Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mackenbacher: „Eigentlich hätten wir unser 40-Jähriges feiern wollen“

Thomas Altmeyer von den „Mackenbachern“ stattet dem Stand 32 vom Musikverein Leistadt einen Besuch ab.
Thomas Altmeyer von den »Mackenbachern« stattet dem Stand 32 vom Musikverein Leistadt einen Besuch ab.

Der erste Wurstmarkt ohne die Mackenbacher ist vorüber. Aufgrund der gestiegenen Gema-Gebühren wurde 2023 seitens der Stadt auf die Musikanten verzichtet. Thomas Altmeyer, Leiter der Mackenbacher, schildert seine Hoffnung, nächstes Jahr wieder mit der Gruppe auftreten zu dürfen.

Seit Anfang der 1980er-Jahre sind die fidelen Musikanten aus dem Saarland auf dem Wurstmarkt unterwegs. „Eigentlich hätten wir heuer unser 40-Jähriges feiern wollen, aber daraus ist leider nichts geworden“, berichtet Thomas Altmeyer, der seit acht Jahren bei den Mackenbachern der musikalische Leiter ist, nachdem er den Job von Vater Manfred Altmeyer, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Gruppe zurückgezogen hat, übernommen hat. „Der Vater ist natürlich genauso traurig, zumal auch er sich auf unser Jubiläum gefreut hat“, sagt Altmeyer junior, der im Frühsommer von der Stadt mitgeteilt bekommen hat, dass die Mackenbacher aufgrund der hohen Gema-Kosten auf den Brühlwiesen nicht mit von der Partie sein werden.

„Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Stadt mit uns das Jubiläum besprechen will, und nicht mit einer Absage“, berichtet Altmeyer, der immer noch nicht verstehen kann, dass die Stadt die Gema-Kosten nicht übernommen hat, aber auch sauer auf die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte ist. „Die sollen eigentlich für uns da sein und machen genau das Gegenteil, zumal wir die Titel nie komplett spielen, sondern immer nur Teile und Auszüge“. Damit würde die Gema die Feste in der Region irgendwie kaputt machen.

Mackenbacher-Leiter privat auf dem Wurstmarkt

Dass Altmeyer dem Wurstmarkt dennoch einen Besuch abgestattet hat und sich für ein paar Tage bei der Familie in Leistadt eingemietet hat, die schon seit 30 Jahren die Mackenbacher beherbergt, spricht für den Musiker. Sein Ärger über die Absage ist zwar schon fast verflogen, aber dass die Stadt auf Plakaten und auf Zäunen mit seinem Konterfei für den Wurstmarkt werbe, gefalle ihm ganz und gar nicht. „Wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist, kann man das nicht vermeiden, aber die Stadt hätte mich eigentlich im Vorfeld fragen und unterrichten können“, beklagt sich der Musiker. Trotzdem hofft er und wäre auch bereit, in Zukunft mit seinen Musikanten wieder auf dem Wurstmarkt aufzutreten, denn die Leute, die auch oft spezielle Musikwünsche hätten, würden sich immer sehr auf die Mackenbacher freuen. Bislang habe er aber noch keine entsprechenden Signale von den Wurstmarkt-Verantwortlichen erhalten.

Bei seinen diesjährigen Runden durch die Schubkarchstände wurde er, obwohl er sein Körpergewicht „halbiert“ hat, von vielen Menschen erkannt und angesprochen. „Die Leute vermissen uns und sagen, dass der Wurstmarkt ohne die Mackenbacher kein echter Wurstmarkt sei“, betont Altmeyer nicht ohne Stolz. „Wir fehlen den Leuten und werden immer in einem Atemzug mit dem ,Jupiter’ genannt“, sagt der Mackenbacher-Chef, dem es anfänglich doch etwas schwer viel, ohne die Kollegen, die in verschiedenen Ensembles beschäftigt sind und nur zum Wurstmarkt als Mackenbacher zusammenkommen, am Stand 32 des Musikvereins Leistadt zu sitzen. Die eine oder andere Schorle habe dann aber dazu beigetragen, das Leid erträglich zu gestalten. Trotzdem würde er mit seinen Jungs viel lieber eines seiner Lieblingslieder mit dem Titel „im Himmel is ken Worschtmarkt mehr“ von Kurt Dehn intonieren. Auf Erden gebe es zwar den Wurstmarkt, aber leider ohne die Mackenbacher. Dass solle sich, wenn es nach Altmeyer ginge, im nächsten Jahr ändern.

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