Musikpreise RHEINPFALZ Plus Artikel Grammys: Rekorde für Taylor Swift und Beyoncé

Stolze Gewinnerinnen: Beyoncé (links) und Megan Thee Stallion mit ihrem Grammy für den besten Rap-Song.
Stolze Gewinnerinnen: Beyoncé (links) und Megan Thee Stallion mit ihrem Grammy für den besten Rap-Song.

Ein Rekord, kein deutscher Sieger und Ärger im Vorfeld: Am Sonntagabend wurden zum 63. Mal die Grammys verliehen, die wichtigsten US-Musikpreise. Beyoncé gewann ihre 28. Trophäe. Pianist Igor Levit ging wie die drei anderen deutschen Nominierte dagegen leer aus. Und der Kanadier The Weeknd kündigte einen Boykott an.

Fünf Bühnen, keine Zuschauer, dafür einige Nominierte – mit Maske zur edlen Garderobe – platziert an Tischen mit großem Abstand, Videoschaltungen und teils vorab Aufgezeichnetes: Die 63. Grammy-Verleihung fiel wegen der Corona-Pandemie weniger spektakulär als sonst aus. Ein Teil der Preise in den 80 Kategorien – von Klassik über Jazz bis Pop und Rap – ist zudem bereits vorab verkündet worden. Taylor Swift aber war live dabei – und gewann erwartungsgemäß den Grammy für das Album des Jahres mit ihrem vielgeschätzten Pandemie-Werk „Folklore“. Damit ist sie die einzige Frau, die diese Königskategorie drei Mal gewinnen konnte.

Beyoncé gewinnt ihren 28. Grammy

Die Show stahl ihr aber Beyoncé: Die jetzt 39-Jährige gewann vier Auszeichnungen, damit besitzt sie nun 28 Grammys – das ist Rekord: Keine andere Musikerin hat bislang mehr der Preise in Form eines vergoldeten Grammophons gewonnen. Beyoncé schwärmte von einer „magischen Nacht“. Einer der neuen Grammys, für den besten Rap-Song, ging an sie für ihren Gastbeitrag zu „Savage“ von Megan Thee Stallion. Die Texanerin (bürgerlich: Megan Pete) war zuvor auch als beste Newcomerin geehrt worden und konnte bei der Preisübergabe gemeinsam mit ihrem Idol und Vorbild Beyoncé auf der Bühne stehend ihr Glück kaum fassen: „Was würde Beyoncé tun?“, sei stets der Rat ihrer Mutter – selbst Rapperin –gewesen, erzählte die 26-Jährige. „Schon als ich klein war, wollte ich wie Beyoncé sein.“ Aber auch die schwierigen Zeiten sprach sie an: „Musik hat uns geholfen, durch die Pandemie zu kommen.“

Eine noch deutlich jüngere Newcomerin war in einer Nebenkategorie geehrt worden: Beyoncés Tochter Blue Ivy Carter. Die Neunjährige gewann mit dem Video zu „Brown Skin Girl“ – zusammen mit ihrer Mutter: Beyoncé zog damit mit Quincy Jones gleich, der ebenfalls 28 Grammys besitzt, und übertrumpfte die hierzulande ungleich unbekanntere Alison Krauss: Die 49-Jährige Bluegrass-Sängerin besitzt bisher 27 Grammys. Den Gesamtrekord mit 31 Grammys aber hält der 1997 verstorbene Dirigent Georg Solti.

Kein Preis für den Pianisten Igor Levit

Die Klassik ist traditionell auch das Terrain der deutschen Nominierten. Hier hatte sich dieses Jahr insbesondere Pianist Igor Levit Hoffnungen gemacht, der mit seinen Beethoven-Sonaten nominiert war und im Vorprogramm der Gala auftreten durfte. Einen Preis gewann er jedoch ebenso wenig wie Violinist Augustin Hadelich und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Frankfurt Radio Big Band sowie Orchester und Chor der Deutschen Oper Berlin.

An der Auswahl der Nominierungen gab es zuvor einige Kritik. So hatte The Weeknd (bürgerlich: Abel Makkonen Tesfaye), dessen Song „Blinding Lights“ trotz Hitparadenerfolgen weltweit und 1,6 Milliarden Stream-Abrufen nicht nominiert war, die Grammys „korrupt“ genannt. Der 31-Jährige kündigte an, seine Musik künftig nicht mehr einzureichen. Auch Zayn Malik (früher bei One Direction) hatte mangelnde Transparenz beklagt: „Wenn man nicht Hände schüttelt und Geschenke schickt, wird man bei den Nominierungen nicht bedacht.“ Die Grammys werden von der Recording Academy vergeben, die rund 13.000 Mitglieder hat.

Antirassismus-Stück ist „bester Song“

Diskutiert wurde auch, ob die Grammys der Diversität der Musikszene gerecht würden. Dieses Jahr wurden allerdings einige Zeichen gesetzt: Es gab zahlreiche schwarze Preisträger – und den zweiten Hauptpreis für einen Antirassismus-Song: Die R&B-Sängerin H.E.R. ist für „I Can’t Breathe“ mit dem Grammy für den besten Song geehrt worden. Das Stück greift die letzten Worte des durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaners George Floyd auf, „ich kann nicht atmen“.

Zum dritten Mal für das „Album des Jahres“ geehrt: Taylor Swift. Das hat sonst keine Frau geschafft. Ebenfalls drei Grammys für
Zum dritten Mal für das »Album des Jahres« geehrt: Taylor Swift. Das hat sonst keine Frau geschafft. Ebenfalls drei Grammys für das beste Album besitzen nur Stevie Wonder, Paul Simon und Frank Sinatra.
Kein Grammy-Fan mehr: der nicht nominierte Kanadier The Weeknd.
Kein Grammy-Fan mehr: der nicht nominierte Kanadier The Weeknd.
x