Kirchheimbolanden
Jugendarbeit: Neues Konzept startet mit Jugendtreff
„Wir wollten erstmal Fasching abwarten und dann durchstarten“, berichtet Yannick Wessa. Der 29-jährige Sozialpädagoge ist Teil des Rockenhausener „klein.teams“, das die städtische Begegnungsstätte offiziell betreut. Wessa selbst ist als Ansprechpartner an allen Tagen in Kibo vor Ort. Seit Anfang Januar wurden die Räume auf Vordermann gebracht. „Wir haben hier erstmal kräftig entrümpelt“, berichtet Wessa. Ein großer Aufenthaltsraum bietet den Jugendlichen nun eine Lounge-Ecke mit Sitzsäcken und Bar sowie eine Brettspiel-Ecke. Selbstredend darf auch ein Großbildschirm mit Playstation nicht fehlen. Ein angrenzender Raum mit Tischfußball, Darts und Billardtisch lädt zu körperlicher Aktivität ein. Zur künstlerischen Betätigung stehen ein Töpfer-Raum und ein Klavier bereit. „Das Gebäude bietet langfristig noch viel Potenzial“, fügt Wessa an. Auch im Außenbereich der Kirche sei man mit einem Sportplatz gut für die Belange der Jugendliche gerüstet. Zukunftsmusik sei hingegen die Idee für eine Kletterwand. Hier müssten noch Denkmalschutzaspekte abgewogen werden.
Jetzt will Wessa das Angebot des Jugendtreffs erstmal breit kommunizieren. Dieses richtet sich hauptsächlich an die Altersgruppe ab zwölf Jahren. „Aber natürlich würden wir auch keinen Elfjährigen wegschicken“, ergänzt er. Nichtsdestotrotz sei die Hauptzielgruppe bei Jugendlichen von 16 bis 17 Jahren zu sehen. „Wir wollen den jungen Leuten vermitteln, dass sie hier ein schönes Miteinander erleben und wir ihnen den Raum dafür bieten“, erläutert er seine Ziele.
Tag der offenen Tür im März
Derzeit steh er mit allen weiterführenden Schulen im Stadtgebiet in Kontakt. Als erste konkrete Maßnahme sollen die Klassen zeitnah zu Doppelstunden in die Liebfrauenkirche eingeladen werden. „Wir wollen den Jugendlichen mit Sport und Spielen den Jugendtreff vorstellen; ihnen vermitteln, dass wir als Anlaufstelle für sie da sind“, erklärt Wessa das Konzept. „Es geht erstmal nur darum, dass man hier seine Zeit verbringen kann. Und das Ganze in einem gewissen pädagogischen Programm“, führt er aus. Zum bevorstehenden Frühlingserwachen der Stadt, das Pro Kibo für 12. März organisiert, plane die Einrichtung eine Art Tag der offenen Tür mit Info-Stand auf dem Gelände.
Dann können sich Kirchheimbolander ein Bild vom neuen Konzept machen. Nach der Aufgabe des alten Hauses der Jugend in der Marnheimer Straße, das vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) betreut worden war, hatte der Stadtrat mehrfach darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoller sei, die Jugendarbeit raus auf die Straßen zu bringen.
Ferienbetreuung: Hohe Nachfrage erwartet
Dieser Gedanke liegt dem neuen Jugendhaus zugrunde, das eher einen Stützpunkt darstellt: Kindern und Jugendlichen sollen vor allem dort Angebote gemacht werden, wo sie sich aufhalten – etwa Römerplatz, Herrngarten oder Schillerhain. Ob durch Stadtspieltage, thematische Projekte oder Generationen-Begegnungen: Jugendliche sollen aktiv ins Stadtgeschehen integriert werden. Zudem gibt es ein rollendes Spielmobil, das in den Dörfern der VG Halt machen soll.
Auch in Sachen Betreuung in den Oster- und Sommerferien biete der Jugendtreff Unterstützung für Familien. Diese soll täglich zwischen 8 und 16 Uhr stattfinden. Hier stünden dann auch Schwimmbad- oder Waldbesuche an, berichtet Wessa. Das Angebot richte sich vorwiegend an die Altersgruppe zwischen sechs und zwölf Jahren. Aus seiner Zeit in Eisenberg wisse er, dass die Plätze für die Ferienbetreuung recht schnell vergeben sind – Yannick Wessa rechnet mit entsprechend großer Resonanz auch in Kirchheimbolanden.
Jugendliche bringen gleich eigene Ideen ein
Auf fünf Jahre Jugendarbeit in Eisenberg blickt Wessa zurück. Viele Angebote hätten sich dort bewährt. Diese sollen nun in Kibo umgesetzt werden. Bowling beispielsweise stehe hoch im Kurs, ebenso Kinobesuche. Auch Koch-Werkstätten, Drechsel- und Schnitzworkshops kann er sich vorstellen. Ganz wichtig aber sei es, Ideen und Projektvorschläge der Jugendlichen aufzugreifen. Schon gleich am Tag nach der Eröffnung des Jugendtreffs seien zwei Ideen geboren worden: der gemeinsame Besuch eines Indoorspielplatzes sowie ein Ausflug in eine Eishalle.
Am zweiten Tag nach der Eröffnung sind die Schwestern Laura und Leonie Zwingmann aus Kirchheimbolanden zum Jugendtreff gekommen. Beide haben sichtlich Spaß in der Brettspielecke, zwischendurch wird etwas auf dem Klavier geklimpert. An der Theke in einer anderen Ecke des Raums weist eine Hinweistafel auf das Angebot hin. Zu moderaten Preisen gibt es dort bei Lounge-Musik Süßwaren, Chips und Softgetränke zu kaufen. Die offizielle Eröffnung der Einrichtung durch die Stadt erfolgt zum 1. April. Geöffnet ist sie jedoch bereits ab sofort – jeweils montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr.
