Donnersbergkreis
Kommunalwahl: Bei der Sonntagsfrage ist alles noch offen
Wenn am Sonntag der Kreistag gewählt werden würde, dann würden 17 Prozent der Wahlberechtigten bei der CDU ihr Kreuzchen machen. 15 Prozent der Donnersberger Bürger würden ihre Stimme der SPD geben, zwölf Prozent der FWG. Bündnis 90/die Grünen kämen auf elf Prozent. Die AfD erhielte sechs Prozent, die FDP zwei und Die Linke ein Prozent. Das ist das Ergebnis der berühmten Sonntagsfrage, die das Institut für Communication- und Marketing Research (CMR) im Auftrag der RHEINPFALZ ermittelt hat. 500 Wahlberechtigte wurden dafür in der Zeit vom 2. bis zum 8. Mai telefonisch befragt. Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. Sie geben lediglich „ein momentanes Stimmungsbild ab“, erklärt Werner Dieing, Vorstand bei CMR. Gemessen sei damit nur die Wahlneigung, nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Es ist also ein Zwischenstand. Die letzte Phase im Wahlkampf sei entscheidend, so Dieing im Gespräch.
Und in den letzten Tagen und Wochen kann sich das Bild noch drehen. Satte 33 Prozent gaben bei der Sonntagsfrage die Antwort „weiß nicht“. Das ist die große Gruppe der Unentschlossenen, die mit einem Drittel doch überraschend hoch ist. „Die Ergebnisse sind demnach keine Prognose“, sagt Dieing. Diese könne es erst am Wahlsonntag geben. Dennoch sieht der Forscher ein ziemlich „knappes Rennen“ zwischen den Christ- und den Sozialdemokraten für den Donnersberger Kreistag. Im Nachbarkreis Kusel, in dem die RHEINPFALZ den Wahlberechtigten die gleiche Frage gestellt hat, sind lediglich 23 Prozent unentschieden. Doch was bedeutet die große Anzahl der Unsicheren? Die Wahlkämpfer von Obermoschel über Rockenausen und Kibo bis nach Göllheim könnten noch ein bisschen Gas geben – und gezielt die Unentschlossenen ansprechen.
Ältere setzen stärker auf CDU
Wertet man die Ergebnisse übrigens ohne die Gruppe der Unentschlossenen, ergibt sich ein leicht anderes Bild: Die CDU käme dann auf 26 Prozent, die SPD auf 23, FWG und Grüne auf jeweils 18, die AfD auf zehn Prozent, die FDP auf vier und Die Linke auf zwei Prozent. Doch zurück zu der Gruppe mit den noch Unentschiedenen: Auffällig ist, dass die CDU bei den Über-60-Jährigen die Nase deutlich vorn hat (21 Prozent), im Vergleich zur SPD (16). Dafür würden nur drei Prozent der älteren Gruppe AfD wählen; bei den 18- bis 59-Jährigen sind es acht Prozent. Die Grünen wiederum kommen in der jüngeren Gruppe auf 16 Prozent und bei den Ü-60-Wählern und Wählerinnen gerade mal auf fünf Prozent. Ausgeglichen sieht’s bei den FWG-Sympathisanten aus: Da legen sich Alte wie Junge gleichermaßen für die Partei fest.
Der Unterschied in der Wahlentscheidung zwischen Männern und Frauen ist übrigens nicht sehr hoch. Er liegt gerade Mal bei ein oder zwei Prozentpunkten.
Methode & Zeitraum: So entsteht das Meinungsbild
Für die Umfrage im Vorfeld der Kommunalwahl am 9. Juni hat das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR in der Zeit vom 2. bis zum 8. Mai 500 wahlberechtigte Personen im Alter ab 18 Jahren telefonisch befragt, die im Donnersbergkreis für den Kreistag wahlberechtigt sind. Die Stichprobengröße, die Befragungszeitpunkte und die Zufallsverfahren garantieren ein repräsentatives Ergebnis. Bei den angerufenen Haushalten kam das „Last-Birthday-Verfahren“ zum Einsatz, befragt wurde also das Mitglied des Haushaltes, das zuletzt Geburtstag hatte. Angerufen wurden nur Festnetznummern, da Mobilfunknummern nicht lokal verortet sind. Jüngere Wähler seien so etwas unterrepräsentiert. Die Daten wurden anhand aktueller Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems unter anderem nach Alter und Geschlecht gewichtet.
In dieser Woche haben wir in vier Teilen die Ergebnisse der Umfrage in der RHEINPFALZ veröffentlicht. Zum Beispiel, welche Themen für die Bürger des Kreises besonders wichtig sind oder wie sie persönlich in die Zukunft blicken. Alle Texte finden Sie dann auch online unter www.rheinpfalz.de/donnersbergkreis.

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Verfolgen Sie live den aktuellen Stand der Auszählungen in unseren interaktiven Karten und Grafiken: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreis- und Stadträte, Bezirkstag - bei den Wahlen am 9. Juni könnte die Kommunalpolitik in Rheinland-Pfalz umgekrempelt werden. Foto: dpa /Jacob Schröter