Frankenthal Frankenthal: Altlasten im Untergrund Unsicherheitsfaktor bei Kitaneubau
Der Bau einer Kindertagesstätte mit sechs Gruppen in der Eppsteiner Weidstraße kommt voran.
Die Feststellung von Ingenieurin Barbara Hort vom Kaiserslauterer Büro Hort + Hensel, bei der für Eppstein vorgesehenen, zweistöckigen Kindertagesstätte handele es sich doch im Grunde um eine „einfache Kiste“, wollte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) im Planungs- und Umweltausschuss dann doch nicht so stehenlassen: Angesichts von Gesamtkosten von voraussichtlich mehr als vier Millionen Euro könne davon wohl schwer die Rede sein. Die Fachleute der Stadt nähmen den Entwurf deshalb noch einmal genau unter die Lupe, um nach Einsparpotenzial zu suchen. Neben den reinen Baukosten, die mit rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt sind, ist es vor allem die Frage der Altlasten, die Hebich und seine Leute derzeit beschäftigen. In der Gesamtkalkulation steht unter der Rubrik „Herrichten/Erschließen“ ein Posten von rund 620.000 Euro, hinter dem vor allem die auf dem Gelände derzeit noch bestehende Altlastenproblematik steckt.
Altlasten im Boden
Auf dem Grundstück existierte früher ein Gewässer, später wurde der Bereich in den 1950er- und 1960er-Jahren aufgefüllt: nach bisherigen Erkenntnissen mit Hausmüll, Bauschutt, aber auch mit Ziegel, Reifen und Metall. Dieses Material inklusive der Tonschicht, die am früheren Grund des Tümpels existiert, auszuheben und mit tragfähigem Grund aufzufüllen, würde dem Altlastengutachter zufolge rund 610.000 Euro kosten. Der Einschätzung des Experten nach ist es nicht möglich, auf dem vorhandenen Grund zu bauen oder Spielgeräte zu installieren. Beides sei aber auch mit punktuellem Austausch des Bodens – etwa für die Fundamente des Gebäudes – „beherrschbar“. Noch im Entwurfsstadium ist die 2400 Quadratmeter große Außenanlage für die künftige städtische Kindertagesstätte. Landschaftsarchitekt Hermann-Josef Ehrenberg sagte, er habe bislang einfach mal die „Anforderungen zu Papier gebracht“. Er schlägt einen eigenen Bereich für die 30 unter Dreijährigen vor. Denkbar seien für die 75 älteren Kinder zudem eine Bobbycar-Bahn und ein Ballspielplatz. Am Gebäude selbst sind sechs Parkplätze und eine Betriebsfläche vorgesehen. Eine Barriere soll verhindern, dass Eltern mit dem Pkw zum Abliefern ihrer Kinder bis dorthin fahren. Die Lösung der Planer für „Mamataxis“: die bereits existierende Parkbucht an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. An ihrer Stirnseite soll ein Weg entstehen, der dann über den dortigen Spielplatz hinweg zur Kita führt. Trotz der letztlich einstimmigen Empfehlung an den Haupt- und Finanzausschuss und den Stadtrat, grünes Licht für den Bau der Einrichtung zu geben, gab es vom Fachgremium vergangene Woche noch einige kritische Anmerkungen: Gerhard Bruder (Grüne/offene Liste) sah sich von den Bauplänen an eine „Fabrikhalle mit roten Fenstern erinnert“. Er riet davon ab, das Gebäude mit automatischen Jalousien auszustatten. „Die funktionieren nur einen Sommer lang“, lautete seine Befürchtung. Gabriele Bindert nahm ein mögliches Rasenspielfeld kritisch in den Blick. Das werde zu schnell abgetreten. „Und eine Beregnungsanlage für eine Kita gibt es nicht. Das Geld haben wir nicht“, sagte die CDU-Fraktionssprecherin. OB Hebich sagte, an den offenen Fragen werde parallel weiter gearbeitet. „Uns war wichtig, das Projekt jetzt in den Geschäftsgang zu bekommen. Wir müssen hier ja mal zu Potte kommen.“