Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Von steigender Akzeptanz und steigenden Kosten

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Die Suche nach geeigneten Standorten für den Bau von Windrädern und Photovoltaikanlagen in der VG Nordpfälzer Land, der Bau des Kunstrasenplatzes in Rockenhausen und die Zeitumstellung sind Themen in unserer Wochenendkolumne.

Vor nun bald 15 Jahren wollte die Firma Juwi am höchsten westlichen Punkt der Rockenhausener Gemarkung – auf der sogenannten Platte – zwei 200 Meter hohe Windräder errichten. Im Handumdrehen formierte sich in den umliegenden Gemeinden – denen die Anlagen „vor die Nase“ gestellt worden wären – heftiger Widerstand gegen die Pläne, in Schönborn gründete sich eine Bürgerinitiative mit über 100 Mitgliedern. Obwohl selbst ein waschechter Nordpfälzer, war ich doch überrascht und auch ein Stück weit erschrocken, mit welcher Vehemenz die Diskussion damals geführt worden ist. Und mir ist bewusst geworden, wie heilig vielen Menschen unsere wunderbare Landschaft ist.

Das Vorhaben wurde schließlich nicht weiter verfolgt. Auseinandersetzungen zur Windkraft gab es in unserer Region aber weiterhin. Etwa ab 2010 bei der Errichtung der drei Anlagen auf dem zu Sippersfeld und Börrstadt gehörenden Teil des „Bocksrücks“. Auch hierüber wurde erbittert gestritten; vor allem in Gonbach, wo sich ebenfalls eine Bürgerinitiative formierte, versuchte man den Bau mit allen Mitteln zu verhindern – letztlich vergeblich.

Der Wind hat sich gedreht: Klimawandel zwingt zum Handeln

Seither ist eine Menge passiert: vor zwölf Jahren die Atomkatastrophe von Fukushima, nun der Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Energiekrise. Auch in unserer Gegend hat sich sprichwörtlich der Wind gedreht: Die Akzeptanz für die Nutzung Erneuerbarer Energien hat sich deutlich erhöht, Klagen über die „Verspargelung“ der Landschaft sind eher selten. Natürlich gibt es immer noch kritische Stimmen und Probleme, seien es der notwendige Ausbau von Übertragungs- und Verteilnetzen, (zu) lange Genehmigungsverfahren bei der Errichtung neuer beziehungsweise dem Repowering bestehender Windräder oder Engpässe beim Ausbau des Solarstroms.

Fest steht aber: Der Klimawandel zwingt uns zum Handeln. Auch die Kommunen sind in der Pflicht, zur Energiewende beizutragen. Dass diese nicht allein aus hehren Motiven, sondern auch aus finanziellen Erwägungen verstärkt dazu bereit sind, ist ihnen kaum zu verdenken. Jedenfalls machen Land und Bund Druck, entsprechende Flächen für Wind- und Sonnenenergie auszuweisen. Auch in der VG Nordpfälzer Land läuft derzeit die Suche nach weiteren Standorten. Dabei ist ein Spagat zu leisten: Beim Ausbau Erneuerbarer Energien tut Eile Not – was andererseits (siehe oben) nicht dazu führen darf, dass willkürlich jede Ecke mit Anlagen zugepflastert wird. Gerade in der flächenmäßig größten VG der Pfalz kann angesichts der Vielzahl an Arealen, die nach der ersten Prüfung übrig sind, sorgfältig ausgewählt werden.

Bei aller Eile behutsam vorgehen

So kann es beispielsweise nicht das Ziel sein, zum Bau von Photovoltaikanlagen der Landwirtschaft gute Böden wegzunehmen. Dem tragen die Verantwortlichen um Bürgermeister Michael Cullmann dadurch Rechnung, dass bei der nun anhand zahlreicher Kriterien erfolgenden Bewertung der Gebiete die Bodenqualität doppelt einfließt. Und klar ist auch: Bei sonst gleichen Bedingungen ist dem Standort Vorrang zu geben, der weiter von der Wohnbebauung entfernt und/oder weniger einsehbar ist. Zudem möchte die Verwaltung, bevor die Planung im VG-Rat beschlossen wird, allen Ortsgemeinden nochmal die Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Das Verfahren mag mühselig und langwierig sein, ist aber bei aller Notwendigkeit einer raschen Umsetzung der richtige Weg. Und bestimmt wird dabei ganz genau geprüft, ob die „Platte“ bei Schönborn auch weiterhin von Windrädern verschont bleibt ...

Stadt muss für Kunstrasen 230.000 Euro mehr berappen

Nicht verschont blieb die Stadt Rockenhausen von einer schlechten Nachricht: Statt wie geplant 720.000 Euro kostet der Bau des Kunstrasenplatzes nach aktueller Schätzung 976.000 Euro! Der städtische Eigenanteil steigt um rund 230.000 auf 656.000 Euro. Dass der Stadtrat dennoch das Projekt kurz vor dem Start nicht gestoppt hat, ist nachvollziehbar. Alle Zuschüsse wären vorerst hinfällig, das Vorhaben stünde mehr oder weniger wieder auf Null. Wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit ergeben hätte – und wie es dann um die Preise bestellt wäre.

Während allerdings die Stadt den Mehrbedarf durch Einsparungen bei anderen Haushaltsposten wieder hereinholen muss, erhöht sich der Landeszuschuss um keinen Cent. Und das, obwohl die vielen bürokratischen Hürden – speziell das monatelange Warten auf die Bewilligung des Geldes aus Mainz – ein Hauptgrund für die Verzögerung des Baubeginns gewesen ist. Inklusive des drastischen Anstiegs der Kosten. Obwohl es (auch an dieser Stelle) schon oft gesagt wurde: Wie die übergeordneten Ebenen die Kommunen finanziell im Regen stehen lassen, ist schlichtweg nicht in Ordnung.

Wie lange drehen wir noch an der Uhr?

Zum Schluss eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Am Sonntag ist es länger hell. Die schlechte: Weil uns Samstagnacht eine Stunde geklaut wird. Mir selbst macht das relativ wenig aus – meine Frau klagt dagegen schon lange, dass ihr die Zeitumstellung zu schaffen macht. Wie auch vielen Kita- und Schulkindern; Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte können ein Lied davon singen. Was ist aus der europaweiten Initiative zur Abschaffung dieser unnützen Gängelei geworden? Sie verläuft wohl, wie so vieles, im bürokratischen Sand. Also drehen wir vorerst weiter am Rad – pardon, an der Uhr.

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