Neustadt Neustadt: Nicht viel Platz für Zweiräder

Mountainbiker sollen wissen, auf welchen Strecken sie fahren dürfen – und auf welchen nicht.

Neustadt will im Anschluss an sein Wanderwegekonzept den Mountainbikesport im Stadtwald in geordnete Bahnen lenken.

Allerdings seien die Möglichkeiten sehr begrenzt, sagt Umweltdezernentin Waltraud Blarr mit Blick auf die vielen Schutzgebiete. Deshalb wird wohl eher ein kleines Paket an Strecken geschnürt. Noch in diesem Jahr will die Stadt Neustadt der Aufforderung des Landes Rheinland-Pfalz nachkommen und ein Konzept für die Wanderwege auf ihrem Gebiet im Pfälzerwald vorlegen – Stichwort Besucherlenkung. Weil man dann auch ziemlich genau überblicken könne, welche Wege nicht nur für Wanderer, sondern auch für Mountainbikes (MTB) geeignet sind, wolle man bei der Gelegenheit gleich noch „eine Kanalisierung des MTB-Sports“ angehen, sagt die städtische Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne). Die Umweltabteilung habe sich darüber bereits einige Gedanken gemacht – allerdings sei es in Neustadt gar nicht so leicht, geeignete Areale für MTB-Fahrer zu finden. „Wir haben hier das Problem einer Häufung von Schutzgebieten“, sagt Blarr. Da bleibe wenig Raum für MTB-Strecken, ohne ein solches Schutzgebiet zu berühren. „Die Möglichkeiten für die Nutzung des Neustadter Stadtwaldes durch MTB-Fahrer ist sehr begrenzt“, so Blarr. Deshalb werde es gewiss keine große Lösung mit mannigfaltigen Strecken geben, sondern ein eher kleines Paket, das sich auf vorhandene Wanderwege beschränkt, die einerseits für MTB-Fahrer interessant, andererseits aber nicht zu eng sind, damit Zweiradfahrer und Wanderer nicht aneinander geraten. Die diesbezüglichen Ideen der Umweltabteilung seien im Dezember 2016 bei einer Klausurtagung Mitgliedern des Umweltausschusses und des Naturschutzbeirats bereits vorgestellt worden. Anfang März dieses Jahres folgte dann ein Abstimmungsgespräch zwischen Umweltabteilung, Forst sowie Tourist, Kongress und Saalbau GmbH (TKS). Darauf aufbauend empfiehlt Blarrs Dezernat folgende Vorgehensweise: Man wolle lieber weniger Routen anbieten, dafür könne es aber schneller gehen, sagt Blarr. Der Bedarf sei auf jeden Fall vorhanden, die Anfragen häuften sich. Der Stadtwald – rund 5000 Hektar groß – sei wegen seiner Höhenunterschiede ein attraktives Ziel für Mountainbiker. Ob es noch in diesem Jahr mit einem Konzept klappe, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, betont die Umweltdezernentin. Wahrscheinlich werde es erst im kommenden Jahr funktionieren. Gespräche mit dem Radsportclub hätten bereits stattgefunden, dort wisse man jetzt, dass die Stadt Trails mit Aufbauten – zum Beispiel zu Trainingszwecken – nur noch tolerieren könne, wenn der Verein auch die Trägerschaft und somit die Haftung übernehme. „Aber ich denke, dass wir da mit dem Radsportclub eine praktikable Lösung finden werden“, zeigt sich Blarr optimistisch. An erster Stelle steht jetzt aber das Wanderwegekonzept: „Mein Vorgänger hat das hinten angestellt, das können wir jetzt nicht mehr, wir müssen da in die Pötte kommen“, so Blarr. Der Druck des Landes steige, und auch Nachbarkommunen, die ihr Konzept bereits umgesetzt hätten, seien sehr daran interessiert, dass Neustadt nachziehe. Schließlich orientierten sich Wanderer – aber auch Mountainbikefahrer – nicht an kommunalen Grenzen, weshalb eine Durchgängigkeit der Lenkungsmaßnahmen unbedingt erstrebenswert sei. Da sich bei der TKS niemand für die Aufgabe gefunden habe, werde sie selbst im Anschluss an die noch notwendige Abstimmung mit dem Pfälzerwald-Verein und der Pfalztouristik die Digitalisierung des Wanderwegekonzepts übernehmen, erläutert Blarr.

x