Münchweiler Spendenaktion: Viel Hilfsbereitschaft für den kleinen Paul

Nicole und Tino Baab mit ihrem behinderten Sohn Paul und dem großen Bruder Noah.
Nicole und Tino Baab mit ihrem behinderten Sohn Paul und dem großen Bruder Noah.

„Wir sind so dankbar“. Die Hilfsbereitschaft, die sie im Moment von so vielen Seiten erfahren würden, überwältige sie, sagen Nicole und Tino Baab. Gemeinsam mit der Donnersberger Initiative für Menschen in Not hatte die RHEINPFALZ in der vergangenen Woche zu Spenden für das Münchweilerer Paar und dessen schwerbehinderten Sohn Paul aufgerufen.

Das Geld ist für einen Bus bestimmt, mit dem Paul in seinem Spezialrollstuhl künftig transportiert werden kann. Er sei zuversichtlich, so der Vorsitzende der Initiative, Jamill Sabbagh, dass genügend Geld zusammenkommen wird, um der Familie ihren Herzenswunsch zu erfüllen. Bis Mittwoch waren bereits 17.400 Euro auf dem Spendenkonto der Initiative eingegangen.

Die letzten Tage waren turbulent für Familie Baab. Seit über die Aktion in der RHEINPFALZ berichtet worden war, hätten sie zahlreiche Anrufe und E-Mails erreicht. Hintergrund der Aktion ist, dass der dreijährige Paul von Geburt an schwerbehindert ist und in einem Spezialrollstuhl am Kopf und mehrfach am Körper fixiert werden muss, weil er sich nicht mit eigener Kraft aufrechthalten kann. Ein Kindersitz kommt für seinen Transport nicht mehr in Frage.

Los ging es mit einem Flohmarkt

In einem ersten Schritt hatte die Cousine von Tino Baab einen Flohmarkt organisiert, bei dem bereits 5000 Euro an Spenden auf das Konto des Bundesverbands Kinderhospiz eingegangen waren. Allerdings sei schnell klar gewesen: Das gesammelte Geld wird für den Bus nicht reichen.

Seit die Donnersberger Initiative für Paul und seine Eltern aktiv wurde, ist mächtig Bewegung in die Sache gekommen. „Es tut sich wirklich viel auf dem Konto“, so Jamill Sabbagh. Nach seiner Erfahrung ist die Hilfsbereitschaft der Menschen immer dann besonders hoch, wenn es um Kinder geht.

Und es wird weitergehen: „Ich hatte einen Anruf von der Neumühle, wo man ein – coronaangepasstes – Sommerfest ausrichten und den Erlös Paul zugutekommen lassen will“, so Nicole Baab. Und die Mädchenmannschaft des TuS Münchweiler hätte angekündigt, dass sie in den nächsten Tagen vorbeikommen und eine Spende überreichen wolle.

Auch die TSG Grün-Weiß will sich mit einer Benefiz-Aktion beteiligen. In welcher Art müsse noch näher festgelegt werden, hieß es dazu von Tanztrainerin Jennifer Wilding. Eine öffentliche Tanzveranstaltung, wie es ihr zunächst vorgeschwebt habe, sei wegen der Coronavorschriften nicht umsetzbar.

Paul braucht einen Spezialrollstuhl, der in einem normale Auto nicht befördert werden kann. Nicole und Tino Baab und ihr älteste
MÜNCHWEILER

Drei Jahre alt und schwerbehindert: Paul braucht dringend einen Bus

Am Freitag wird Familie Baab im Autohaus Wißmann, zu dem Jamill Sabbagh den Kontakt aufgenommen hatte, einen Bus anschauen. Dieses Modell würde neu und ohne den nötigen Umbau rund 30.000 Euro kosten. Eine Rampe, über die Pauls Rollstuhl in den Bus geschoben werden kann, wird Familie Baab wahrscheinlich über eine Spende erhalten. Eine Familie aus Bad Bergzabern hatte sich bei Jamill Sabbagh gemeldet. Ihr behindertes Kind ist leider verstorben, und sie möchten alle Hilfsmittel gerne weitergeben, damit sie einem anderen Kind in dieser Situation das Leben leichter machen können.

Nächste Woche muss Paul wieder zur Operation

Danach wird allerdings – zumindest vorübergehend – wieder etwas anderes wichtiger im Leben von Familie Baab. „Nächste Woche muss Paul wieder in die Homburger Augenklinik zu einer Operation“, erzählt seine Mutter. Dort waren ihm vor kurzem künstliche Linsen eingesetzt worden, da er mit getrübten Linsen zur Welt gekommen und deshalb von Geburt an nahezu blind war. Ob Paul künftig aber tatsächlich etwas erkennen werde, das müsse sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Denn sein Hirn ist schwer geschädigt. Ob es jemals in der Lage sein wird, Sehreize zu verarbeiten, weiß im Moment noch niemand.

Spendenkonto

 

Spenden für Paul Baab können überwiesen werden auf das Konto der Donnersberger Initiative für Menschen in Not: IBAN: DE13540519900030011001;

 

BIC: MALADE51ROK, Sparkasse Donnersberg. Stichwort: Paul.