Fragen und Antworten
Wenn Google in der Pfalz fotografiert
Was ist Street View?
Der Dienst Street View verknüpft Kartenmaterial mit Straßenansichten. Wer wissen will, wie es an einem der erfassten Orte irgendwo auf der Welt aussieht, kann ihn per Mausklick in einer 360-Grad-Darstellung erkunden. Deutschland ist ein ziemlich blinder Fleck. Das liegt daran, dass Google beim Start des Dienstes 2010 auf massive Widerstände in Öffentlichkeit und Politik stieß. Es werden derzeit nur Aufnahmen aus den 20 größten Städten in Street View gezeigt, darunter Frankfurt und Mannheim. Sie stammen aus den Jahren 2008 und 2009.
Wo werden Bilder in der Pfalz gemacht?
Die jetzt geplante Aktualisierung geht weit über den alten Datenbestand hinaus. Nach Angaben auf der Google-Maps-Homepage werden die Fahrzeuge mit den Kameras in 14 pfälzischen Städten und Landkreisen zum Fotografieren unterwegs sein: Bad Dürkheim, Donnersbergkreis, Frankenthal, Germersheim, Kaiserslautern, Kusel, Landau, Ludwigshafen, Pirmasens, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz, Zweibrücken. Bei den Städten weist Google darauf hin, dass umliegende kleinere Städte und Dörfer „eventuell mit eingeschlossen“ werden. Fotografiert wird darüber hinaus zum Beispiel in Mannheim, dem Saarpfalz-Kreis und Worms.
Wann werden die Aufnahmen veröffentlicht?
Über die Aktualisierung informiert das Unternehmen in einem Blog-Beitrag. Demnach sollen die neuen Aufnahmen „frühestens“ ab Mitte Juli veröffentlicht werden. Gemacht werden die Bilder den Angaben zufolge zwischen dem 22. Juni und Oktober dieses Jahres. Ein Teil der Fotos stamme aber schon aus dem vergangenen Jahr. Damals war von einer geplanten Street-View-Aktualisierung aber nichts bekannt.
Wie kann ich mich dagegen wehren?
Wer möchte, dass sein Haus oder seine Wohnung im Internet unkenntlich gemacht wird, muss sich mit Google in Verbindung setzen und schriftlich Widerspruch einlegen. Auf der Google-Maps-Homepage (https://www.google.com/intl/de/streetview/policy/) stellt das Unternehmen dafür ein Webformular bereit. Ein Widerspruch ist den Angaben zufolge auch noch nach der Veröffentlichung der Aufnahme möglich. Ein alter Widerspruch aus der Street-View-Anfangszeit wird jedoch nicht mehr anerkannt. Die Fotos von damals würden entfernt.
Tipp: Die Verbraucherzentralen bieten einen kostenlosen Mustertext an, in dem der Veröffentlichung von Abbildungen widersprochen und außerdem gefordert wird, dass Aufnahmen erst gar nicht gemacht beziehungsweise die Rohdaten bereits fertiger Aufnahmen gelöscht werden (www.verbraucherzentrale.de). Die Google-Mail-Adresse, an die ein Widerspruch geschickt werden kann, lautet: streetview_deutschland@google.com.
Und wenn ich selbst oder mein Auto zu sehen sind?
Die Gesichter von Personen sowie Kfz-Kennzeichen, die auf einem Foto zu sehen sind, sollen laut Google „verschwommen“ dargestellt werden. Dafür habe das Unternehmen eine neuartige Technologie entwickelt. Außerdem könne in Street View über „Problem melden“ beantragt werden, dass eine stärkere Unkenntlichmachung erfolgt oder der ganze Körper und das komplette Auto unkenntlich gemacht werden.
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