Wirtschaft Klage in USA gegen Google wegen Play Store

Die Klage bezichtigt Google, Entwickler auf unlautere Weise in die konzerneigene Download-Plattform Play Store zu drängen.
Die Klage bezichtigt Google, Entwickler auf unlautere Weise in die konzerneigene Download-Plattform Play Store zu drängen.

Auf Android-Smartphones kann man grundsätzlich Apps aus verschiedenen Quellen laden – doch mehrere Dutzend US-Bundesstaaten glauben, dass Google die Entwickler auf unlautere Weise in seinen Play Store drängt. Sie ziehen jetzt vor Gericht.

Die US-Bundesstaaten werfen dem Internet-Konzern den Missbrauch einer marktbeherrschenden Position auf seinem Smartphone-System Android vor. Google entgegnete, die Klage lasse außer Acht, dass man mit der Plattform von Apples iPhones um Nutzer und Entwickler konkurriere.

36 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington DC reichten ihre Klage am Mittwoch (Ortszeit) in San Francisco ein. Sie bezichtigen Google, Entwickler dazu zu drängen, ihre Apps für Android-Geräte über die konzerneigene Download-Plattform Play Store zu vertreiben. Dort kassiere Google dann eine „extravagante“ Kommission von bis zu 30 Prozent.

„Illegale Monopolmacht“

„Einmal mehr sehen wir Google seine Dominanz ausnutzen, um auf verbotene Weise Konkurrenz zu unterdrücken“, sagte New Yorks Generalstaatsanwältin und Justizministerin Letitia James zu der Klage. „Wir reichen diese Klage ein, um Googles illegale Monopolmacht zu beenden und Millionen von Verbrauchern und Unternehmen endlich eine Stimme zu geben“. James führt das Bündnis der klagenden Bundesstaaten zusammen mit den Generalstaatsanwälten aus Utah, North Carolina und Tennessee an. Sie sprechen Folgen des Vorgehens von Google an wie höhere Preisen für Nutzer, geringere Auswahl und einen Mangel an Innovationen.

Google entgegnete, es sei seltsam, dass die Bundesstaaten mit einer solchen Klage ein System angriffen, das mehr Auswahl biete als andere. Auf Android können Anwendungen – anders als auf Apples iPhones – auch aus anderen App-Stores als dem von Google geladen werden. Zugleich greifen die meisten Nutzer dafür auf Googles vorinstallierten Play Store zurück.

Mehreren US-Kartellrechtsverfahren gegen Google

In der EU sind neue Regelungen im Gespräch, die Apple dazu zwingen können, ebenfalls andere App-Stores auf dem iPhone zuzulassen. Der Konzern warnt, dies würde die Sicherheit für Nutzer verringern. Die EU-Kommission wirft Apple zudem vor, andere Musikstreaming-Anbieter zugunsten seines eigenen Dienstes zu benachteiligen. Dabei geht es auch um die Kommission auf digitale Verkäufe über den App Store, die bei Apple ebenfalls 15 bis 30 Prozent beträgt.

Das Apple-System wird vor Gericht auch von der Spielefirma Epic Games („Fortnite“) attackiert, die gern einen eigenen App-Store auf dem iPhone betreiben würde. Der Prozess in dem Verfahren fand im Juni statt, jetzt steht eine Entscheidung der Richterin aus.

Für Google ist es eines von mehreren US-Kartellrechtsverfahren, die in den vergangenen Monaten eröffnet wurden. 2020 hatten zahlreiche Bundesstaaten Klagen mit dem Vorwurf illegaler Monopolstellung des Konzerns im Suchmaschinen- und Onlinewerbegeschäft eingereicht.

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