Frankenthal Anwohner fürchten Emissionen

Ein Jahr später als geplant soll im Oktober oder November ein Tierkrematorium der Firma Anubis im Gewerbegebiet Im Sandloch im Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim an den Start gehen. Der Umbau eines angemieteten Gebäudes läuft.
Seit April liegt die Genehmigung auf dem Tisch. Die Bedenken vieler Anwohner haben das Vorhaben lediglich verzögert. „Transparenz ist uns sehr wichtig, deshalb möchten wir die Bürger über unsere Baumaßnahmen laufend informieren“, erklärte Harald Spannagel, Geschäftsführer der Anubis-Tierkrematorium GmbH und Franchisepartner in Wiesloch für den Rhein-Neckar-Kreis, in einer Mitteilung. Im ersten Schritt des Bauprojekts in dem 500 Quadratmeter großen Gebäude würden nun Infrastruktur und öffentliche Räume des Tierkrematoriums geschaffen. Der Zugang zur Halle werde befahrbar gemacht, der Raum, in dem der Ofen stehen wird, entsprechend behördlicher Vorgaben vorbereitet. Zudem werden Gas- und Stromanschlüsse für den Ofen und die begehbaren Kühlräume verlegt und die Computertechnik zur Überwachung der Anlagen eingerichtet. Tierhaltern ist es künftig möglich, über einen Monitor den Beginn der Einäscherung ihres Tieres zu verfolgen. Wer dabei nicht persönlich anwesend ist, kann eine DVD anfertigen lassen, die dann zugeschickt wird. Bei einer Einzelverbrennung kann die Asche des Tieres in einer Urne mit nach Hause genommen werden. Bei Sammeleinäscherungen werden mehrere Tiere gemeinsam verbrannt, und die Asche wird dann in einem Sammelgrab auf dem Anubis-Tierfriedhof bestattet. Die Firma Anubis sieht für diese Form der Tierbestattung einen großen Bedarf in der Metropolregion. Das Rheingönheimer Gewerbegebiet sei zudem gut an die Autobahn angeschlossen. Anubis wirbt bereits seit vergangenem Sommer um Akzeptanz für sein Vorhaben auf der Grenze zwischen Rheingönheim und der Gartenstadt, bot unter anderem kostenlose Busreisen ins Nürnberger Land an, wo in Lauf 2008 das erste Anubis-Tierkrematorium eröffnet wurde. Vor allem bei den Bewohnern der angrenzenden Ernst-Reuter-Siedlung samt zweier Schulen und einer Kindertagesstätte konnte die Firma aber damit kein Vertrauen gewinnen. Im Gegenteil: Viele Nachbarn befürchten erhebliche gesundheitliche Gefahren durch die Emissionen, die mit dem Anlagenbetrieb verbunden sind, und fordern zumindest den Einbau eines Filters. Entsprechende Einwände bei einer Anhörung im Februar wurden jedoch von den zuständigen Fachbehörden und der Ludwigshafener Verwaltung als unbegründet abgewiesen, die Genehmigung für den Anlagenbetrieb – auch ohne Filter – Anfang April erteilt. Nach dem Betriebsstart im Herbst sollen nun Kontrollmessungen zeigen, dass die Bedenken der Anwohner unberechtigt waren.