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Der Fernsehkrimi-Check: Ein Abschied in Hamburg
Aus Deutschlands drei größten Städten kommen in den nächsten zwei Wochen drei große Fernsehkrimis: zwei „Tatort“-Folgen und das Finale der Reihe um die Drogenfahnder Diller und Kessel.
In München ermitteln seit nunmehr 30 Jahren die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). Der Krimi „Tatort: Dreams“ (morgen, 20.15 Uhr, Das Erste) führt sie und ihren jungen Kollegen Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) in den Gasteig und in ein „Institut für angewandte Oneironautik“: in den Konzertsaal und in ein Schlaflabor.
(Alp-)Traum oder Wirklichkeit?
Es sind die Lebenswelten der aufstrebenden Violinistin Marina Eeden (entdeckenswert: Jara Bihler), die einen Mord gesteht, aber ergänzt: „Ich weiß nicht, ob's wirklich passiert ist. Vielleicht war alles nur ein Traum.“ Offenbar kann sie, deren Talent nach dem Motto „Träume dich erfolgreich“ durch gezieltes Klarträumen befördert werden soll, Wach- und Traumerleben nicht mehr eindeutig unterscheiden. Am Tatort befinden die Kommissare zunächst: „Hier ist nix“. Und stoßen dann doch auf Blutspuren.
Der 87. Fall des würdig ergrauten Ermittlerduos ist ein Mystery-Krimi, der mit starken Thrillerelementen, Traumsequenzen oder auch Wachträumen zuverlässig Spannung erzeugt.
Im winterlichen Berlin
Ganz laut und ganz leise, in einem Club und unter Wasser, beginnt und endet der winterliche Berliner „Tatort: Die Kalten und die Toten“ (14. November, 20.15 Uhr, Das Erste). Kalt und tot ist bald eine junge Frau, die über eine Dating-App Kontakt zu einem gleichaltrigen Paar und zu einem sexuellen Abenteuer gefunden hat. Jule Böwe und Andreas Döhler verwischen als Eltern des dreisten Gastgebers alle verwertbaren Spuren, während Andreja Schneider und Rainer Reiners als Eltern des Opfers den Tod ihrer Tochter lange negieren.
Die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) sowie ihr neuer Assistent Malik Aslan (Tan Caglar) erhalten Einblick in zwei doch recht seltsame Familien, die für Verstörung sowie eine gewisse Rätselhaftigkeit sorgen und auf diese Weise den Krimi interessant und spannend machen.
Der letzte Fall
Leider nur viermal in acht Jahren waren die abgebrühten Hamburger Drogenfahnder Mario Diller (Nicholas Ofczarek) und Erich Kessel (Fritz Karl) aktiv. Am 12. November (20.15 Uhr, Arte) schließen sie ihre herausragende Krimi-Reihe mit „Alles auf Rot“ ab. Auf „Unter Feinden“ nach dem Roman von Georg M. Oswald folgte 2015 „Zum Sterben zu früh“ und drei Jahre später „Reich oder tot“. Mit einem Doppelmord gleich zu Beginn und einem am Ende des sehenswert rauen Krimis, ist es zum Sterben nun offensichtlich nicht mehr zu früh.
Ein komplexer und doch klarer Krimi von Spezialist Lars Becker, unter anderem mit Martin Brambach vom Dresdner „Tatort“-Team, Jessica Schwarz und Kida Khodr Ramadan prominent besetzt.