Frankenthal Abkochgebot für Trinkwasser in Frankenthal bis mindestens Freitagnachmittag
Mindestens bis Freitagnachmittag sollen Bürger in Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und Teilen Heßheims Trinkwasser aus dem Netz der Stadtwerke abkochen. Grund für die Anordnung des Gesundheitsamts: An einem der Brunnen in der Nähe des Wasserwerks ist Sand in das Leitungssystem eingebrochen.Stand Donnerstagabend hatten die Stadtwerke nach Angaben ihres Technischen Leiters Christoph Bauer einen Schaden an einem Brunnen in der Nähe des Wasserwerks Nord als Ursache für eine seit Mittwoch aufgetretene Trübung ausgemacht. Ab einem gewissen Grad der Verschmutzung greifen Bauer zufolge dann automatische Sicherheitsmaßnahmen; es folgt die Alarmierung des Bereitschaftsdienstes. Vermutlich über ein Leck an einem Filterrohr sei Sand in das Trinkwasser gelangt und habe sich von dort aus ins Leitungssystem verteilt. „Je nachdem, ob sich der Schaden am Rohr oberflächennah oder tiefer unten im Erdreich befindet, können Keime ins Wasser gelangen“, sagte Bauer am Donnerstagabend nach einer ersten Krisensitzung in der Stadtwerkezentrale.Ob es zu einer Verunreinigung des Trinkwassers im Netzgebiet der Stadtwerke gekommen ist, werden in großem Umfang gezogene Wasserproben zeigen. Die Ergebnisse sollen nach Schätzung des Versorgungsunternehmens am Freitagnachmittag vorliegen. Als Vorsichtsmaßnahme hat das Gesundheitsamt Ludwigshafen am späten Donnerstagnachmittag deshalb ein sogenanntes Abkochgebot verhängt, das für Frankenthal inklusive seiner Vororte, Bobenheim-Roxheim und den Südosten Heßheims gilt. Sollten die Werte der Proben in Ordnung sein, kann das Frankenthaler Wasserwerk anschließend nach Darstellung von Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bollheimer schrittweise wieder ans Netz gehen. Bis dahin übernehmen die Technischen Werke Ludwigshafen die Notversorgung in den betroffenen Gebieten. „Wir wollten kein Risiko eingehen. Wasser ist ein Lebensmittel. Deshalb auch die Schritte des Gesundheitsamts“, so Bollheimer. Um besorgte Anrufer umfassend informieren und weitere technische Schritte erledigen zu können, seien zahlreiche Mitarbeiter aus dem Feierabend geholt worden, sagte der Stadtwerke-Chef.Beigeordneter Bernd Knöppel (CDU) berichtete, dass gemäß den Notfallplänen der Stadt direkt nach Bekanntwerden der möglichen Trinkwasserverunreinigung alle Kindergärten, Schulen, Altenheime und auch die Stadtklinik informiert wurden. Gleiches gelte für die Asylunterkünfte in der Hammstraße und auf dem Festplatz. „Das ist aus meiner Sicht sehr gut gelaufen“, sagte Knöppel. Bis in den Abend hinein war die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen in der Stadt, den Vororten und den Umlandgemeinden unterwegs, um mit Lautsprecher-Durchsagen auf das Abkochgebot aufmerksam zu machen. Der Bobenheim-Roxheimer Wehrleiter Kai Neiheiser sagte, dass seine Leute bis 21 Uhr alle Straßen abgefahren seien. In der Gemeinde sei neben öffentlichen Einrichtungen auch das Warenhaus „Globus“ auf direktem Weg kontaktiert worden.Die Maßnahme des Gesundheitsamts hat offenbar in Frankenthaler Supermärkten einen gewaltigen Ansturm auf die jeweiligen Wasservorräte zur Folge gehabt. Im Netto-Markt in der Mörscher Straße wurden nach RHEINPFALZ-Informationen innerhalb einer Dreiviertelstunde fünf Paletten mit jeweils 240 Anderthalbliter-Flaschen verkauft. Noch Fragen? Die Stadtwerke haben unter der Nummer 06233 602444 ein Infotelefon geschaltet. Informationen auch im Internet unter www.stw-frankenthal.de Ratschlag der Behörden: Das Gesundheitsamt hat als Präventivmaßnahme ein sogenanntes Abkochgebot verhängt. Die Behörden geben folgende Hinweise. Trinken Sie Leitungswasser nur abgekocht. Lassen Sie das Wasser einmal sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen. Nehmen Sie zur Zubereitung von Speisen, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden abgekochtes Leitungswasser. Auch Haustieren sollte kein unabgekochtes Wasser zum Trinken gegeben werden. Das Leitungswasser ist für die Toilettenspülung und andere Zwecke ohne Einschränkung zu nutzen.
