Glosse Hart am Leben Die Hitze, die Sonne, der Aperol – und ich

Sommergetränke: Aperol Spritz und ein kühles Bier.
Sommergetränke: Aperol Spritz und ein kühles Bier.

Ja, schlimm. Die Hitze. Das Schwitzen. Die schlierige Luft. Das heißt, wie toll: Der See. Das Softeis. Der Pommesduft im Schwimmbad. Die Sommerregen-dampfenden Straßen. Kurze Hosen. Was soll man sagen, das Stöhnen darüber, dass im Sommer Sommer ist, war auch schon mal schöner. Unschuldiger wie die Lust am Nichtfrieren, als jetzt, wo sehr gutes Wetter, sehr schlecht ist, im beinahe moralischen Sinn. Weil – was ja richtig ist – wir die Anzeige auf dem Tischtemperaturmesser als Vorbote einer sich abzeichnenden Klimakatastrophe lesen (müssen).

Früher der Sonne hinterher

Früher – wann war das eigentlich noch? – sind wir der Sonne hinterhergereist. Zukunft war besser. Wir schrieben Postkarten aus Korsika, Text: „Hier 30 Grad, ätsch! hahaha“ Jetzt zieht es uns schlechten Gewissens Richtung Island, wo im August weihnachtliche elf Grad Celsius herrschen. Aber es verursacht uns auch Seelensonnenbrandpein, im Ludwigswinkler Weiher schwimmen zu gehen. Anreise per Fahrrad, obwohl – siehe oben – klimaschädlichere Varianten des Sommerlebens vorstellbar bleiben.

Besser noch einen Drink

Denn es ist nun mal so, dass unsere strahlende Daseinslust unter blauem Himmel plötzlich in einem größeren Zusammenhang steht. Unter einem schlechten Stern sozusagen. Buddhisten würden es Karma nennen. Die Stimmung haben wir uns bei näherem Hinsehen leider leider selbst vermiest. Dem Planeten allerdings wird sie auch nicht weiterhelfen. Noch ein Aperol Spritz vielleicht?

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