Fußball
Ex-FKP-Verteidiger Alexander Heinze ist plötzlich auch Nationalspieler
Neun Jahre spielte Alexander Heinze beim FK Pirmasens Fußball. Zunächst ab 2008 vier Jahre in der Jugend, darunter eine U17-Bundesligasaison, dann fünf Jahre in der ersten Mannschaft, mit der er im zweiten Oberligajahr Meister wurde und in die Regionalliga aufstieg. Der lange Innenverteidiger war eine feste Größe in der Elf von Trainer Peter Tretter.
2017, nach dem Abstieg des FKP aus der Regionalliga, wechselte der gebürtige Bochumer, der in Kusel bei der SG Blaubach-Diedelkopf mit dem Kicken begonnen hatte, zu Alemannia Aachen. Sechs Saisons, mit einem halben Jahr Unterbrechung, lief er für den Ex-Bundesligisten in der Regionalliga West auf, trug bei dem Traditionsverein sogar die Kapitänsbinde. Seit vergangenen Sommer ist er ohne Vertrag.
Zweimal operiert
„2022 musste ich zweimal an der Schulter operiert werden. Auch wollte ich den Beruf in den Vordergrund schieben“, erklärt der 30-Jährige seinen Ausstieg im besten Fußballeralter. Denn Alexander Heinze hat sich nie nur mit dem Kicken begnügt. In seiner Zeit beim FKP arbeitete er im Steuerbüro des damaligen Präsidenten Karsten Volberg, auch in Aachen, wo fast alle Teamkollegen Vollprofis waren, war er zunächst bei einem Steuerberater tätig. Inzwischen allerdings fungiert er als Leiter des Rechnungswesens bei Tilke Ingenieure & Architekten, dem nach eigenen Angaben weltweit führenden Designbüro für Rennstrecken. Ob Saudi-Arabien, Katar, Bahrain oder Las Vegas – „die Hälfte der Formel-1-Strecken wird von uns geplant“, erzählt Heinze. Da sei natürlich auch sein Aufgabenbereich, „die finanzielle Ebene, spannend“.
Länderspieldebüt in Polen
Fußball spielt Heinze aber immer noch. Beim Draft zur neuen „Baller League“, einer von den Weltmeistern Mats Hummels und Lukas Podolski initiierten Kleinfeld-Hallenliga mit einigen Spezialregeln, kam er zu Podolskis Team namens „Streets United“. Dieses erreichte nach elf Spieltagen in der Motorworld Köln (stets auf Joyn und Pro Sieben Maxx zu sehen) das Final Four im PSD Bank Dome in Düsseldorf. Dort gewann Heinzes Team vor 12.000 Zuschauern erst das Halbfinale gegen Eintracht Spandau mit 2:1, dann das Endspiel gegen Calcio Berlin mit 7:5. Und nicht nur das: Der Deutsche Kleinfeld-Fußball-Verband berief Heinze in seine Nationalmannschaft. Im April machte er in Polen sein erstes Länderspiel.
Alexander Heinze ist aber auch noch auf andere Weise dem Fußball verbunden. Die Heimspiele der gerade in die Dritte Liga aufgestiegenen Alemannia kommentiert der unweit vom Tivoli wohnende Pfälzer in der Regel live als Experte für Sporttotal und Magenta TV.
Das hätte er wohl auch kommenden Samstag getan, wenn er nicht dem Macher der „FKP-Allstars“, seinem ehemaligen Mitspieler Attila Baum, für einen Einsatz am Samstag im Framas-Stadion gegen die Karl-Heinz-Theobald-Elf zugesagt hätte.
Abschied alter Weggefährten
Es ist das Vorspiel zum letzten Oberliga-Saisonheimspiel des FK Pirmasens gegen den FC Karbach (14 Uhr), vor dessen Anpfiff unter anderem Heinzes Ex-Teamkollege David Becker und die langjährigen Teambetreuer Gerald Triem und Patrick Schär verabschiedet werden.
Heinze dürfte einer der fittesten Spieler auf dem Platz sein. „Einen Bauch sieht man bei mir nicht. Für zweimal 35 Minuten sollte es reichen“, erzählt der Schlaks lachend. Er will auch nicht ausschließen, nächste Saison wieder in den „normalen“ Vereinsfußball zurückzukehren. Er ist ja erst 30 ...
DIE FKP-ALLSTARS
Für das Spiel am Samstag, 11.30 Uhr, auf der Husterhöhe haben neben Alexander Heinze die Torhüter Reiner Schwartz und Ronny Fahr sowie Miguel Carvalho, Alexander Heinze, Jens Schaufler, Marco Steil, Attila Baum, Karsten Schug, Eberhard Faupel, Vladislav Dimitrov, Sebastian Schütz, Daniel Preuß, Florian Opitz, Marc Buchmann und Danny Bossert zugesagt.