Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Jagdhunde greifen Schafe in der Erdekaut an

Gleich zwei Schafe wurden bei dem Vorfall verletzt.
Gleich zwei Schafe wurden bei dem Vorfall verletzt.

Erst am Montag haben drei Jagdhunde in Obersülzen zwei Chihuahuas zu Tode gebissen. Auch in der Erdekaut hat es am Wochenende einen Vorfall gegeben. Hier waren zwei Jagdhunde bei einer Drückjagd ausgebüchst. Einer hat im Landschaftsschutzgebiet gleich zwei Schafe verletzt. Das sagen Jagdpächter und Ranger zu dem Vorfall.

Zwei ausgebüchste Jagdhunde haben bei einer Drückjagd für ordentlichen Wirbel gesorgt. Das Geschehen fand im südöstlichen Teil von Eisenberg im Feld statt, doch zwei Hunde rannten in den Besucherbereich der Erdekaut. Dort biss einer der Hunde in den Schwanz eines Schafs. Danach machte er sich über ein weiteres Schaf her und verbiss sich in dessen linker Gesichtshälfte. Beide Tiere sind in tierärztlicher Behandlung und auf dem Weg der Besserung.

Was ist geschehen?

Wie Jagdpächter Thomas Nikolaus aus Eisenberg erklärt, war schon längere Zeit eine Drückjagd in dem Gebiet geplant. Das Jagdrevier reichte von der Seltenbach bis zur Ortsgrenze Hettenleidelheims. Es grenze außerdem an das Landschaftsschutzgebiet Erdekaut, das nicht bejagt werden darf. Das Wetter spielte am vergangenen Wochenende mit und aufgrund der regnerischen Aussichten hätten sich die Jäger auf den Sonntagvormittag verständigt. Tatsächlich regnete es vormittags, sodass keine Besucher in die Erdekaut kamen. Die Genehmigung vom Landesbetrieb Mobilität habe vorgelegen, alle Zugangswege zu dem Gebiet, auch zur Erdekaut, seien beschildert gewesen, so der Jagdpächter. Auch auf der B47 wurde mit Schildern auf die Jagd hingewiesen.

Das Revier sei in den vergangenen Jahren sehr wenig bejagt worden, erzählt Jagdpächter Thomas Nikolaus: „Unser primäres Ziel war es, Wildtiere aus dem Dickicht aufzuscheuchen und natürlich zu schießen.“ Es seien sechs Jäger im Einsatz gewesen, die alle über die entsprechende Qualifikation und den Jagdschein verfügten. „Ich achte peinlichst auf die Einhaltung dieser Bestimmung“, betont Nikolaus.

In seinem Revier dürften nur ausgebildete Jagdhunde zum Einsatz kommen, wie es auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Hierfür durchlaufen die Vierbeiner verschiedener Rassen eine umfangreiche Ausbildung, an deren Ende auch eine Prüfung abgelegt werden muss. Nur Hunde, die diese Prüfung vor einer Kommission bestehen, werden als jagdtauglich eingestuft und dürfen mit auf die Jagd. „Die Hunde gehören zur Jagd und leisten dem Jäger große Dienste“, meint Nikolaus.

Im Jagdfieber Schafe entdeckt

Bei der besagten Drückjagd hätten die Hunde wohl Rehe aufgeschreckt, denen sie dann gefolgt sind, vermutet Nikolaus. Deren Weg führte in das Landschaftsschutzgebiet, wo die Hunde wahrscheinlich die Fährte verloren hätten. Im Jagdfieber entdeckten sie dann die Schafherde, die in einem eingezäunten Bereich stand. „Der kleinere Hund ist unter dem Zaun durchgeschlüpft und der andere hat den Weg über einen Teich gewählt“, sagt Ranger Peter Wilhelm. Er war zu dem Zeitpunkt routinemäßig in der Erdekaut unterwegs und beobachtete die Szene.

Die erste Attacke habe dem Schwanz eines Schafes, die zweite der linken Gesichtshälfte eines anderen gegolten. Der Ranger versuchte, den Hund von den Schafen wegzubekommen, jedoch ohne Erfolg. Erst dem Hundebesitzer, der kurze Zeit später vor Ort war, gelang es.

Für Jagdpächter Thomas Nikolaus ist ein solcher Zwischenfall Neuland. „Die Jagdhunde sind sozialisiert und gehen eigentlich nur ihrer Aufgabe nach“, sagt der Jagdpächter. Menschen, denen sie während der Jagd begegnen, würden sie nicht interessieren. Sie gingen auch nicht verloren, denn jeder Jagdhund habe einen GPS-Sender am Hals und kann geortet werden. Doch es helfe alles nichts, „wir müssen daraus lernen“.

Vorfall soll aufgearbeitet werden

Nikolaus will den Vorfall zusammen mit seinen Jägerkollegen aufzuarbeiten, um mögliche Schwachstellen im bisherigen Vorgehen zu erkennen und Abhilfe zu schaffen. Für ihn ist klar, dass bei der nächsten Jagd bereits im Vorfeld nicht nur das zu bejagende Gebiet betrachtet werden muss, sondern auch die angrenzenden Bereiche. Hierzu will er auch auf Anlieger zugehen, um das Vorhaben abzustimmen.

Auf die Frage, ob Gefahr für Menschen bestanden hätte, sagte Nikolaus: „Nein.“ Das sieht auch Stadtbürgermeister Peter Funck (FWG) so, der selbst ein passionierter Jäger ist. Zudem rät der Stadtchef allen Besuchern von Naturregionen, in denen durch Schilder und Absperrungen auf eine Jagd hingewiesen wird, diese Räume nicht zu betreten.

Übrigens: Bei dieser Drückjagd bekamen die Jäger kein Wild vor die Flinte.

Die tierärztliche Versorgung der Schafe, die dem Zweckverband Erdekaut gehören, muss vom Verursacher bezahlt werden.

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