1. FC Kaiserslautern
Es gibt die besonderen Stadien: Hier spielt FCK-Trainer Markus Anfang am liebsten
Für den 1. FC Kaiserslautern steht am Freitag eine Reise an, auf die sich diejenigen Fans, die eine Karte ergattert haben, besonders freuen. Die Roten Teufel gastieren beim FC Schalke 04, und der Auftritt bei den Knappen versprüht einen Hauch der großen Fußballwelt. Das hat nicht zuletzt mit der Arena zu tun, die bei jeder Partie der Schalker mehr als 60.000 Menschen anlockt. FC Schalke 04 gegen den FCK, an einem Freitagabend bei Flutlicht – das verspricht eine spezielle, eine prickelnde Atmosphäre.
Florian Junge und Markus Anfang beschäftigen sich professionell damit, die Lauterer bestmöglich auf die Zweitligapartie vorzubereiten. Co-Trainer Junge dürfte noch motivierter als sonst sein, den FCK perfekt auf die Aufgabe einzustellen, denn er hat ein besonderes Verhältnis zum Erzrivalen der Schalker. Florian Junge startete seine Trainerkarriere im Nachwuchs von Borussia Dortmund und – was ihn emotional noch stärker an den BVB band – hatte als Ballkind einschneidende Erlebnisse im Stadion der Borussia.
„Extrem laut, sehr impulsiv“
„Das war imposant, als ich vor der Südtribüne stand“, sagt Junge und schwelgt in Erinnerungen. Er musste sich darum kümmern, das Spielgerät schnell zu den Profis auf dem Platz zurückzuwerfen, wenn es hinter das Tor geflogen war. Kinder, die Fußball lieben, träumen davon, diese Aufgabe bei ihrem Lieblingsklub ausfüllen zu können. Junge lebte diesen Traum, als er in der Jugend der Borussia spielte. Er war beeindruckt von der Lautstärke, die auf der Stehtribüne im Dortmunder Stadion herrschte. „Da hat man auf kurzer Distanz Probleme gehabt, sich zu verstehen. Es war extrem laut und sehr impulsiv“, blickt der inzwischen 38-Jährige zurück. Er sog damals die Atmosphäre auf und stellte sich vor, wie es sein würde, wenn er auf dem Platz im Trikot des BVB im früheren Westfalenstadion stehen könnte.
Dieser Wunsch erfüllte sich nicht, aber die Bande zum BVB sind geblieben – und die Begeisterung für das Stadion mit der größten Stehplatztribüne in Deutschland. „Das war schon beeindruckend, wenn man sich mal umgedreht und hochgeguckt hat“, sagt Junge, für den ein Sieg am Freitag beim Dortmunder Rivalen aus Gelsenkirchen (18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) besonders süß schmecken würde.
Kölsche Lieder sind speziell
Markus Anfang steht dieses eine ganz spezielle Spiel noch bevor, denn der Cheftrainer der Roten Teufel ist in Köln geboren, fühlt sich als „kölsche Jung“ und hat eine Vergangenheit als Coach des 1. FC Köln. „Wenn du in Köln als Kölner ins Stadion gehst und die kölschen Lieder hörst, ist das speziell“, sagt Anfang und räumt ein, dass die Arena in seiner Heimstadt bei ihm besondere Emotionen auslöst. Am letzten Spieltag der Saison 2024/25 treten die Lauterer in Köln an, möglicherweise steht für beide Klubs dann viel auf dem Spiel. Anfang weiß das und ist Profi genug, um alles dafür zu tun, dass die stimmungsvollen Karnevalslieder nur vor dem Anpfiff angestimmt werden – nicht mehr während und nach der Partie. Das ist aber noch im wahrsten Wortsinn „Zukunftsmusik“.
Bei der Frage nach seinen Lieblingsstadien denkt Anfang aber nicht nur an Köln, sondern an eine Arena, zu der er ein besonderes Verhältnis hat. „Am besten ist es immer in den Stadien, in denen du meistens gewonnen hast, und das war bei mir in Tirol“, erzählt der FCK-Coach und lacht. Als Spieler wurde er mit dem FC Tirol Innsbruck drei Mal Meister in Österreich.
Aber auch der aktuelle Arbeitgeber löst bei Junge und Anfang Emotionen aus. Der Reiz des Fritz-Walter-Stadions hat beide FCK-Trainer erfasst. „Wenn du hier in Lautern ein Abendspiel hast und du fährst zum Betzenberg und der ist beleuchtet. Das hat halt was, das ist besonders“, sagt Anfang. Er kennt das Gefühl, als Profi vor den und für die FCK-Fans zu spielen. Nun erlebt er die Atmosphäre auf dem „Betze“ in seiner Funktion als Cheftrainer. Er genießt die Stimmung und hat in der laufenden Spielzeit dafür gesorgt, dass es regelmäßig laut wurde. In jedem Heimspiel dieser Saison schoss der FCK mindestens zwei Tore.
