Architektur Einer der ganz Großen: Baumeister Richard Rogers gestorben
Das 1977 fertig gebaute Pariser Museum ist eine Maschine. Es kehrt sein Innerstes, die Versorgungssysteme, nach außen. Das schafft Platz. Wie alle markanten Bauwerke des Baumeisters vereint es Modernität und das Funktionale. Dazu gehören etwa der Millennium Dome in London, das Leadenhall Building im dortigen Finanzbezirk, Spitznamen „Cheesegrater“ (Käsereibe). Auf dem Berliner Potsdamer Platz hinterlässt der zum Sir Erhobene und mit allen bedeutenden Architekturpreisen Geehrte die lichtdurchfluteten „Roger Twins“, einen Gebäudekomplex aus drei Bauten. Das Three World Trade Center in Manhattan schließlich beendete er kurz bevor er 85 wurde. Auch dies ein typischer Rogers, ein Wolkenkratzer, den ein Verstrebungssystem aus Glas und Edelstahl zusammenhält. Rogers wurde in Florenz geboren. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zog seine großbürgerliche Familie nach London. Er studierte erst in London, dann mit Norman Foster in Yale. Die beiden gründeten 1963 mit Su Brumwell und Wendy Cheesman das sogenannte Team 4. Der Beginn der britischen High-Tech-Bewegung.