Kreis Südwestpfalz Abriss mit Anspruch
Kaiserslautern. Was wird im ersten Bauabschnitt in den kommenden Monaten an Gebäuden auf dem früheren Pfaff-Gelände abgerissen? Abgerissen werden die Hallen 70, 71, 72, 73, 74, 75 und 76. Die 70er Hallen liegen nordwestlich des sogenannten Neuen Verwaltungsgebäudes, das zusammen mit dem Eingangsportal unter Denkmalschutz gestellt wurde. Weiterhin abgerissen wird der sogenannte Showroom, das Gebäude 48-1, ein Anbau an das Neue Verwaltungsgebäude, in dem einst die Fachwelt die neuesten Nähmaschinen der Firma Pfaff zu sehen und vorgeführt bekam. Die Abrissgebäude liegen im Westen des früheren Pfaff-Geländes, zum Bahndamm hin. Die Rede ist von einem selektiven Rückbau der Gebäude. Was ist darunter zu verstehen? Alle Gebäude werden in einem dreistufigen Verfahren abgerissen. In Phase eins werden Schadstoffe aus den Gebäuden entfernt. In Phase zwei erfolgt die Sicherung der Wertstoffe und schließlich in der dritten und letzten Phase der Abriss der mineralischen Bausubstanz, wie Beton, Steine, Glas, insbesondere Glasbausteine. Bis wann soll der Abriss der Gebäude erfolgt sein? Die städtische Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft, die die Rückbauarbeiten an die Bürstadter Abbruchfirma Witera zum Preis von 650 000 Euro vergeben hat, geht davon aus, dass der Rückbau der Gebäude zum Spätfrühling nächsten Jahres, April/Mai, erfolgt sein wird. Eine Baubesprechung dazu soll heute, Mittwoch, 14 Uhr, stattfinden. Mit welchem Gebäude startet der Abriss? Die Baufirma beginnt mit dem Rückbau des Vorführraums. Das ist die anspruchsvollste Aufgabe, so die Abbruchfirma. Der Raum besteht aus zwei Teilen, einem 1953 und einem 1966 erbauten Teil. Beide Teile sind durch einen Brand stark beschädigt. Was macht den Rückbau des Showrooms zu einer so anspruchsvollen Aufgabe? Es sind die Schadstoffe, die einerseits im verbauten Material stecken. Insbesondere handelt es sich um Asbestisolierung. Andererseits sind es die Schadstoffe, die durch den Brand entstanden sind. Es sind Dioxine, wenn auch in geringeren Mengen, und sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Sind besondere Sicherheitsvorkehrungen beim Rückbau des Showrooms notwendig? Ja, zum Rückbau des Vorführraums wird ein sogenannter Schwarz-weiß-Bereich eingerichtet. Er trennt die Umwelt von der Baustelle, in der mit den gefährlichen Stoffen gearbeitet wird. Die Abbrucharbeiten werden in Schutzkleidung ausgeführt. Eine Schleuse wird die Abbrucharbeiter von außen nach innen und umgekehrt führen. Eine Notdusche wird für den Fall eingerichtet, dass Arbeiter entgiftet werden müssen. Der Showroom wird als solcher eingehaust, um die Möglichkeit auszuschließen, dass unter ungünstigen Bedingungen Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Wie weit werden die Gebäude abgerissen? Der Abriss der Gebäude erfolgt zunächst bis auf die Bodenplatte. Wie geht es nach dem Rückbau der Gebäude weiter? Dem Abriss der Gebäude folgt die Sanierung des darunter liegenden Bodens. Die städtische Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft wird in den nächsten Wochen die Sanierungsplanung in Auftrag geben. Sie erfolgt auf der Grundlage der Untersuchung, die das Ingenieurbüro Arcadis für das komplette Gelände vorgenommen hat. Die Sanierungsplanung soll über den Bereich der zwei Hektar großen Fläche hinausgehen, für die die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) derzeit eine Kaufoption besitzen und auf der sich nun der Rückbau der Gebäude abspielt. Grund für die Ausweitung ist, dass eine hohe Schadstoffbelastung, ein sogenannter Hotspot, direkt an der Grenze zum benachbarten Gelände in der Erde liegt. Er liegt in der Turbinenstraße, südwestlich des Neuen Kesselhauses, wo am vergangenen Freitagnachmittag der Erste Spatenstich für den Rückbau der Gebäude und damit für die Entwicklung des früheren Pfaff-Geländes durch Innenminister Roger Lewentz und Oberbürgermeister Klaus Weichel über die Bühne ging. |rdz