Fussball
Vor dem Start: Sportler aus der Region über die Aussichten des FCK
„Kaiserslautern gehört in die Zweite Liga. Dies umzusetzen, ist aber schwierig. Wie viele andere Traditionsvereine versucht der FCK, eine gute Rolle zu spielen, was aber nicht so recht gelingen will“, analysiert Roland Beck, Trainer von Rot-Weiss Seebach. Die guten Partien zum Ende der vergangenen Runde gäben Anlass zum Optimismus, doch der Schalke-Fan fordert lange vermisste Konstanz ein. „Trainer Marco Antwerpen ist eine gute Lösung“, glaubt Beck. Wichtig sei aber, dass die Verantwortlichen nicht beim ersten Gegenwind nervös werden, sondern den Trainer stützen. Dies sei in der Vergangenheit selten gewesen. Der FCK sei durchaus ein Kandidat für die vorderen Plätze.
Roberto Benkler jun., Co-Trainer des SV 1911 Bad Dürkheim, legt sich fest: „Der FCK steigt auf. Er hat in der Rückrunde gute Leistungen gezeigt, war zum Ende der vorigen Saison ganz stark und hat sich gut verstärkt.“ Ein Plus sei die feste Verpflichtung von Leihspielern, die in der vergangenen Saison eingeschlagen hätten. Er nennt Kapitän Jean Zimmer („eine Maschine“), Felix Götze oder Daniel Hanslik. „In früheren Jahren wurde oft eine ganze Mannschaft ausgetauscht und es hat zu lange gedauert, bis das neue Team eingespielt war“, moniert Benkler. Viel traut er auch dem Nachbarn SV Waldhof zu, der nach seinem Aufstieg 2019 zwei überzeugende Spielzeiten absolviert habe.
Das Kontrastprogramm liefert Sebastian Dumont, Coach des SV Weisenheim. „Ich glaube nicht an einen Aufstieg. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn das Team eine ordentliche Runde spielt, ohne in Abstiegsgefahr zu geraten“, ist Dumont skeptisch. Ihm fehle seit Jahren die Identifikation der Akteure mit dem Klub. Der Trainer, der auch Sympathien für den SV Waldhof hat, stellt aber klar: „Mein Verein ist Kaiserslautern. Einmal Roter, immer Roter.“ Damit spielt er auf eine Zeit an, als er in der B- und A-Jugend das Trikot der Roten Teufel trug. „Damals spielte der FCK noch in der Bundesliga, und ich habe jeden Spieler gekannt. Heute sind mir die meisten Namen nicht mehr geläufig“, betont Dumont.
Lob für Sportchef und Coach
HSV-Anhänger Michael Acker, Übungsleiter des TuS Wachenheim, spricht von einer traditionell ausgeglichenen 3. Liga. „Der FCK muss den Schwung aus der Endphase der Saison 2020/21 mitnehmen. Trotzdem warne ich davor, die Erwartungen zu hoch zu schrauben“, erläutert Acker. Schließlich seien die Pfälzer mit einem Bein schon in der Regionalliga gestanden. Der Start sei enorm wichtig. Etwas verwundert ist der Trainer über manche Personalentscheidung: „Der FCK holt Wunderlich von Viktoria Köln, der SV Waldhof Schnatterer aus Heidenheim. Beide sind schon 35.“ Zu den Favoriten zählen die Lauterer für Acker nicht. Er rechnet mit Braunschweig, Osnabrück und 1860 München.
Tobias Häfner, Verteidiger und Führungsspieler beim TV Ellerstadt, lobt den neuen Geschäftsführer Sport und früheren Bundesligaspieler, Thomas Hengen: „Er ist noch nicht so lange da, hat aber schon viel bewirkt.“ Auch die Entscheidung, Marco Antwerpen im Winter zum Trainer zu machen, sei klug gewesen. Der Coach passe mit seiner Art prima auf den Betzenberg. „Ich denke, dass der FCK nach der passablen Rückrunde nicht mehr gegen den Abstieg kämpft. Ich kann mir vorstellen, dass er sogar oben mitspielt. Ob es aber gleich zum Aufstieg reicht, ist fraglich“, verdeutlicht Häfner. Als absolut positiv bewertet er die feste Verpflichtung des Augsburger Mittelfeldspielers Felix Götze.
Kontinuität wichtig
„Die Mannschaft sehe ich besser aufgestellt als in den vergangenen ein, zwei Jahren“, legt sich Christian Schäfer, Trainer des FV Freinsheim, fest. Gut sei, dass der Coach, der die vorige Serie beendet hat, auch weitermachen kann. Er sollte aber auch nicht nach zwei Niederlagen in Frage gestellt werden. Der FCK brauche Kontinuität, gerade auf der Position des Trainers. „Wenn der FCK eine entspannte Runde spielt und am Ende auf Rang sechs oder sieben landet, ist das in Ordnung. Es sollte nicht schon wieder vom Aufstieg geträumt werden“, fordert Schäfer. Es wäre positiv, wenn sich das Team dauerhaft von der Abstiegszone entfernt halte. Der Freinsheimer baut auf eine Rückkehr der Fans.
Trainer Marco Antwerpen hat es auch Nicolas Wrede, dem neuen Übungsleiter des TuS Friedelsheim II, angetan. „Er identifiziert sich mit dem FCK, hat eine gute Ansprache und verfolgt eine klare Linie“, sagt Wrede. Das Verpflichten der bisherig geliehenen Spieler sei ein Zeichen an die Konkurrenz. „Der FCK ist gut aufgestellt und wird Feuer geben“, vermutet der Friedelsheimer. Wenn dauerhaft Ruhe im Verein herrsche, werde Kaiserslautern in der Tabelle unter den ersten fünf Mannschaften zu finden sein. Mit etwas Glück, könne es zum Aufstieg reichen. Zu den Konkurrenten zählt er vorrangig Braunschweig und 1860 München. Auch der stabiler gewordene SV Waldhof sei zu beachten.
Michael Möckel, Coach beim FC Leistadt, ist ehrlich: „Auch wenn der FCK schon seit Jahren in der 3. Liga spielt, verfolge ich diese Klasse nur am Rande.“ Dass die Roten Teufel jetzt von vielen Experten als Aufstiegskandidat gehandelt werden, will der Leistadter nicht überbewerten. „Das überrascht mich etwas. Vor einem Jahr wollte Kaiserslautern um den Aufstieg mitspielen. Das ist gewaltig in die Hose gegangen, und am Ende wäre der Klub beinahe abgestiegen“, blendet Möckel zurück. Drei Trainer in einer Saison zu haben, sei kein gutes Zeugnis. Thomas Hengen, den Möckel zuletzt etwas aus dem Blickfeld verloren hatte, solle eine faire Chancen bekommen, um den FCK nach oben zu führen.