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Am kommenden Donnerstag wird der Mordprozess gegen die beiden Rumänen fortgesetzt. Die 25 und 30 Jahre alte Männer werden beschuldigt, in der Nacht zum 19. Mai 2016 eine 86-Jährige in Mörlheim bei einem Einbruch getötet zu haben. Sie müssen sich seit dem 23. Januar vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Landau verantworten (wir berichteten). Eine Schlüsselrolle bei den Vernehmungen des Vorsitzenden Richters Urban Ruppert an den beiden ersten Verhandlungstagen nehmen die Schlüssel der alten Dame ein. Sie muss den Schlüsselbund in der Hand gehabt haben, als sie das Fenster ihres Esszimmers öffnete, um zu schauen, wer mitten in der Nacht an ihrer Haustür geklingelt hatte. Nach Aussage des 25-Jährigen sind er, der 30 Jahre alte Mitangeklagte und ein weiterer Rumäne über das Tor auf das Anwesen gestiegen, während ein 27-jähriger Mitfahrer betrunken im Auto geschlafen hat. Über das Fenster seien die Drei ins Haus eingestiegen und hätten die Frau überwältigt. Der 27-Jährige, der in einer anderen Sache in Untersuchungshaft in Trier sitzt, verweigert vor Gericht die Aussage. Der angeblich vierte Mann wurde zwischenzeitlich auf Bewährung aus dem Knast entlassen und hat sich laut Ruppert nach Rumänien abgesetzt. „Er ist verschwunden.“ Die 53-jährige Tochter des Opfers versichert vor Gericht, ihre Mutter habe beide Eingangstüren abends immer abgeschlossen. Die Seniorin muss in der Nacht recht schnell aus ihrem Schlafzimmer nach unten gegangen sein, um nach dem Rechten zu sehen. Sie trug weder einen Morgenmantel noch Hausschuhe. Das Gebiss lag in einer Schale auf dem Nachttisch. Neben der Toten fanden die Ermittler ein abgesprengtes Glied der Schlüsselkette, das Schlüsselmäppchen im Vorraum. Die Tochter fand den Chip für den Einkaufswagen auf einer Stufe vor der Eingangstür. Auch den hatte die Mutter immer am Schlüsselbund. Nur die Schlüssel für das Tor und die Eingangstür, den Briefkasten und eine Sparschatulle baumeln noch am Bund. Es fehlt der Schlüssel für die Zwischentür. „Wer nahm den Schlüsselbund?“, fragte der Richter. „Weiß ich nicht“, antwortete der 25-Jährige. „Hat es Streit gegeben um den Schlüssel?“ „Weiß ich nicht.“ „Wie kommt das Schlüsselmäppchen auf die Fensterbank?“ „Weiß ich nicht.“ „Wer hat bei der Flucht die Tür geöffnet?“ „Weiß ich nicht.“ „Woher kam der Schlüssel zum Aufschließen?“ „Weiß ich nicht. Ich habe ihr den Schlüssel nicht aus der Hand gerissen.“ „Wir rätseln“, sagt der Richter. Er fragt auch nach der Beleuchtung in Hof und Haus. Die 53-Jährige erzählt dem Gericht auch von mehreren Vorfällen mit Bettlern, von denen ihr die Mutter berichtet habe. Einmal soll eine Frau mit einem kleinen Kind geklingelt und um Wasser und einen Gang zur Toilette gebeten haben. Laut Ruppert war das im September 2015, die Frau habe einen Zettel vorgezeigt: Geben Sie mir Essen, will in Heimat zurück. Ein anderes Mal sollen ein älterer und ein jüngerer Mann um Wasser zur Tabletteneinnahme gebeten und Hof und Garten inspiziert haben. Die Polizei stellt die Männer am 22. Februar 2016, berichtet Ruppert, sie sollen in einer Straße an jedem Haus geklingelt und in jeden Garten und Hof geschaut haben. Es habe öfter an der Tür geklingelt, erzählt die Tochter, ihre Mutter habe einige Male die Polizei verständigt. Die Tochter schärft der Mutter ein, auch das Hoftor zu verschließen. Sie selbst habe einmal drei jüngere und modern gekleidete Frauen am Hoftor stehen sehen. Als diese gesagt hätten, die alte Frau hole Wasser, schickte die 53-Jährige sie weg. Am 13. Februar 2016 sorgte das Vorgehen eines dreisten Eindringlings im Dorf für Aufregung. Ein Mann, mit Frau und Kind unterwegs, soll den 79-jährigen Hausbewohner zur Seite geschoben und in dessen Küche gelaufen sein. Das Trio flüchtete, als die Ehefrau aus dem Wohnzimmer dazustieß. Richter Ruppert liest aus Polizeirapporten vor. Im Oktober 2015 sollen zwei Frauen mit einem Kind bei der 86-Jährigen geklingelt und nach Wasser gefragt haben. Im Sommer 2015 sollen in Mörlheim mehrfach Gruppen unterwegs gewesen sein und bei älteren Dorfbewohnern nach Wasser gefragt oder durch Fenster gespäht haben. Zur Jahreswende 2015/2016 hätten erneut Bettler bei der 86-Jährigen vor dem Haus gestanden: zwei Männer und eine Frau, die ebenfalls Wasser wollten. „Betteln ist in Deutschland nicht verboten“, schildert ein Polizist am Rande des Prozesses die Schwierigkeit, die Hausierer dingfest zu machen. |sas

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