Ramstein
US-Regierung legt Tankflugzeug-Stationierung in Ramstein auf Eis
Das US-Militär wollte für 90 Millionen Euro den Luftwaffenstützpunkt in der Westpfalz ausbauen, um so Platz für 15 Tankflugzeuge vom Typ KC 135 zu schaffen. Die Arbeiten sollten sich im Wesentlichen an der östlichen Grenze der Airbase abspielen. Die dort befindliche Ramp 1 wurde 2003 als Flugzeugabstellfläche ausgebaut. Dort sollten zusätzliche Stellplätze für die Flieger angelegt werden.
Kosten für Steuerzahler unklar
Außerdem war die Rede davon, eine Unterflurbetankungsanlage zu installieren. Insgesamt sollten knapp sechs Hektar neu überbaut oder versiegelt werden. Die deutsche Seite ist an den Planungen beteiligt und ging bis zuletzt von einem Anteil an den Kosten von 20 Millionen Euro aus. Eine Sprecherin des ABB konnte gestern auf Anfrage nicht sagen, welche Kosten für das nun auf Eis gelegte Projekt dem Steuerzahler bislang entstanden sind. Das müsse ausgerechnet und zwischen Deutschland und den USA verhandelt werden. Wie lange das dauern werde, könne sie nicht abschätzen.
Mit den 15 Flugzeugen sollten auch 750 Militärangehörige von Großbritannien in die Westpfalz verlegt werden. Der US-Verteidigungsminister hat das Projekt nun bis auf Weiteres gestoppt. Eine Expertenkommission soll „eine Neubewertung unter Betrachtung der aktuellen Situation in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ erarbeiten, bevor eine Empfehlung zur Fortführung oder für den endgültigen Stopp des Verlegungsprogramms erfolge.
Ursprünglich sollte schon 2019 gebaut werden
Der Baubeginn für das millionenschwere Großprojekt war ursprünglich für 2019 anvisiert worden. Zunächst hieß es seitens der USA, die Flugzeuge kämen nicht vor 2021, im Herbst 2017 lautete die offizielle Sprachregelung dann „nicht vor 2024“. Im Februar teilte die US-Luftwaffe mit, dass die Flugzeuge „nicht vor 2027“ in Ramstein erwartet werden. Als Grund für die Verzögerung hieß es vor wenigen Wochen seitens des ABB, dass erste Planungsergebnisse höhere Kosten ergaben, als zunächst von der US-Seite angenommen.
Auch der US-Luftwaffenstützpunkt in Spangdahlem ist von der aktuellen Entscheidung der USA betroffen. Auch dort sollten Einheiten aus Mildenhall stationiert werden. Die dafür notwendigen Arbeiten wurden nun ebenfalls gestoppt.