Hockey
Dürkheimer Hockeydamen am letzten Spieltag überflügelt
Tränen gab es bei den DHC-Damen nach der verpassten Meisterschaft. Mit dem 3:3 am Samstag gegen die TG Worms und der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bad Kreuznach mussten die Dürkheimerinnen den TSV Schott Mainz am letzten Spieltag der Oberliga vorbeiziehen lassen.
Ein Punkt aus den letzten beiden Spielen reichte nicht, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Denn die Mainzerinnen machten ihre Hausaufgaben, besiegten die TG Worms mit 4:0 und eroberten so am letzten Spieltag die Tabellenspitze. Den Dürkheimerinnen ging am Ende, auch aufgrund zu vieler personeller Ausfälle, die Luft aus. „Heute bin ich einfach nur leer und enttäuscht“, meinte Uwe Krauß. Der VfL Bad Kreuznach habe ein gutes Spiel gemacht, zollte er dem Gegner Respekt für die Leistung und den Einsatzwillen. Am Ende sei es bei ihnen immer wieder dasselbe – Stocktechnik, die Ballannahme und Passspiel seien einfach nicht gut genug. Das habe sich schon über die gesamte Saison hingezogen.
Arge Personalnöte
Ein zweiter Faktor in dieser Saison war das Verletzungspech: Paulena Krauß war schon angeschlagen in das Wochenende gegangen, hatte sich aber trotz Schmerzen im Sprunggelenk durchgebissen. Alina Klein hingegen knickte am Samstag so böse um, dass sie am Sonntag nicht spielen konnte. Dazu fehlte Lydia Bechtoldt-Haase am Wochenende kurzfristig. Alena Baumgarten versuchte zwar in den letzten Minuten am Sonntag das Spiel noch einmal herumzureißen, sie hatte in den letzten Spielen nicht mitwirken können. Immerhin war mit Kathalena Rall kurzfristig Verstärkung gekommen, die knapp 19-jährige war erst in dieser Woche von einer mehrere Monate langen Auslandsreise zurückgekommen.
Es war schon vorher nicht gut gelaufen, meinte Krauß und meinte damit gleich drei teils glückliche Unentschieden in der Rückrunde. So war es auch am Samstag gegen die TG Worms. Da konnte Jana Reither mit einem „Jahrhunderttor“, wie Krauß es nannte, am Ende gerade noch das 3:3 retten. „Das erste Viertel haben wir verschlafen“, ärgerte sich der Trainer, dass motivierte Wormserinnen durch Johanna Dörr und Johanna Behr schnell mit zwei Toren vorne lagen. Glück, dass die TG im zweiten Viertel einen Siebenmeter nicht verwandeln konnte. Für Dürkheim lief es dann besser. „Das Viertel war so wie wir uns das vorgestellt haben“, lobte Krauß. Julia Eitel gelang fünf Minuten vor der Pause der Anschuss, aber es dauerte bis zum letzten Viertel, ehe Kathalena Rall per Ecke den 2:2-Ausgleich erzielen konnte.
Nach 3:3 unter Druck
„Taktisch haben sie unsere Vorgaben in der zweiten Hälfte nicht so umgesetzt, wie wir es wollten“, sagte Krauß, der dieses Mal wieder von Dirk Baumgarten an der Seitenlinie unterstützt wurde. Es gab Lücken, dann habe Worms lange Bälle spielen können, wodurch das 2:3 gefallen sei, kommentierte er das Tor von Lena Dörr vier Minuten vor Schluss. Immerhin konnte Paulena Krauß kurz danach den Ball in den Wormser Kreis bringen, Jana Reither zog direkt vom Kreisrand ab und erzielte den sehr sehenswerten Treffer zum 3:3-Endstand. Schon danach wirkten die Dürkheimerinnen zerknirscht, wollten sie doch eigentlich nicht mit Druck in die letzte Partie gehen.
Und tatsächlich erwies sich der VfL Bad Kreuznach von Anfang an als unangenehmer Gegner. Sie brauchten unbedingt Punkte, um sicher in der Liga zu bleiben. Denn sollte der Oberligameister in der Relegation den Aufstieg verpassen, müssen zwei Mannschaften absteigen. Und die TG Worms, den TV Alzey und den VfL trennten schon vor dem letzten Spieltag nur jeweils ein Punkt. So dauerte es auch nur bis zur sechsten Minute als Eleni Frohn die Gäste in Führung bringen konnte.
Spätes Gegentor entscheidet
Die Kreuznacherinnen waren bissiger und hatten mehr vom Spiel. Zwar verteidigten die Dürkheimerinnen insgesamt gut und der VfL konnte aus zahlreichen Ecken keine Vorteile ziehen, aber die DHC-Damen generierten sehr wenig eigene Chancen. Kathalena Rall hatte eine gute Möglichkeit zu Beginn des zweiten Viertels, verpasste aber knapp. Der 1:1-Ausgleich durch Leni Koch fiel ein bisschen glücklich kurz vor der Pause. Die zweite Hälfte, vor allem das letzte Viertel wurde hektisch. Beide Mannschaften wollten den Sieg, aber weiterhin waren die Gäste spielbestimmend. Es war vor allem der DHC-Keeperin Leonie Lawonn zu verdanken, dass es weiterhin unentschieden stand. Der Punkt hätte den DHC-Damen gereicht, aber mit zunehmender Spieldauer ließen die Kräfte deutlich nach. So gelang Lilly Warkus zwei Minuten vor dem Ende der Siegtreffer für Kreuznach, der für die Gäste den dritten Rang bedeuten sollte und die Dürkheimerinnen von der Tabellenspitze stieß.
„Jetzt sind wir erstmal geknickt“, sagte der Trainer nach der verpassten Chance auf die Relegation. „Wir sollten nicht zu traurig sein“, kommentierte Alena Baumgarten. „Denn wir sind nicht abgestiegen, sondern nur nicht aufgestiegen.“ Vielleicht sei die Oberliga angesichts der vielen jungen Spielerinnen, die ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben, die richtige Liga. Dennoch tue es ihr sehr leid für die Spielerinnen, die doch so gerne und so gut in der Regionalliga spielen würden. „Ich wäre froh gewesen helfen zu können“, bedauerte Kathalena Rall, dass der kurzfristige Einsatz im Team ihrer jüngeren Schwester und bei ihrem Ausbildungsverein nicht erfolgreicher war.