Frankenthal Eppstein: Große Nachfrage nach Wohnraum

Der ersehnte zweite Kindergarten soll 2019 fertig sein. Weil Abläufe in der Verwaltung zu lange dauerten, sei auf dem Gelände de
Der ersehnte zweite Kindergarten soll 2019 fertig sein. Weil Abläufe in der Verwaltung zu lange dauerten, sei auf dem Gelände des Hundesportvereins bislang noch nicht viel passiert, sagt Ortsvorsteher Klodt.

Vororte im Fokus (1): Eppstein will wachsen. Die Nachfrage nach Wohnraum sei groß, sagt Ortsvorsteher Uwe Klodt (SPD). Er hofft, in absehbarer Zeit im Osten Eppsteins ein weiteres Baugebiet ausweisen zu können. Probleme mit Grundwasser will die Verwaltung in diesem Jahr angehen, die Zunahme des Verkehrs durch Versandhändler Amazon im Gewerbegebiet gelte es zu beobachten.

Der Anschluss des Neugrabens an die Isenach ist wohl das größte und mit Kosten im siebenstelligen Bereich teuerste Projekt für die kommenden Monate. „Wir wollen das Wasser aus dem Dorf raushalten“, sagt Klodt. Die dafür nötigen Grundstückskäufe seien abgeschlossen, die Arbeiten sollen bis 2019 beendet sein. Durch die Verbindung soll der Grundwasserstand um fünf bis zehn Zentimeter sinken. „Wenn der Graben voll ist, steht Wasser in den Kellern“, beschreibt Klodt die aktuelle Situation, von der mit 300 bis 400 Häusern mindestens ein Viertel der Eppsteiner Haushalte betroffen sind. Auch der Turn- und Sportverein (TSV) dürfte aufatmen, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Im Schnitt stehe im Keller des Clubhauses das ganze Jahr über 30 bis 40 Zentimeter hoch das Wasser. „Ganze Teile sind nicht nutzbar.“ Ebenfalls ein Dauerthema, das nun angegangen werden soll, ist die Verkehrsberuhigung im Studernheimer Weg. „Das ist für die Anwohner ganz wichtig“, weiß Klodt. Auf 15.000 Euro werden die Kosten geschätzt, der Stadtrat habe die Mittel dafür 2017 bewilligt. Ob der Verkehr im Vorort durch das Amazon-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Am Römig massiv zunimmt, sei abzuwarten. Der Lastverkehr ist aus Klodts Sicht kein Problem. Er rechnet eher damit, dass Amazon-Mitarbeiter aus dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis den Weg durch Eppstein als Abkürzung nutzen. So, wie es bereits jetzt Kunden der großen Einkaufsmärkte im Gewerbegebiet Oggersheim-West tun. „Freitags und samstags haben wir hier deutlich mehr Autos“, beobachtet Klodt. Sollte Amazon künftig auch Lebensmittel in der Region ausliefern, kämen dazu noch Kleintransporter. „Jahrelang war ich der Ortsvorsteher ohne Gewerbegebiet – jetzt bin ich der mit dem größten“, sagt Klodt mit Blick auf die Ansiedlungen, die neben Steuereinnahmen eben auch Probleme mit sich bringen. Bereits vor zwei Jahren hat Kartoffel Kuhn seinen Firmensitz am Römig eingeweiht. Den Verkehr im Vorort habe dies jedoch nicht beeinträchtigt. „Die Anlieferer fahren über die Umgehungsstraße.“ Anders die Bauern, die auf Eppsteiner Gemarkung Flächen gepachtet haben. Gerade im Sommer sei das für die Bürger eine Belastung. „Wenn da einer morgens um vier Uhr durch die Straße rumpelt, stehen Sie senkrecht im Bett“, sagt der Ortsvorsteher. Die zentrale Lage und die gute Anbindung an die umliegenden Städte machen Eppstein als Wohnort attraktiv. Klodt möchte deshalb gerne ein weiteres kleines Baugebiet für zehn bis 20 Häuser im Osten des Vororts ausweisen. Das Wohngebiet Im Bornfeld, wo inzwischen alle Grundstücke verkauft sind, sei aus heutiger Sicht zu klein geplant gewesen. Hinzu komme, dass im Ortskern noch etwa ein Hektar Baufläche zur Nachverdichtung in zweiter Reihe ungenutzt sei. Die Grundstückspreise seien mit 320 bis 390 Euro pro Quadratmeter derzeit hoch, was der Nachfrage jedoch keinen Abbruch leiste. Bereits ohne zusätzliches Baugebiet kommt der bestehende Kindergarten im Vorort an seine Grenzen. Die geplante zweite Tagesstätte an der Weidstraße werde deshalb dringend herbeigesehnt. Umso ärgerlicher sei es, dass sich der Neubau durch „schwierige Rahmenbedingungen in der städtischen Bauverwaltung“ verzögere, sagt Klodt. Er hofft nun, dass die Einrichtung auf dem früheren Gelände des Hundesportvereins mit sechs Gruppen und 106 Kindern 2019 den Betrieb aufnehmen kann. So lange müssen Familien, die in der Kirchgrabenstraße keinen Platz bekommen, auf Kitas im benachbarten Flomersheim oder im Stadtgebiet ausweichen. Keine Probleme gebe es bei der Grundschule und beim Kinder- und Jugendtreff. Beide Einrichtungen werden gemeinsam mit dem Nachbarvorort Flomersheim betrieben. Das Vereinsleben in Eppstein sei rege, bei Festen bringe sich der gesamte Vorort ein. Froh ist Klodt darüber, dass das Ortskartell als Dach der örtlichen Vereine und Organisationen seit vergangenem Jahr ein eingetragener Verein ist. „Bislang hätten wir vom Vorstand im Ernstfall mit unserem Privatvermögen gehaftet“, verdeutlicht er. Gemeinsam wolle man in den kommenden Monaten die Planung für die 1250-Jahr-Feier in Eppstein 2019 angehen. An zwei Wochenenden soll es unter anderem ein Bürgerfest im Vorort geben. „Wenn es um wichtige Sachen geht, ist der Zusammenhalt hier groß.“ Das dürfte sicher mit ein Grund sein, dass Klodt bereits jetzt signalisiert, bei der Kommunalwahl 2019 für eine vierte Amtszeit als Ortsvorsteher anzutreten. Serie Sie gehören zu Frankenthal und sind doch Gebilde mit individuellen Themen und Problemen: die Vororte. Zu Jahresbeginn hat die RHEINPFALZ sich mit den Ortsvorstehern von Eppstein, Flomersheim, Mörsch und Studernheim zu einem Rundgang durchs Dorf verabredet.

Uwe Klodt
Uwe Klodt
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