Rheinzabern
Artelier 21 zeigt Judith Boy
Bei einem Gespräch mit der Malerin und Performance-Akteurin, die in Köborn bei Kusel und mehrere Monate im Jahr auf Sizilien lebt, füllt deren ansteckende Energie schnell den ganzen Raum, lebhaft erklärt sie ihre Malerei und Arbeitsweise, beschreibt die Quellen ihrer Inspiration. „Eden Waters“ nennt sie ihre Ausstellung. „Denn in meinen Werken thematisiere ich das Leben im Wasser, den Zustand der Meere, aber auch die Vorgänge im menschlichen Körper“, sagt sie. Sie schnorchle, gehe den Strand entlang, verarbeite Fundstücke und ihre Beobachtungen in ihrer Kunst.
Neben abstrakten Formen sind in ihrer Malerei immer wieder auch organische Strukturen zu entdecken, selten treten realistische Elemente in den vielen Schichten auf. Sie lacht verschmitzt, als sie durch Ein- und Ausschalten der Lichtspots auf einen besonderen Effekt in einigen ihrer Werke hinweist. „Ich habe eine spezielle Farb-Pigment-Mischung entwickelt, die diesen Schimmer auf der Bildoberfläche erzeugt. Das ist mein Geheimnis, das ich nicht verrate.“
Fischernetze und Plastikmüll als Inspiration
Ihre fantastischen Werke zielen aber nicht nur auf einen ästhetischen Wert, sie wollen polarisieren und zum Hinterfragen anregen. Denn was Boy als Fundstücke vom Meer mitbringt, sind vor allem verloren gegangene Fischernetze und allgegenwärtiger Plastikmüll. Die filigranen und für die Meeresbewohner doch todbringenden Gebilde aus kleinen und großen Maschen werden Teil einer Rauminstallation oder Performance.
Eine solche Aktion lässt sie auch ganz spontan in das Gespräch einfließen – nur reden, ohne etwas zu tun, das liegt Judith Boy, spürbar nicht. Die Künstlerin sprüht vor Ideen und will mit ihren Projekten eine Botschaft vermitteln. Um die Meere, die Natur und letztlich die Menschen auf „ihrem paradiesischen Planeten Erde“ zu schützen. Deshalb nannte sie ein Kunstprojekt, für das sie gleich drei Stipendien erhielt, „Die Vertreibung aus dem Paradies“. Es habe sie über die Lockdown-Zeit gerettet, Arbeiten ihres Projektes seien schon in mehreren Ausstellungen zu sehen gewesen. Die Ausstellung im Artelier 21 ist ihre erste in der Südpfalz.
Termin
Ausstellung „Eden Waters“ bis Freitag, 12. August im Artelier 21 in Rheinzabern, Rappengasse 21: Do-Fr 15-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr und nach Vereinbarung. Vernissage am Sonntag, 10. Juli, 11 Uhr, mit einer Performance. www.artelier21.de