Speyer Mundart taugt für alle Gefühle
Mit einem Teil seiner Werke erstmals als Autor an die Öffentlichkeit getreten ist der Speyerer Matthias Zech, ein seit gut zehn Jahren vorwiegend bei Mundartwettbewerben in der Pfalz ausgezeichneter Dichter. „Leewensfarwe. Lyrik un Prosa uff Pälzisch“ lautet der Titel des 110-seitigen Buches, das im Kleinformat erschienen ist.
Zech ist einer, der so redet wie er schreibt. So „wie mir de Schnawwel gewachse is“, mal locker unterhaltend, meist jedoch nachdenklich, jedoch stets auf den Kern der Sache an sich zielend. Wie die „Leewensfarwe“, die Lebensfarben, halt so sind. Ohne Zweifel spielen Aspekte seines Berufslebens als Pastoralreferenten-Ausbilder im Bischöflichen Ordinariat in das Werk hinein. Zuvor war Zech, der in Würzburg und Paris Theologie studiert hat, im südpfälzischen Bad Bergzabern und in der Justizvollzugsanstalt Frankenthal seelsorgerisch tätig. „Geschichtelcher habe ich schon als Schüler gerne geschrieben. Ich wollte meine Kreativität schon damals auf den Punkt bringen, sie auf Papier ausdrücken.“ So schildert der inzwischen 59-jährige Familienvater dreier erwachsener Kinder seine bis heute währenden Bemühungen, Facetten des Menschseins hauptsächlich in Reime zu fassen. Mit „Eiszeit“, einem eindringlich pointierten Text über das erstarrte Zusammenleben zweier Menschen, gewann er 2015 den Bockenheimer Wettstreit der Mundartdichter. Wo der mit fünf Geschwistern im Neustadter Stadtteil Hambach aufgewachsene Matthias Zech und seine Familie im Speyerer Neuland leben, kann manchmal schwärmerisches, manchmal besinnliches und manchmal lustiges Reimen nicht schwer fallen. Eine im Wortsinne umrankte Gartenidylle tut sich dem RHEINPFALZ-Besuch auf. Die Häuser samt dem Anwesen des Freizeit-Poeten sind von Bäumen, Blumen und Gräsern umgeben. Seit 20 Jahren sind die Zechs dort daheim. In Anbetracht der Idylle verwundert der Antrieb des Schreibers zum fast täglichen Reimefassen wahrlich nicht sonderlich. Der Dichter pflegt eine „wöchentliche musikalischen Nebentätigkeit“. Er spielt Tuba mit der Harthausener Swingband sowie mit dem Bläserensemble Herrenhof Mußbach und er freut sich „immer, wenn ich höre, dass Mundart geredet. Ob pfälzisch, saarländisch, rheinhessisch, bayerisch, sächsisch oder sonst wie ist mir egal. Mundart ist ein kultureller Schatz. Mit ihr kann ich alles ausdrücken, jedenfalls besser, einfühlsamer als auf Hochdeutsch“, bekennt er. Der Speyerer Dichter Matthias Zech will mit seinen Versen und seiner Kleinprosa helfen, „das dieser Schatz nicht verloren geht. Denn das macht mir regelrecht Angst“. Die regelmäßige Teilnahme an Mundart-Wettbewerben wie denen in Bockenheim, auf der Dannstadter Höhe, im Sickingerland, in Mainz-Gonsenheim, Alzey und Völklingen – bei allen räumte der Autor aus der Speyerer Idylle schon große Prämierungen ab. „Ich betrachte es als große Ehre und als Ermutigung, weiterzumachen. Ich hoffe auf weitere Bücher.“ Lesetipp Leewensfarwe. Lyrik un Prosa uff Pälzisch„ von Matthias Zech; Zeichnungen Karin Germeyer-Kihm, Zoe Beiderwellen, Marie Romeijn (alle Speyer); Druck und Bindung Media Design Maier, Lingenfeld; Preis 12,80 Euro; ISBN 978-3-9817350-5-5.