1. FC Kaiserslautern
Die Rückkehr des Retters: FCK spielt 2:2 gegen Fürth
Lang ist’s her, dass der 1. FC Kaiserslautern mit zwei Siegen in eine Fußball-Saison gestartet ist. Bis ins Jahr 2013 muss man zurückblättern, um einen entsprechenden Eintrag in den Statistiken zu finden. Unter dem damaligen Cheftrainer Franco Foda, Wochen später ersetzt durch Kosta Runjaic, obsiegten die Roten Teufel zunächst beim SC Paderborn mit 1:0 und schlugen im Anschluss den FC Ingolstadt mit 3:1. Simon Zoller erzielte an den ersten beiden Spieltagen drei Treffer, den vierten steuerte ein gewisser Mo Idrissou bei. Im Endklassement belegte der FCK Tabellenrang vier. So wie im Jahr darauf.
Ob Verantwortliche und Fans heuer mit solch einem Abschneiden zufrieden wären? Angesichts des langen Bibberns in der Vorsaison vermutlich schon. Aktuell aber sollte niemand Gedanken an eine mögliche Endplatzierung verschwenden, schließlich hat die Spielzeit gerade erst begonnen. Ein Auftakt-Remake von 2013 wird es auch in dieser Saison nicht geben, so viel ist seit Freitagabend klar. Nach dem 2:1 in Ulm trennten Marlon Ritter und Kollegen sich von der SpVgg Greuther Fürth vor 41.623 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion mit einem 2:2 (1:2)-Remis. Dabei wendeten sie nach einem 0:2-Rückstand eine Niederlage zur Heimpremiere ab.
Guter Start, starker Krahl
Der Kaiserslauterer Fußball-Lehrer Markus Anfang sah offenbar keinen Grund, hinsichtlich der Startformation zu experimentieren. Er schickte jene elf Spieler auf den Rasen, die bei der Rundenouvertüre in Ulm auf den Platz marschiert waren. Die Anfangsviertelstunde ließ sich aus Sicht des FCK noch recht passabel an, Jean Zimmer und Marlon Ritter kamen zumindest in ordentliche Abschlusspositionen. Recht bald aber wurde der Gastgeber passiv. Julian Krahl rückte in den Mittelpunkt des Treibens. Erst klärte der Kaiserslauterer Schlussmann gegen Julian Green und Sekunden später gegen Dennis Srbeny (20.), kaum später kam Srbeny zentral frei zum Kopfball, Krahl parierte abermals bärenstark. Ohne seine Nummer eins hätte der FCK schon zu diesem Zeitpunkt in Rückstand gelegen, und das verdient.
Dem Anhang in Rot und Weiß schwante Böses. Das Gefühl sollte ihn nicht trügen. Der Rückstand ließ nur mehr bis zur 31. Minute auf sich warten. Jean Zimmer machte im Laufduell mit Noel Futkeu eine miese Figur, Jannis Heuer kam im Strafraum hinzu und trat Futkeu ungestüm auf den Haxen. Das von Referee Florian Lechner zurate gezogene Videobild ließ keinen Zweifel – Elfmeter. Julian Green verlud Krahl, 0:1. Der FCK mochte dies nicht auf sich sitzen lassen.
Hanslik lässt Hoffnung keimen
Meyerhöfer köpfte Hansliks Absatzkick kurz vor der Linie weg, derselbe Fürther schlug den Ball nach einer Ecke von der Kreidelinie (beides 35.). Aaron Opokus Distanzschuss strich am Pfosten vorbei. Statt auszugleichen, schluckte der FCK das 0:2. Hrgotas Flanke köpfte Srbeny Richtung Tor, Krahl hielt, doch Futkeu staubte ab (38.). Die Defensive des FCK präsentierte sich mitnichten sattelfest, gelinde formuliert. Fürth erzielte im ersten Abschnitt zwei weitere Tore, die wegen Abseits nicht anerkannt wurden. Allerdings döste auch das „Kleeblatt“ ein Mal vor sich hin, beim Anschlusstreffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Boris Tomiak, im Strafraum alleingelassen, legte ab zu Hanslik, der ein wenig Zuversicht auf den Rängen entfachte (45.+1).
Wie es nicht anders zu erwarten war, kam der personell unverändert formierte FCK druckvoll aus der Kabine. Nach einer Ablage Opokus ergab sich für Kapitän Ritter die Gelegenheit zum Ausgleich, dem Schuss fehlte die Feinjustierung. Bei Ritters nächstem Versuch musste Fürths Torwächter Nahuel Noll schon die Arme nach oben reißen, um den Gleichstand zu verhindern. Die nun folgende, etwas ruhigere Phase kam der Spielvereinigung recht. Mit der Hereinnahme von Jannik Mause und später Ragnar Ache setzte Markus Anfang ein klares Attacke-Zeichen. Jedoch war es Fürths Branimir Hrgota, der plötzlich die Chance auf einen weiteren Treffer und wohl zur Entscheidung besaß. Krahl gewann das Privatduell.
Ache vergisst Schwertjubel
Wie wertvoll der lange an der Achillessehne verletzte Ragnar Ache für die Roten Teufel ist, bewies er in der 84. Spielminute. Ritter passte auf Opoku, der bediente den 25-Jährigen. Eine Drehung um den Verteidiger, Schuss, leicht abgefälscht, drin. Ohrenbetäubender Jubel. Beide Mannschaften haben nach der Punkteteilung je vier Zähler auf der Habenseite verbucht. „Ich bin auf einem guten Weg, aber es kann noch ein bisschen dauern“, sagte Ragnar Ache auf die Frage nach seinem Fitnesszustand. Seinen obligatorischen Schwertjubel vergaß er im Eifer des Gefechts. Er schnappte sich schnellstmöglich den Ball, schließlich wollte er das Spiel noch gewinnen. Daraus wurde nichts. Das Start-Remake von 2013 muss warten.
