Bad Dürkheim
Pfadfinder werden 70: Feiern wie beim Wurstmarkt
Bei den Saliern handelt es sich um einen Stamm – ein Zusammenschluss von Pfadfindern – mit Sitz in Bad Dürkheim, der 1953 von sechs Dürkheimer Jungen gegründet wurde. Diese kamen zunächst durch die Wachenheimer Pfadfinder mit dem Pfadfindertum in Kontakt. Auf den Vorschlag des Stammesführers von Wachenheim hin, gründeten sie einen eigenen Stamm in Bad Dürkheim und nannten ihn Salier. Seitdem wuchs der Stamm kontinuierlich.
Heute sind die Salier mit über 140 aktiven Mitgliedern der größte Stamm in Rheinland-Pfalz-Saar. Sie bestehen aus fünf Rudeln und fünf Sippen sowie einer großen aktiven Roverstufe. Die Mitglieder, die nicht zwangsläufig aus Bad Dürkheim stammen müssen, sind zwischen sieben und 23 Jahre alt.
Wartelisten für die Aufnahme in Gruppen
Besonders während der Corona-Pandemie sei das Interesse an den Pfadfindern gestiegen, weshalb es Wartelisten für die Aufnahme in neue oder bestehende Gruppen gibt, erzählt Stammesführerin Ida Hoffmann. Gemeinsam mit Stammesakela Anna Krubasik führt sie das große Interesse auf die Gemeinschaft, die im Stamm herrscht, zurück. „Jeder kennt jeden“, erklären die beiden. „Pfadfindersein ist nicht nur ein Hobby. Pfadfindersein ist wie eine zweite Familie“, ergänzt Hoffmann. Außerdem kämen die Kinder und Jugendlichen mit der Natur in Kontakt und würden viel erleben. Zudem bildet die Pfadfinderei mit wöchentlichen Gruppenstunden und vorgeplanten Ferienprogrammen wie Lagern einen beständigen Fixpunkt im Leben der Mitglieder.
Seit der Gründung haben sich laut der beiden Pfadfinderinnen die Grundwerte der Pfadfinderei, beispielsweise das Versprechen, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat, nicht verändert. Außerdem sei das Gemeinschaftsgefühl das, was die Pfadfinder ausmache. Zudem sei die Pfadfinderei, die schon immer tolerant und offen war, noch diverser geworden, merkt Anna Krubasik an. Der Leitsatz „Jugend leitet Jugend“ sei zudem ein Prinzip, das noch lange überdauern werde.
Jahrmarktatmosphäre am Besuchertag
Dank der zu Grunde liegenden Philosophie respektieren die Kinder ihre Gruppenleiter nicht nur, sondern sehen sie auch als Freunde an. Diese Beziehung ermögliche das Konzept „Learning by Doing“, das darauf setzt, dass die Kinder Fehler machen, um daraus zu lernen. So lernen die Pfadfinder unter anderem Verantwortung, beispielsweise für die Natur, zu übernehmen. „Leute, die bei den Pfadfindern sind, sind viel selbstständiger“, findet Anna Krubasik.
Das 70. Jubiläum des Stammes wurde nicht nur mit einem Besuchertag, sondern auch mit einem Jubiläumslager vom 1. bis 4. Juni gefeiert. Da der Wurstmarkt ein fester Bestandteil Bad Dürkheims ist, wurde dieser zum Fest-Motto ausgerufen. Für den Besuchertag während des Lagers wurden Essensbuden, ein Getränke- sowie ein Fanartikelstand aufgebaut. Attraktionen wie Dosenwerfen, „Hau die Nuss“, Wasserpistolenschießen, „Der heiße Draht“ und eine Tombola machten das Jahrmarktfeeling perfekt. Mr. Jones und The Puzzle sorgten für musikalische Unterhaltung.
In diesem Jahr haben die Salier noch weitere Aktionen geplant, die sie unter anderem auch ins Ausland führen. So findet ein Lager in Luxemburg statt und die älteren Pfadfinder werden zum Jamboree, dem weltgrößten Pfadfindertreffen, nach Südkorea reisen. Das alljährliche Stockbrotgrillen auf dem Dürkheimer Weihnachtsmarkt steht ebenfalls im Terminkalender. Weitere Infos gibt es im Internet: www.salier.org.