Wirtschaft Mit Apple durch Deutschland

Eine Rundfahrt durch die Hauptstadt in bester Auflösung.
Eine Rundfahrt durch die Hauptstadt in bester Auflösung.

Apple will mit Look Around eine Konkurrenz zu Googles Street View etablieren. Beide erweitern die jeweilige Kartendienst-App um bewegte 3D-Ansichten von Straßenbildern, vorzugsweise in touristisch interessanten Umgebungen.

Die Darstellung basiert auf Fotos, die 360-Grad-Ansichten liefern und möglichst nahtlos zu virtuellen Fahrten zusammengeschnitten werden. In Deutschland sind die Aufnahmen mittlerweile abgeschlossen. Apple spricht von „vollständiger Abdeckung“.

In Rheinland-Pfalz waren laut Apples Zeitplan Bilderfassungsfahrzeuge zwischen dem 11. Mai und dem 5. Juni 2022 unterwegs. Die Autos mit Kameras wurden in vielen Städten durch Fußgänger mit Kamera-Rucksäcken ergänzt, die vor allem in Fußgängerzonen unterwegs waren,

Soll Look Around auf dem iPhone funktionieren, muss mindestens ein A12-Chip installiert sein. Der erschien erstmals im iPhone XR, im XS und im XS Max, die im Herbst 2018 veröffentlicht wurden. Beim iPad muss es ebenfalls ein A12-Prozessor sein. Der wurde erst in der 8 Generation des Einsteiger-Gerätes im Herbst 2020 eingeführt. Sehr viele eigentlich flotte iPads älterer Generationen sind also von der neuen App ausgeschlossen. Schade, denn gerade auf einem iPad-Bildschirm machen virtuelle Spaziergänge Spaß. Ein Update auf iOS/iPadOS 15 ist verpflichtend.

Look Around wird durch einen Klick auf das Fernglas-Symbol in Apple Maps gestartet. Es taucht aber erst beim Hineinzoomen in einen Stadtbereich auf und geht beim „Tiefflug“ gleitend in die horizontale Straßenansicht über. Gesichter und Nummernschilder wurden von Apple automatisch unkenntlich gemacht. Fassaden in deutschen Städten sind aber erkennbar; Hausbesitzer, die das nicht wünschen, müssen sich direkt an Apple wenden. Google Street View, das 2010 in hiesigen Großstädten an den Start gegangen war, wird seit 2011 nach zahlreichen Datenschutz-Protesten nicht mehr aktualisiert.

Es bleibt abzuwarten, ob der Widerstand gegen Fassadenansichten bei Apple-Nutzern ähnlich vehement wird. Seitens deutscher Datenschützer wurden bisher keine Einwände gegen das Projekt erhoben. Apple hatte im Vorfeld das Projekt mit den Behörden besprochen.

Die Bildqualität ist hoch und vielfach besser als beim Konkurrenten. Aber Google arbeitet kontinuierlich an einer Vernetzung von Maps, Earth und Street View, auch wenn deutsche Nutzer davon nur etwas haben, wenn sie einen Auslandsurlaub planen wollen. Apple bedient mit der neuen App die eigene Klientel, während die Google-Apps Maps samt Street View und Google Earth für Android, iOS, MacOS und Windows zur Verfügung stehen.

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