Kallstadt
Traktorpulling: Kräftemessen der Schlepper zieht viele Besucher an
Die Fans des außergewöhnlichen Traktor-Wettkampfs in den Kallstadter Weinbergen waren froh, dass es endlich wieder so weit war. Einige waren mit Schlepper und Anhänger angereist, stellten ihr Gefährt entlang der 50 Meter langen Wettkampfstrecke ab und schauten vom Anhänger aus zu, was die Wettkampf-Teilnehmer so machten.
Gleich mit sieben Schleppern angereist
„Wir waren schon um 9.30 Uhr da, denn ab 10 Uhr sind alle Plätze belegt“, erzählte Joshua Anton aus Weisenheim am Sand, der es sich mit sechs Freunden auf einem Anhänger gemütlich gemacht hatte. „Zum Schlepperpulling kommen wir immer“, so die Clique. Mit dabei: Dosenwurst, Brötchen, Cola und Schorle. Gleich mit sieben Schleppern und etwa 20 Leuten waren die Oldtimerfreunde und die Kerwebuwe aus Deidesheim angereist. Zwei Traktoren machten beim Wettkampf mit, auf den Anhängern der anderen wurde gefeiert. „Wir haben das gestern spontan über WhatsApp beschlossen“, erzählten Andreas Schubing und Andreas Theis.
Mit einem großen Deidesheimer Geißbock und einer ohrenbetäubend lauten Hupe am Schlepper beteiligte sich Lukas Metz, der Winzer in Meckenheim und bei den Deidesheimer Kerwebuwe ist, am Pulling. „Traktorpulling, das ist Zusammenkommen, Gemeinschaft, Gaudi, gute Laune, Wettkampf“, schwärmte Metz. Beim letzten Mal habe er in der Klasse 40 bis 45 PS gewonnen.
Die Traktoren traten in zwölf PS-Klassen an, außerdem wurde nach Hinterrad- und Allradantrieb unterschieden. Jeder Traktor ging einzeln an den Start und versuchte, eine möglichst lange Strecke zu fahren. Was nicht so einfach war, denn in der kleinsten PS-Klasse wurden die Traktoren durch einen Bremswagen, mit dem sie durch ein Kabel verbunden waren, abgebremst.
Bei den höheren PS-Klassen sorgten, zusätzlich zum Bremswagen, Steinblöcke auf dem Anhänger dafür, dass das Vorankommen nicht so leicht ist. „Ein Steinblock wiegt 800 Kilogramm“, wissen Tanja Huber und Sara Koch, die die Startnummern ausgaben, die Längen notierten, die die Fahrer schafften und aufpassten, dass alles seine Ordnung hatte. „Wir sind die Startcrew“, stellte Ulrich Meyer sich und seine Helfer vor. Meyer ist über das Landjugendalter zwar schon etwas hinaus, „aber bei uns machen auch Junggebliebene mit“, sagte Huber.
Anhänger für Enkel umgebaut
Meyer achtete darauf, dass der Bremswagen richtig eingestellt war, dass nach jeder Fahrt die Wettkampfstrecke frisch gezackert wurde und half auch, wenn an einem Schlepper etwa die Bremse klemmte. Zu den etwas Älteren gehörte auch Emil Hilberth aus Erpolzheim, der mit drei Schleppern in drei Gewichtsklassen antrat. „Es macht einfach Spaß, außerdem trifft man Kollegen und lernt immer noch etwas dazu“, sagte der Landwirt. Einer der jüngsten Teilnehmer war Maximilian Rohrbach aus Herxheim am Berg. Der 17 Jahre alte, angehende Winzer war nicht wirklich zufrieden mit seiner Fahrt. „Die Reifen meines Schleppers sind zu klein und weil ich gedacht habe, dass er vorne zu leicht ist, habe ich ein Fass mit 250 Litern Wasser darauf montiert, das war aber zu viel, jetzt weiß ich, was ich das nächste Mal besser mache“, so Rohrbach.
„Das nächste Jahr fahre ich mit“, meinte Joachim Förster. Mit Familie und Freunden saß er auf einem Anhänger am Rand der Strecke. Den Anhänger habe er für die Enkel umgebaut, erzählte der frühere Landwirt. „Das ist eine super schöne Veranstaltung“, schwärmte Ingrid Förster. „Volle Pulle“, sagte der „Woiberg“ – „unter dem Namen kennen mich alle“ – zustimmend.
„Gib kräftig Gas, hopp, hopp“, rief Sarah Bühler durch das Mikrofon. Die Kallstadterin war nicht nur engagierte Moderatorin, sondern auch Wettkampfteilnehmerin. Sie spornte die Fahrer an, verteilte Lob, etwa „toll Stephan“, als Stephan Schindler beachtliche 35,5 Meter schaffte, ist auch mal ironisch und wirbt für den Kuchen der Landfrauen. Auch Herzhaftes gab es zu essen und jede Menge Getränke. Auch auf die Natur wurde beim Traktorpulling geachtet. Einige Bereiche waren gesperrt, auf einem Schild war zu lesen: „Abgesperrter Bereich zum Schutz der Tiere - bitte nehmen Sie Rücksicht.“