Frankenthal Den schlafenden Riesen wecken
Bobenheim-Roxheim. Seit drei Jahren kooperieren die Fußballer des SC Bobenheim-Roxheim im Jugendbereich mit dem 1. FC Rheinpfalz. Jetzt hat sich der Sportclub auch vertraglich an den Verein gebunden. Auf lange Sicht soll vor allem die erste Mannschaft von dem Engagement profitieren. Doch die Aktivitäten im Jugendbereich sind damit noch nicht erschöpft.
„Ohne den 1. FC Rheinpfalz hätten wir keine C- und keine B-Jugend stellen können“, verdeutlicht Jürgen Wanger. Er ist als dritter Vorsitzender des SC Bobenheim-Roxheim zuständig für Fußball im Verein. Die Jugendarbeit sei beim SC Bobenheim-Roxheim jahrelang vernachlässigt worden, erklärt Jürgen Wanger. Seit Lothar Ofenloch jedoch in dem Bereich die Geschicke leite, gehe es aufwärts. Insgesamt 13 Nachwuchsmannschaften von den Bambini bis zur A-Jugend habe der Verein aktuell, sagt Dirk Fuhr. Trainieren können diese auf zwei Kunstrasenplätzen, einem Groß- und einem Kleinfeld, sowie einem Naturrasenplatz. Fuhr spricht daher auch von einem schlafenden Riesen, wenn es um den kickenden Nachwuchs am Binnendamm geht. Diesen Riesen wollen die Verantwortlichen mithilfe der neuen Kooperation nun wecken. Vor allem die Aussicht, dass der Nachwuchs langfristig in den jeweiligen Altersklassen in der Landesliga kicken kann, macht das Arrangement für den SC Bobenheim-Roxheim so attraktiv. So will der Verein „ein stabiles Fundament für die Zukunft schaffen“, wie es Jürgen Wanger ausdrückt. Über Jahre hinweg soll so kontinuierlich etwas aufgebaut werden am Binnendamm. Dafür will man „weg vom Zufallsprinzip“, wie Dirk Fuhr es ausdrückt. Ab der D-Jugend soll der Nachwuchs des SC hochklassig spielen. Und auch bei den Trainern will der Verein das Niveau erhöhen. „Es gilt, Kräfte zu bündeln, um das Maximale zu erreichen“, betont Dirk Fuhr. Das soll dann auch beinhalten, die guten Jugendlichen, die später auch das Zeug haben könnten, in der ersten Mannschaft zu spielen, im Verein zu halten. Der SC bringt sich laut Jürgen Wanger vor allem mit seinen drei Plätzen – ein Naturrasen sowie zwei Kunstrasen (ein Groß- und ein Kleinfeld) – in das Projekt ein. Die Anlage am Binnendamm mit den Kunstrasenplätzen hat auch Gunter Tresch, Vorsitzender des 1. FC Rheinpfalz, als großen Vorteil ausgemacht. Dem Verein, zu dem noch der TuS Dirmstein, der TuS Großniedesheim, der ASV Heßheim und der SV Kirchheim gehören, kam das Interesse der Bobenheim-Roxheimer gerade recht. Durch den Ausstieg des VfR Grünstadt sei man schon vor das eine oder andere Problem gestellt worden, erläutert Tresch. „Daher sind wir dann an den SC herangetreten.“ Zu der verstärkten Jugendarbeit gehört am Binnendamm auch die Arbeit mit Flüchtlingen. „Diese gibt es mittlerweile quer durch alle Abteilungen“, informiert Jürgen Wanger. Die B-Jugend habe sogar schon einen Integrationspreis bekommen. Allgemein herrsche im Verein eine positive Grundstimmung. „Grabenkämpfe gibt’s nicht“, sagt Dirk Fuhr. Man müsse Kräfte bündeln, um das Maximum zu erreichen. Das Stichwort lautet dabei Nachhaltigkeit. In der Vergangenheit sei es oft vorgekommen, dass die sehr guten Spieler bis zur C-Jugend im Verein geblieben seien. „Dann sind sie nach Horchheim gewechselt“, erläutert Fuhr. Das soll nun mit der Vollmitgliedschaft beim 1. FC Rheinpfalz verhindert werden. Denn früher oder später will der SC Bobenheim-Roxheim raus aus der A-Klasse und in der Bezirksliga Vorderpfalz spielen. „Das können wir uns auch leisten“, sagt Wanger. Und das soll dann mit Spielern passieren, die im Verein ausgebildet wurden. „Die erste Mannschaft wird jetzt schon wieder wahrgenommen“, sagt Jürgen Wanger. Da sehe die Jugend auch, dass im Verein etwas passiert. „Die Identifikation mit dem Verein muss da sein“, ergänzt Dirk Fuhr. Er hat auch wesentlichen Anteil daran, dass im Herbst die Fußballschule von Real Madrid am Binnendamm ein Trainingslager für Kinder und Jugendliche veranstaltet hat. „Da mussten wir lange drum kämpfen“, berichtet er von Verhandlungen, die sich seinen Angaben zufolge über ein halbes Jahr hinzogen. Auch wenn Toni Kroos, Cristiano Ronaldo und Gareth Bale nicht da waren, so verspricht sich der Sportclub doch langfristig davon einen Imagegewinn. „Normalerweise kommen die nur zu großen Vereinen“, sagt Fuhr.