Speyer
Weiterer Mundartpreis für Matthias Zech
Wie in der „Rheinpfalz am Sonntag“ am 26. September schon gemeldet, wurde Matthias Zech aus Speyer Doppelsieger des Sickinger Mundartdichterwettstreits. Bei der Siegerehrung in Herschberg (Kreis Südwestpfalz) kam er sowohl in der Sparte Lyrik mit „Narwe“ als auch bei den Prosatexten mit „Je ne regrette rien“ auf den ersten Platz.
Bereits am 16. Oktober bekommt er den Dr.-Wilhelm-Dautermann-Preis beim Mundartwettbewerb der Pfalz in Bockenheim. Benannt ist der Preis nach einem ehemaligen RHEINPFALZ-Redakteur.
„Mol widder dehääm“ ist der Titel des dabei ausgezeichneten Buches. Zech, als ältestes von sechs Geschwistern 1957 in Hambach geboren, bringt darin auf 118 Seiten auch Prosatexte, meist aber Gedichte in großer Bandbreite von ungereimt bis gereimt und hin zur strengen Form des Sonetts. Die Themen kommen aus allen Bereichen des Lebens. Dabei ist seine Sprache kunstvoll, zärtlich, fern von pfälzischer Rauheit und Hemdsärmeligkeit. So gewinnen vor allem die Liebesgeschichten große Eindringlichkeit, nehmen gefangen, lassen mitfiebern, mitleiden, mithoffen, gleich ob sie gut ausgehen oder in Trennung und Tod enden.
Zusammenarbeit mit Bildender Künstlerin
„Nächt“ etwa ist einer von Zechs Titeln. In fünf Strophen werden Nächte eines Lebens herausgegriffen von der viel zu kurzen ersten Liebesnacht über die von Herzenskälte geprägte Nacht einer Trennung, die Nacht einer Hochzeit und eine Nacht bangen Wartens am Bett eines kranken Kindes. Das Gedicht schließt mit Gedanken über Geborgenheit im Alter: „Dei Hand so alt in meinre Hand e warmie sanftie Ruh“. Interessant und reizvoll auch die Gegenüberstellung eines Gedichtes in Hochdeutsch von Sigrun Welte-Holtmann (Jeremia 17.9-10) und der Zech’schen Übertragung in den Dialekt.
Großen Anteil an der Entstehung des Buches trägt Jutta Votteler. Der Autor verehrte sie heimlich als Pennäler, traf sie nach 40 Jahren zufällig wieder und schenkte ihr sein erstes Mundartbuch. Davon begeistert schlug die studierte Kunsterzieherin ein gemeinsames Projekt vor. Ihre Bilder nehmen nur selten die Themen der Texte auf, setzen vielmehr einen ruhigen, heiteren Kontrapunkt mit flächigen, bunten Einblicken in die Natur.
Damit erhält Zech nach „Leewensfarwe“ nun auch für sein zweites Buch eine der höchsten Mundartauszeichnungen.
Lesezeichen
Matthias Zech: Mol widder dehääm. Lewensbilder in Pälzer Mundart. Gedichte von Matthias Zech und Bilder von Jutta Votteler. 118 Seiten, fester Einband, ISBN 078-3-00-069641-1. 19,80 Euro. Im Handel.