Hallenhockey
Muss der DHC trotz Corona-Fall nach Würzburg?
Am Freitag erreichte Herrencoach Andreas Schanninger die Nachricht vom positiven Schnelltest eines Spielers, der am Dienstag noch beim Trainingsspiel auf dem Platz stand. Auf die Schnelle war es schwierig, eine PCR-Test-Möglichkeit zu finden, um das Ergebnis zu verifizieren. Solange das nicht geschehen ist, tritt das Gesundheitsamt nicht in Aktion. Eine Aussage vom Gesundheitsamt wäre nötig, um das Spiel gegen Würzburg ohne Punktverlust verschieben zu können.
„Das ist komplett widersinnig“
Wäre der Test positiv, müssten wohl fünf weitere Spieler in Absonderung. Ab drei Coronafällen oder Absonderungen in einer Mannschaft, kann ein Spiel verlegt werden. Da spielt aber noch etwas eine Rolle: Die Anzahl der aktiven Pässe im Verein. Der DHC hat drei Herrenteams. Es gäbe also vermeintlich genug Spieler für die Partie. Dass das auch Reserveleute der „Dritten“ sind, die mit Hockey auf Regionalliga-Niveau wenig zu tun haben wollen oder können, ist egal. Dann müsste gespielt werden. „Das ist eine reine Verbandsentscheidung“, erklärt DHC-Präsident Detlef Nehrdich. „Wenn fünf erfahrene Spieler in Absonderung müssen, macht das sportlich für uns keinen Sinn“, fügt er an und kritisiert: „Das ist komplett widersinnig. In der Bundesliga werden Spiele bei drei Fällen abgesagt. Der Süddeutsche Hockeyverband hat das Hygienekonzept der Hockeyliga übernommen, aber an dem Punkt eine eigene Meinung.“
Heißt: Stand Freitagabend muss der DHC wohl stark geschwächt spielen, wenn am Samstag das zu erwartende positive Testergebnis kommt. Und das in einer engen Liga, in der es kein gesichertes Mittelfeld geben wird mit nur sechs Teams. „Da gibt es nur oben oder unten, jedes Spiel, jedes Tor ist superwichtig“, betont Coach Schanninger. Verletzt fehlen Torben Förster und Kapitän Richard Neu. Dafür haben sich die Nachwuchskräfte Ben Fickeisen und Nico Mayerhöfer in der Mannschaft etabliert. Schanninger kann auch nicht nachvollziehen, „warum wir und Würzburg als Einzige spielen und danach zwei Wochen Pause haben“. Ihm wäre eine längere Vorbereitung und ein Spielbetrieb ohne Unterbrechung lieber gewesen. Denn: „Man merkt, dass die ausgefallene Hallensaison fehlt. Mechanismen müssen wieder hart erarbeitet werden. Es gibt viel zu tun und noch viel Sand im Getriebe.“
Trainingsspiele unter der Woche
Dieses „viel zu tun“ hat Co-Trainer Christian Mayerhöfer zuletzt übernommen, weil Schanninger selbst – ganz unabhängig von dem Coronafall im Team – aus familiären Gründen in Covid-19-Absonderung ist. „Wir sind in enger Abstimmung“, versichert Schanninger. Mayerhöfer steht auch in Würzburg an der Seitenlinie.
Der „Co“ und Sportvorstand berichtet von Trainingsspielen am Dienstag gegen Feudenheim („Wir haben uns gegen einen starken Gegner ordentlich geschlagen“) und am Donnerstag gegen Worms („Da haben wir uns gegen einen tief stehenden Gegner schwer getan“). Teils standen Jüngere auf dem Platz, „die auf ungewohnten Positionen spielen mussten, da muss man Fehler auch entschuldigen“, betont er. Die Talente lernen, spielen teils die erste Hallensaison nach der Jugend, „das ist ein heftiger Schritt“.
Für Sonntag müsse man abwarten, wer auflaufen dürfe. Wenn es ohne die Erfahrenen gehen müsse, „machen wir das Beste draus. Dann machen die Jüngeren halt früher ihre Erfahrungen“, meint Mayerhöfer.