Kultur Kommentar: Die kommen wieder!

Der Schritt der USA und Israels, die Unesco zu verlassen, ist bedauerlich, aber der Kulturorganisation hätte Schlimmeres passieren können.
Es war wahrscheinlich ohnehin nur ein schöner Traum: Wenigstens die Kultur könnte so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner der Weltengemeinschaft sein. Etwas, das sich gleichsam aus den Niederungen des politischen Tagesgeschäftes heraushebt. Aber schon die Art und Weise, wie beispielsweise die Welterbetitel zum Teil regelrecht verschachert werden, macht deutlich, dass es sich bei der Unesco eben auch nur um einen Teil der UN-Bürokratie handelt. Man kann sich also durchaus vorstellen, dass es in der Organisation Reformbedarf gibt und dass die US-Kritik auch ihre Berechtigung hat. Um das zu ändern, hätten die USA jedoch in der Unesco bleiben müssen. Donald Trump wollte es anders, wollte den großen Auftritt, den heftigen Knall. Trump-Style eben. Schlimmer noch als der Austritt der USA wäre es ohnehin gewesen, wenn die Unesco sich in ihren Entscheidungen für Welterbestätten in Palästina dem Druck aus Washington und aus Israel gebeugt hätte. Und die USA sind ja auch nicht zum ersten Mal ausgetreten – und dann doch wiedergekommen.