LEO-Kino-Tipp Drama: „Alcarràs – die letzte Ernte“

Sieht ihr Geschäft zerbrechen: die Familie Solé.
Sieht ihr Geschäft zerbrechen: die Familie Solé.

Regisseurin Carla Simón kennt das Leben einer landwirtschaftlichen Großfamilie zum Teil selbst: Ihr Großvater war ebenfalls Pfirsichbauer. Als er starb, habe sie das Bedürfnis gehabt, von diesen Menschen und ihrem Leben zu erzählen, erklärt sie.

In Zeiten, in denen die traditionelle Landwirtschaft oft nicht mehr genug zum Leben einbringe, sei der Film „auch eine Hommage an diese letzten Familien, die noch durchhalten auf ihrem Land. Sie sind es, die am respektvollsten mit dem Boden umgehen, nicht zuletzt, weil sie das Land ihren Kindern und Enkeln vermachen wollen“, sagt Regisseurin Carla Simón.

Pfirsichernte im Hinterland Kataloniens

Die Sonne scheint, die Pfirsichbäume sind voller reifer Früchte, die Arbeit wartet: In Alcarràs, im Hinterland Kataloniens, betreibt die Großfamilie Solé eine Pfirsichplantage, seit vielen Jahrzehnten schon. Ob alt oder jung, im Sommer packen hier alle bei der Ernte mit an.

Doch nun steht das Familiengeschäft vor dem Aus, denn auf dem Areal soll eine Solaranlage gebaut werden. Für die Solés steht damit die letzte Pfirsichernte an – gleichzeitig müssen sie sich mit ihrer Zukunft befassen. Während der Großvater die Plantage noch zu retten versucht, verschließt sich der Vater vor der Wahrheit. Die jüngeren Familienmitglieder wenden sich indes der Gegenwart zu.

Laiendarsteller aus der Gegend

Die Darsteller im Film sind allesamt Laienschauspieler, die selbst aus der Gegend kommen und die Arbeit auf der Plantage kennen. „Man sieht, ob ein Bauer auf der Leinwand ein Bauer ist, man sieht es an der Haut, an den Händen, daran, wie er auf einen Traktor steigt oder einen Pfirsich anfasst“, begründet Simón diese Entscheidung.

Ruhig, teils zärtlich betrachtet der Film die vielen Konflikte in der Familie, zugleich beleuchtet er subtil auch die politische Bedeutung der Ereignisse. Das überzeugte die Jury der diesjährigen Berlinale: Dort wurde „Alcarràs“ als bester Film ausgezeichnet.

„Alcarràs – Die letzte Ernte“, Spanien/Italien 2022, 120 Min, von Carla Simón, mit Josep Abad, Jordi Pujol Dolcet, Anna Otin

Kein Titel (3000 x 2000 px)

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