Wirtschaft ABB mit deutlich mehr Gewinn

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Mannheim. Weniger Umsatz, geringeres Auftragsvolumen, aber deutlicher Zuwachs beim Gewinn: Die deutsche Landestochter des Schweizer Technologiekonzerns ABB spricht von einem „erfolgreichen Geschäftsjahr 2016“ und sieht sich für das digitale Zeitalter optimal gerüstet.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen lag im Geschäftsjahr 2016 bei 270 Millionen Euro – 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die konsequente Orientierung auf Märkte und Kunden sei Grund für das deutliche Wachstum, sagte Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB-Deutschland. Der Umsatz im Jahr 2016 lag mit 3,28 Milliarden Euro 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein Rückgang bei Großaufträgen führte zu einem gesunkenen Gesamt-Auftragsvolumen von 3,1 Milliarden Euro, 9 Prozent weniger als im Geschäftsjahr 2015. Eine Prognose für 2017 will ABB erst nach Ablauf des ersten Halbjahrs veröffentlichen. Durch den kontinuierlichen Fokus auf Produktivität sieht Vorstandschef Krabbe die deutsche Landesgesellschaft jedoch gut aufgestellt. Umsatz und Bestellungen entwickelten sich in den einzelnen Unternehmensbereichen unterschiedlich. Beim Auftragsvolumen zugelegt haben die Bereiche Elektrifizierungsprodukte sowie Robotik und Antriebe. Hier lagen die Volumina der Bestellungen 1,3 beziehungsweise 506 Millionen Euro 2 beziehungsweise 3 Prozent über dem Vorjahreswert. Deutlich zugelegt haben Aufträge aus der Nahrungsmittel- und Getränke-Industrie. Hier lagen die Bestellungen 40 Prozent höher als im Jahr 2015. Im Unternehmensbereich Power Grids lagen sowohl Umsatz (minus 21 Prozent) als auch Auftragseingang (minus 24 Prozent) deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Wie auch im Unternehmensbereich Industrieautomation verzeichnete ABB bei Power Grids weniger Großaufträge. Bei den für eine dauerhafte Geschäftsentwicklung wichtigen Basisaufträgen (Volumen geringer als 14 Millionen Euro) verzeichnete ABB in Deutschland einen Zuwachs von 5 Prozent. Vorstandschef Krabbe sieht alle vier Unternehmensbereiche mit ihrem Portfolio für das digitale Zeitalter optimal gerüstet. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen das Angebot an digitalen Lösungen und Dienstleistungen kontinuierlich ausgebaut. Gebündelt werden soll dieses 180 Angebote umfassende Portfolio unter dem Namen ABB Ability. Damit wird auch eine Plattform bezeichnet, auf der die digitalen Angebote entwickelt werden. Freien Zugang zu dieser Plattform hätten auch Entwickler außerhalb des Unternehmens. Zu ABB Ability gehöre auch eine Infrastruktur für in eine Datenwolke ausgelagerte Informationen. Auf diesem Gebiet arbeitet ABB mit dem Softwarekonzern Microsoft zusammen Zudem will das Unternehmen bis Ende kommenden Jahres seinen Markenauftritt vereinheitlichen und weltweit unter der Marke ABB zusammenfassen. Strategisch wichtige Marken wie Busch-Jaeger werden beibehalten. ABB sei die starke Bindung von Kunden und Verbrauchern zu dieser Marke wichtig. Deshalb werde das Unternehmen weiter in sie investieren. Busch-Jaeger ist nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich Elektroinstallationstechnik. Ende 2016 arbeiteten in Deutschland 10.540 Mitarbeiter für ABB, 230 weniger als ein Jahr zuvor. Auch in der Region ist die Anzahl der Stellen zurückgegangen. An den Standorten Mannheim, Sitz der deutschen ABB, in Heidelberg sowie im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ladenburg beschäftigte ABB Ende 2016 noch 4060 Mitarbeiter, 140 weniger als Ende des Jahres 2015. Aktienchart: ABB LTD

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