Wirtschaft GE: Industriekonzern fliegt nach über 100 Jahren aus Leitindex

«New York.» Der angeschlagene US-Industriekonzern General Electric (GE) fliegt nach über hundert Jahren aus dem Leitindex Dow Jones und wird durch eine Drogeriekette ersetzt.

Die US-Wirtschaft habe sich verändert und die Bedeutung von Firmen des Industriesektors habe abgenommen, teilte das Unternehmen S&P Dow Jones Indices mit. Firmen aus dem Konsum- und Finanzsektor sowie den Bereichen Gesundheit und Technologie hätten dagegen an Bedeutung gewonnen. GE gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den ersten Firmen im neu geschaffenen Dow Jones und war seit 1907 ununterbrochen im Index vertreten. Am Dienstag rückt die Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance in den Dow Jones auf. Der Dow Jones ist das wichtigste Börsenbarometer der USA und gruppiert 30 Unternehmen, die die US-Wirtschaft repräsentieren sollen. Der Ausschluss von GE markiert das Ende einer Ära für den Mischkonzern und Siemens-Konkurrenten, der unter anderem Kraftwerke und Flugzeugmotoren herstellt. GE steckt in einer Krise. In den vergangenen Jahren brach der Umsatz ein, 2017 verbuchte GE einen Verlust von über 6 Milliarden Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro). Zur Blütezeit lag die GE-Aktie bei 60 Dollar, Mitte 2016 waren es noch 30, aktuell rund 13 Dollar. Der Kurseinbruch trug zur Entscheidung zum Ausschluss von GE bei. Der Konzern hatte sich erst im Sommer 2017 vom langjährigen Chef Jeff Immelt getrennt, der eine Neuausrichtung einleitete, die auch Jobs kostete. GE wollte sich stärker auf industrielle Sparten fokussieren und sich von den Finanzmärkten zurückziehen. Allein in Europa kappte GE rund 6500 Stellen nach der Energiesparten-Übernahme des französischen Konzerns Alstom. Am stärksten betroffen vom Stellenkahlschlag war der Kraftwerksstandort Mannheim, wo die Produktion geschlossen wurde und zunächst mehr als 1000 der 1800 Arbeitsplätze wegfielen. Geschlossen hat GE auch den Standort Bexbach mit rund 200 Beschäftigten. Immelts Nachfolger John Flannery verordnete GE Ende 2017 eine Umstrukturierung, die einen weiteren Jobabbau vorsieht. So sollen in Mannheim letztlich noch knapp 100 Arbeitsplätze verbleiben. Aktienchart

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