Bad Dürkheim
Zwischen Wurstmarkt und Betze: Einblicke in den Polizeialltag
Für den Berufsinformationsabend haben sich am Mittwochabend Interessenten aus dem ganzen Landkreis vor der Polizeiinspektion Bad Dürkheim eingefunden. Ein Besucher ist sogar aus Hessen angereist. „Mich interessiert die Arbeit bei anderen Landespolizeien“, erklärt er. Eine der jüngsten Anwesenden ist Anna. „Ich war ganz schön aufgeregt“, berichtet die Neuntklässlerin, „weil ich zum ersten Mal darüber nachdenke, was ich nach der Schule machen will. Die Polizei war für mich schon immer ein Vorbild, aber ich dachte, als Mädchen geht das nicht.“ Als sie im Urlaub in Schweden viele weibliche Polizistinnen gesehen hat, habe sie das inspiriert. Für ein Praktikum in Bad Dürkheim interessiert sie sich, seit zwei Polizistinnen bei einem Schulbesuch von ihrem Alltag erzählt haben. „Das waren krasse Geschichten. Man hat gemerkt, wie ernst sie ihren Beruf nehmen. Ich will das auch erleben.“
Die sechzehnjährige Finja hat ein Praktikum im Werkschutz der BASF absolviert. „Ich war beim Training der Hundestaffel dabei und durfte im Streifenwagen mitfahren.“ Da es ihr gut gefallen hat, möchte sie herausfinden, ob die Arbeit der Polizei zu ihr passt.
Einsätze auf dem Wurstmarkt und dem Betze
Dabei helfen wollen Polizeikommissar Otto und Polizeikommissarin Funk. Sie sind bei der Dürkheimer Schutzpolizei tätig und kümmern sich sonst um Streifendienst, Verkehrsdelikte, Strafanzeigen und den Erstzugriff. Oft sind sie die Ersten am Tatort. Gerade bei schweren Verbrechen arbeiten sie eng mit der Kriminalpolizei zusammen. „In dieser Woche gab es beispielsweise eine Amokdrohung an einer Ludwigshafener Schule“, so Otto.
Die Kommissare haben Teile ihrer Schutzausrüstung dabei und zeigen sie den Besuchern. „Wenn man schusssichere Westen trägt, sind das etwa 25 Kilo. Es ist anstrengend, wenn man damit nur stehen muss“, berichtet Otto. Deswegen sei es wichtig, körperlich fit zu bleiben.
Schwere Fälle seien vor allem in Bad Dürkheim sehr selten. Bei der Arbeit hier ist für die beiden der Wurstmarkt ein Highlight. „Die Einsätze sind sehr vielseitig, man bekommt alles mit zwischen Beleidigung und Körperverletzung“, so Otto. „Es macht viel Arbeit, aber es macht auch viel Spaß.“
Man bekomme dabei Unterstützung aus dem ganzen Land, so Funk. „Wenn man nach dem Studium in verschiedenen Dienststellen arbeitet, sieht man sich spätestens auf dem Wurstmarkt wieder.“ Auch sie helfen anderen Dienststellen bei großen Einsätzen, wie Spielen auf dem Betzenberg.
Für die Bewerbung an der Polizeihochschule ist ein Abitur oder ein Abschluss in Polizeidienst und Verwaltung an einer Berufsbildenden Schule erforderlich. Daneben muss man einen Sporttest, eine ärztliche Untersuchung und einen schriftlichen Test ablegen. Der Tipp der Beamten: Auf der Internetseite der Polizei gibt es Informationen über die genauen Anforderungen und Übungsblätter.
Neben theoretischen Kursen, beispielsweise über Recht, die auf dem Campus Hahn stattfinden, machen Praktika 40 Prozent des Studiums aus. „Polizistin war schon im Kindergarten mein Traumberuf. Es gab keinen Plan B. Aber ich wollte ursprünglich zur Kriminalpolizei, und durch die Praktika habe ich gemerkt, dass mir der direkte Bürgerkontakt wichtiger ist“, so Funk. Während des Studiums entscheidet man, ob man zur Kriminal- oder Schutzpolizei will. Durch eine Weiterbildung könne man dies nachträglich noch ändern.
„Als Bewerber muss man eine innere Motivation mitbringen“, so Otto. „Daneben ist Spontanität hilfreich. Kein Tag ist wie der andere.“
Im Netz
Unter www.polizei.rlp.de/karriere/veranstaltungen finden sich Termine für weitere Infoveranstaltungen. Am 14. November findet in Neustadt die Crime Night statt.