit und Sauberkeit von Heizungsanlagen und Kaminen im Frankenthaler Kehrbezirk IV. Damit ist er Nachfolger von Stefan Lehnert, der im Kehrbezirk 18 Jahre wirkte.
Der Kehrbezirk IV umfasst 2500 Häuser und 101 Straßenzüge in Teilen der Frankenthaler Innenstadt sowie die Vororte Studernheim und Eppstein. Frankenthal ist in fünf Kehrbezirke aufgeteilt: Vier decken das Stadtgebiet mit Vororten ab, der fünfte beinhaltet Teile von Bobenheim-Roxheim und Dannstadt-Schauernheim.
Praktikum überzeugt
Ursprünglich habe er Polizist oder Koch werden wollen, berichtet der in Herden bei Gelsenkirchen geborene selbstständige Handwerksmeister. Mit seiner Familie zog Kim Daniel Klonek als Zwölfjähriger in die Südwestpfalz und ging in Hauenstein zur Schule. Nachdem er einen Schornsteinfeger bei seiner Arbeit im elterlichen Haus beobachtet hatte, war sein Interesse geweckt. Ein Praktikum in einem Betrieb in Gossersweiler-Stein überzeugte ihn, eine dreijährige Lehrzeit schloss sich an, Gesellenzeit und Meisterbrief folgten.
Sein Beruf habe viele Vorteile, betont Klonek, der in Schifferstadt wohnt und zuletzt in Heidelberg beschäftigt war. Neben Handwerklich-Technischem („man macht sich auch mal dreckig“) sei der Kontakt mit Menschen bereichernd. „Man kommt überall hin, sieht alles Mögliche.“
Nicht alle achten auf Sicherheit
Feuerstättenschau, Aufbau und Reinigung von Kaminen, Abnahme und Funktionsprüfung von Feuerungsanlagen, Überprüfung der Brandsicherheit und Überwachung von Immissionsgrenzwerten in gesetzlich vorgeschriebenen Zeitabständen zählen zu Kloneks hoheitlichen Aufgaben. Seit die Energiewende in vielen Privathaushalten die Umstellung von Öl- auf Gasheizung brachte, gebe es zwar weniger Kaminbrände, doch sei das Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Energieanlagen im Schwinden, weiß Bernd Schönhardt, Bereichsleiter Ordnung und Umwelt, zu berichten. Immer wieder müsse die Stadt Anordnungen zur Einhaltung von Pflichtterminen bei der Überprüfung von Gasheizanlagen (einmal im Jahr) und von Holzöfen (zwei- bis dreimal im Jahr) erteilen.
Den Leuten aufs Dach steigen, geht das ohne Risiko? „Jedes Dach ist gefährlich“ weiß Klonek, der auch schon auf 20-stöckigen Gebäuden im Einsatz war. Schwindelfrei müsse man sein und risikobewusst. Während der Ausbildung sei er einmal „vom Dach gerutscht, aber gleich wieder hoch.“ Dacharbeiten machen laut Klonek nur rund 50 Prozent aller Tätigkeiten eines Schornsteinfegers aus, die andere Hälfte der Arbeit geschehe im Haus und am Schreibtisch. Hauptrisikofaktor des Berufsstands ist Asbestose (Staublunge). Wie viele Branchen leidet auch die der Schornsteinfeger seit einiger Zeit unter Fachkräftemangel.
Traditionelle Kluft
Wie seit jeher erkennt man den Schornsteinfeger an der schwarzen Kluft und dem als Mundschutz greifbaren weißen Halstuch. Die Goldknöpfe an der Jacke dürfen glänzen, die goldene Meisterkoppel am Gürtel muss es. Berufsehre.
Übrigens: Die Vorstellung, dass ein Schornsteinfeger Glück bringt, stammt aus dem Mittelalter, als Häuser durch Holzfeuerung noch leichter Feuer fingen. Ein Kaminkehrer brachte dem Haus Schutz und Sicherheit.