FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Fitnessstudios: Tipps für tägliche Bewegung

Gemeinsam trainiert werden darf zurzeit nicht – auch wenn es schon Anfragen gab, ob man das „heimlich“ tun könne.
Gemeinsam trainiert werden darf zurzeit nicht – auch wenn es schon Anfragen gab, ob man das »heimlich« tun könne.

Sportstudios versuchen in der Zeit, in der nicht trainiert werden darf, den Kontakt zu ihren Mitgliedern zu pflegen. Das zeigen Stellungnahmen wie bei Tonus oder dem Fitnessstudio im Vereinsheim der DJK Eppstein, aber auch Mitteilungen auf den Homepages im Internet.

Tonus-Chef Günter Dreher freut sich über die vielen Zeichen der Solidarität unter seinen Mitgliedern. Gleich nach der Corona-bedingten Schließung habe er sich per Video und E-Mail an die Mitglieder gewandt und eben um diese Solidarität gebeten. „Die Reaktionen waren zu mehr als 99 Prozent positiv“, sagt Dreher. Besonders gerührt hat ihn nach eigener Aussage die Rückmeldung eines jungen Mannes, der bis Januar Mitglied bei Tonus gewesen sei, dann aber gekündigt habe, weil er nach Frankfurt umgezogen sei. Dieser habe geschrieben, dass er seine Kündigung zurückziehen wolle, wenn die Krise noch länger andauere.

„Bisher gab es nicht mehr Kündigungen als zu normalen Zeiten auch“, sagt Dreher. Die Mitglieder zahlten weiter und sollen nach der Krise eine Vergütung bekommen. Er habe seine Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit geschickt, berichtet der Tonus-Chef, auch wenn er sie derzeit nicht voll beschäftigen könne. Unter Berücksichtigung der hygienischen Bedingungen bringe das Team das Sportstudio auf Vordermann.

Radfahren als Alternative

Fitnessangebote übers Internet will Dreher nicht geben. Google und Youtube seien voll mit solchen Tipps. „Ich habe schon vor Corona gegen Dr. Google gekämpft, da für uns die direkte Betreuung der Mitglieder wichtig ist.“ Das wolle er auch weiterhin so halten. Wenn über das Internet Kurse angeboten würden, dann könnten Fehlhaltungen und falsche Bewegungen nicht korrigiert werden. Allerdings gebe Tonus schon einfache Tipps zur täglichen Bewegung, weil das wichtig sei, um das Immunsystem zu stärken. Spazierengehen und Radfahren seien solche Alternativen, die derzeit als Ersatz für einen Besuch im Studio geeignet seien.

Kürzlich hat Günter Dreher einen Klimmzug-Weltrekord aufgestellt und gesagt, er habe noch weitere Ideen für Weltrekordversuche. Ist es da jetzt nicht eine gute Zeit, um dafür zu trainieren? Natürlich halte er sich fit, doch zum Training für einen solchen Rekord komme er nicht, sagt Dreher. Dazu sei er noch zu sehr mit bürokratischen Dingen beschäftigt. Zudem halte ihn sein neuer Hund in Bewegung.

Keine Kündigungen

Im Fitnessstudio in Eppstein im Vereinsheim der DJK geht es nach Aussagen von Geschäftsführer Michele Nunziatino sehr persönlich zu. In das Studio kämen viele Eppsteiner. Er habe seine Sportler persönlich angeschrieben. Kündigungen seien bisher aufgrund von Corona keine bei ihm eingegangen. Die Mitglieder zahlten ihren Beitrag weiter, deshalb habe er derzeit auch keine finanziellen Schwierigkeiten. Er macht nach eigenen Aussagen das Angebot, die Zeit, in der geschlossen ist, an die jeweilige Laufzeit des Vertrags kostenlos anzuhängen.

Er habe auch schon Anfragen bekommen, ob man bei ihm denn nicht auch heimlich trainieren könne. „Das geht nicht“ sagt Nunziatino und lacht. Noch habe er keinen Hilfsantrag gestellt. Seine beiden Minijobber, die bei ihm arbeiten, beschäftigt er weiter. „Alles hängt jetzt ein wenig davon ab, wie lange wir das Studio geschlossen halten müssen“, meint Nunziatino. DJK-Vorsitzender Peter Maischein signalisiert aber, falls es eng werden sollte, wäre auch der Verein gesprächsbereit.

Nicht alle haben Verständnis

Venice Beach, das Fitnessstudio in der Schraderstraße antwortete auf Anfrage der RHEINPFALZ schriftlich, dass man kein Interesse habe, an einer solchen Befragung teilzunehmen. Auf seiner Homepage drückt Venice Beach sein Bedauern über die Schließung aus. Der Fitnessclub habe versucht, in schweren Zeiten für ein Stück Normalität einzustehen und das Fitnesstraining als einen Anker im täglichen Ablauf zu ermöglichen. „Dies ist nun nicht mehr möglich“, ist auf der Homepage zu lesen. Nicht alle Mitglieder hätten Verständnis für die Schließung aufgebracht. Weiter wird informiert, dass die Beiträge abgebucht werden, aber zu gegebener Zeit eine Zeitgutschrift erfolgen soll. Online wolle Venice Beach aktiv sein.

Beim Fitnesscenter Barth ärgerte man sich über die Berichterstattung im Wirtschaftsteil der RHEINPFALZ, wo kurz nach Schließung der Studios aufgezeigt wurde, wie Kunden aus ihren Verträgen herauskommen könnten. Deshalb wolle man keine Stellung beziehen. Auch hier will man, wenn das Center wieder geöffnet hat, den Mitgliedern die ausgefallene Zeit vergüten, wird auf der Homepage informiert.

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