Bad Dürkheim Schon mehr Punkte als in ganzer Vorsaison

BAD DÜRKHEIM. SV Rot-Weiss Seebach überwintert in seinem zweiten Jahr in der Fußball-Bezirksliga als Tabellenfünfter, punktgleich mit dem Vierten, TuS Schaidt. Mit ihren 34 Zählern haben die Rot-Weissen nach 18 Begegnungen schon mehr Punkte auf dem Konto, als in der vergangenen Saison am Ende der Runde.
Auffällig ist in dieser Spielzeit die Seebacher Heimstärke und die Tatsache, dass die Elf in der Saison 2014/15 Spiele gewinnt, die sie in der vorigen Runde meist noch verloren hatte. Die Mannschaft um Trainer Roland Beck ist dabei, das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte zu erreichen. Eine solche Begegnung, die Seebach in der vorigen Saison vermutlich noch verloren hätte, gehört das Heimspiel am vierten Spieltag gegen SV Altdorf/Böbingen. Zur Pause lag Rot-Weiss 0:2 zurück und drehte diesen Rückstand in der zweiten Hälfte in eine 3:2-Führung um. Den entscheidenden letzten Treffer erzielte in der 92. Minute der Seebacher Neuzugang Felix Mohr. In diese Kategorie gehören auch der 2:1-Sieg am vorletzten Vorrundenspieltag bei Tabellenschlusslicht ESV Ludwigshafen, das ziemlich mühsame 3:1 gegen den Vorletzten 08 Haßloch am folgenden Spieltag und noch mehr das 1:0 im Heimspiel gegen 08 Mutterstadt am letzten Spieltag vor der Winterpause. Der Rückrundenstart gelang Seebach geradezu exzellent: Mit Tabellenführer Oppau teilte sich Rot-Weiss zuhause beim 2:2 die Punkte und – das dürfte die noch größere Überraschung gewesen sein – Seebach schlug den damaligen Tabellendritten TuS Schaidt auf dessen Platz mit 1:0. Das waren für Trainer Beck vier Punkte, mit denen er zuvor nicht unbedingt gerechnet hatte. Die Hinspiele hatte sein Team jeweils noch deutlich verloren. An Seebach kamen auf dem heimischen Platz im Meisterwasental nur Schaidt (5:2) – nicht zuletzt deshalb war der Auswärtssieg in Schaidt eine solche Überraschung – und Billigheim/Ingenheim (2:0) vorbei. Kantersiege fuhr Seebach zu Hause gegen seinen hinteren Tabellennachbarn Steinfeld/Schweighofen (5:0), SV Gommersheim (5:1) und Eppstein (5:1) ein. Am sechsten Spieltag setzte es in Maxdorf mit einem 1:6 die höchste Saisonniederlage. Bei der 0:2-Niederlage gegen den Stadtrivalen SV 1911 Bad Dürkheim war aus Seebacher Sicht auch durchaus Pech im Spiel. Mit Dominik Euler und Pascal Beyer im Sturm ist die Seebacher Offensivabteilung eine der besten der Liga. Besonders Euler ist kein Weg zu weit, er arbeitet viel für die Mannschaft. Beyer geht laut Beck auch mal „dahin, wo es wehtut“. Mit seinen 16 Treffern gehört er zur Torjäger-Elite der Bezirksliga. Der Übungsleiter legt aber großen Wert auf die Feststellung, dass diese Leistungen bei aller individuellen Stärke ohne den Willen und die Bereitschaft der gesamten Mannschaft nicht machbar gewesen wäre: „Der momentane fünfte Tabellenplatz und der Klassenerhalt in der vergangenen Runde sind nur dem Kollektiv zu verdanken.“ Mit Neuzugang Felix Mohr hatte Beck schon in seiner Zeit als Trainer in Maxdorf vertrauensvoll zusammengearbeitet. Mohr strahlt Ruhe und Übersicht in der Abwehr aus und schaltet sich auch schon mal in den Angriff ein. Dieser Spielertyp ist in Seebach ein Novum und er tut der Mannschaft gut, wie sich herausgestellt hat. Über die Achse Mohr/Bastian Keßler läuft im Seebacher Spielaufbau sehr viel. Die jungen Nachwuchsspieler wie Mertkan Saydan, Aygün Coban und Sergen Gülay haben sich bestens in die Mannschaft eingefügt, wobei Coban die größte Entwicklung durchgemacht habe, so der Trainer. Für den Seebacher Übungsleiter ist Erfolg im Fußball viel Kopfsache. Nach dem Klassenerhalt vom vergangenen Jahr bekam die Mannschaft „den Kopf frei, gewann Selbstvertrauen und den Spaß am Fußball zurück“. Das ist für Roland Beck der Hauptgrund, warum Seebach heuer viele Spiele, die auf der Kippe standen, gewonnen hat. „Die Mannschaft ist als Team zurück und hat in dieser Saison Herausragendes geleistet“, lobt Beck abschließend. (mkö)