Bad Dürkheim
Hockey: Dürkheimer Herren sind dem Titel ganz nahe
Ein einziger Punkt fehlt den Herren des Dürkheimer HC noch zur Meisterschaft in der Zweiten Regionalliga Süd und zum Aufstieg. Am Samstag holte das Team von Coach Andreas Schanninger ein unnötig knappes 3:2 gegen die TGS Vorwärts Frankfurt.
Weil der 1. Hanauer THC in Rüsselsheim gewann, fällt die endgültige Entscheidung am Sonntag, 9. Februar, ab 12 Uhr. „Nach vorne hat's gefehlt“, fasste DHC-Kapitän Richard Neu nach der Partie äußerst treffend zusammen. Der DHC vergab gegen unangenehm zu spielende Frankfurter zu viele Chancen. Die ersten beiden gleich in der ersten Minute, als die Hessen in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren und Marius Behret nach zwölf Sekunden zum ersten Mal abzog, nahezu identisch die Situation 30 Sekunden später, nur dass diesmal Lasse Nehrdich den Kasten verfehlte. Es war ein hektischer Auftakt, bei dem Frankfurt fast sechs Minuten brauchte, um überhaupt mal vors Tor von Alexander Riedle zu kommen.
DHC lässt Chancen ungenutzt
Dürkheim tat sich auch im Nutzen der Strafecken schwer. Zwischen der 15. und 10. Minute blieben gleich vier davon ohne Erfolg. Erst die fünfte, durch ein rüdes Foul an Dominik Mehrain verursacht, führte zum 1:0 (25.). Lasse Sturm passte auf Jens Paul, der die Kugel kompromisslos in die linke obere Ecke donnerte. TGS-Keeper Dirk Paulen hatte keine Chance. Drei Minuten später flog Lasse Nehrdich knapp an einer scharfen Hereingabe von Neu vorbei, es ging mit der knappen Führung in die Pause. Auch, weil Frankfurt in der letzten Minute vor der Halbzeit gleich zwei Strafecken – eine davon stark pariert von Riedle – vergab.
Frankfurt kontert eiskalt
Ein Konter brachte Frankfurt den Ausgleich, Christoph Skutschik traf für die Gäste (35.). Aber schon vier Minuten später ging Dürkheim wieder in Führung. Die schnellen Nachwuchsspieler Dominik Mehrain und Torben Förster waren flinker als die Frankfurter Abwehr, Mehrain passte auf Förster, der dribbelte sich in Schussposition und es stand 2:1 (39.). Es brauchte eine Ecke, um Frankfurt erneut ausgleichen zu lassen, erneut war es Skutschik, der Riedle überwand (43.).
„Der Wille war da, zu rennen bis zum Sauerstoffzelt“, sagt Coach Schanninger, der gegen Ende eine „relativ konfuse“ Partie gesehen hat. Die Mannschaft habe defensiv gut gestanden, agierte offensiv aber zu eindimensional. „Wir hatten oft nur einen in Schussposition im Kreis, das ist zu leicht auszurechnen“, sieht er Verbesserungspotential. Aber: „Wir waren nicht nervös, sind fokussiert geblieben, wir haben nur nicht getroffen.“
Siebenmeter führt zur erneuten Dürkheimer Führung
Wenig erstaunlich, dass erst ein Siebenmeter für Dürkheims erneute Führung sorgte. Ein Frankfurter hatte ein sicheres Tor von Behret mit dem Körper verhindert. Nehrdich knallte den dafür fälligen Strafstoß ins Netz (48.). Der DHC-Stürmer hätte mit einem weiteren Siebenmeter die Nerven der Fans beruhigen können, vergab jedoch (56.). Es blieb beim 3:2, auch wenn die Frankfurter den Torwart aus dem Spiel nahmen, um für Überzahl zu sorgen.
Im zweiten Durchgang zu viel zugelassen
„Wir haben in Hälfte zwei zu viel zugelassen, machen uns das Leben selbst schwer“, kommentiert Neu den weiteren Spielverlauf. Auch der vor zwei Wochen aus Shanghai zurückgekehrte Jonathan Schmidt sagt: „Drei Tore sind in der Halle eigentlich zu wenig.“ Dafür lobt Schmidt die Defensive und weiß auch: „Vor ein, zwei Jahren hätten wir so ein Spiel verloren. Kompliment an die Jungs, gerade auch die Jüngeren übernehmen immer mehr Verantwortung, man erkennt eine Entwicklung in der Mannschaft.“ Schmidt, gerade auch noch mit den letzten Prüfungen an der Uni beschäftigt, ist noch rechtzeitig zurückgekommen – und das nicht nur fürs Saisonfinale. „Eine Woche später, wäre es mit Rückflügen wegen des Corona-Virus schwieriger geworden.“ Aber nach einem halben Jahr in Asien ist er „superfroh, wieder hier zu sein“, Hockey gab's in Shanghai eher wenig. Nun will Schmidt unbedingt kommende Woche den Aufstieg feiern. „Wir werden beißen, der Fokus liegt jetzt voll auf dem letzten Spiel.“ Da sind sich Neu und Schmidt einig. „Nächste Woche holen wir den Aufstieg, egal wie, wird werden das Ding jetzt durchbringen“, sagt Neu überzeugt. „Da geht nix anderes als der Sieg“, betont auch Schmidt.
So spielten sie
Dürkheimer HC: Alexander Riedle, Jonas Pacyna – Dominik Mehrain, Richard Neu, Sebastian Dörr, Lasse Nehrdich, Leon Franken, Torben Förster, Marius Behret, Jonathan Schmitt, Jens Paul, Lasse Sturm.