Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Was zum Tag der Architektur in der Südpfalz zu besichtigen ist

Das alte Schulhaus in Edenkoben
Das alte Schulhaus in Edenkoben

Alt und neu, klein und großzügig, eine Bücherei im Spritzenhaus und ein Wohnprojekt in der Schule. Zwölf Bauprojekte warten am 24. und 25. Juni auf Besucher.

Alter Dreiseithof

Der Barbelrother Architekt Sebastian Baudis hat in der Eichelstraße 1 einen alten Dreiseithof ausgebaut, dabei historische Materialien und moderne Technik eingesetzt. Das Erdgeschoss mit kleinen Räumen und unterschiedlichen Höhenniveaus wurde komplett entkernt und loftartig umgebaut. Im Obergeschoss entstanden Schlafräume, die im Dachgeschoss über zusätzliche Galerien verfügen. Die Straßenfassaden fügen sich durch Sprossenfenster und Klappläden ins Dorfbild ein. Die Hoffassade hingegen überrascht mit ihren großen Verglasungen.

Alterssitz im Fachwerkhaus

Der Insheimer Architekt Sebastian Metz hat in der Hauptstraße 52 von Kandel ein denkmalgeschütztes Fachwerkensemble zu einem barrierefreien Mehrgenerationenhaus umgebaut. Dabei wurden nachhaltige, biologische und ökologischer Baustoffe eingesetzt. So wurden die Fachwerkwänden mit Lehmbau, Lehmputz und Lehmanstrichen ertüchtigt. Der gestalterisch wichtige Natursteinsockel wurde wieder freigelegt. Ein moderner Anbau greift die Geometrie des Fachwerkhauses auf. Sichtbetondecken im Innern und Holzverschalung an der Fassade und auf dem Dach kombinieren moderne und historische Bezüge. Ein eigenes Nahwärmenetz (Pelletheizung) versorgt zwei weitere Gebäude, inklusive Photovoltaik-Anlage, Stromspeicher und Wärmepumpe.

Auf kleinem Grundstück

Schiefwinklig und nur 200 Quadratmeter groß ist das Grundstück in der Denkmalzone im Ortskern von Gleiszellen-Gleishorbach in der Winzergasse 8. Der Landauer Architekt Jürgen Ochsenkühn hat hier einen Altbau aus dem 18. Jahrhundert saniert und erweitert. Er hat das Haus von Funktionsanbauten aus den 1960er-Jahren befreit und in seine ursprüngliche Form zurückgeführt. Es erhielt einen neuen Anbau in Holzständerbauweise. Im Erdgeschoss entstand ein großzügiger, heller Wohnbereich und im Dachgeschoss ein offener Schlafbereich mit Dachterrasse. Kleine Erweiterungen ermöglichten eine zeitgemäße, offene Wohnform für zwei Personen.

Kleines Wohnhaus

Das kleine, nur neun Meter schmale Grundstück war die Herausforderung für einen Neubau in der Insheimer Schreibergasse 1a. Der Landauer Architekt Felix Burkhard hat ein kleines Einfamilienhaus in Holzrahmenbauweise errichtet. Die Fassade des nachhaltigen Gebäudes wurde verputzt. das Obergeschoss ist dominiert vom Baustoff Holz. Als Wand und Deckenbekleidung kam naturbelassenes Weißtannenholz zum Einsatz. Die Schlafräume und Bäder befinden sich im Erdgeschoss, Küche, Ess- und Wohnbereich mit einer Dachterrasse befindet sich im Obergeschoss. Das Haus fügt sich als moderner Baukörper in den von der Haus-Hof-Bauweise geprägten Straßenzug des alten Ortskerns ein.

Altes Schulhaus

Der stattliche Neurenaissancebau mit Walmdach in Edenkoben, Weinstraße 40, wurde von 1877 bis 1880 unter König Ludwig II. erbaut. Hier war zunächst die königlich-bayerischen Präparandenschule untergbracht, später ein Progymnasium, eine Realschule und dann die Förderschule Paul Moor. Entwickelt zum Wohnprojekt hat es das Karlsruher Architekturbüro Grünenwald + Heyl. Als Rechtsform wurde eine Kommanditgesellschaft gewählt. Unter dem Dach der Ludwigspalast GmbH entstanden neun Wohneinheiten, zum Teil als Lofts mit Galerien. Der Schulhof wurde zum Hofgarten für Nachbarschaftsfeste, Kulturveranstaltungen oder zum gemeinsamen Boulespiel umgestaltet. Gemeinschaftsräume gibt es auch im Gewölbe des Sockelgeschosses. Hier informiert auch ein Repaircafé über seine Aktivitäten.

Kulturhalle Schaidt

Das Vestibül der neuen Schaidter Kulturhalle öffnet das Haus mit einer transparenten Fassade zum Foyer. Der Kaiserslauterner Architekt Michael Schanné hat ein spannendes Raumgefühl mit Durchblicken vom Saal zur Terrasse und zum Waldrand geschaffen. Das schnörkellos verarbeitete Holz sorgt für Grandezza und erinnert in der Fassade entfernt an die Tabakschuppen der Region (nur Sonntag).

Altes Spritzenhaus

Mit der Einführung der Ganztagsbetreuung erhielt die Wörther Grundschule Dammschule eine Schülerbibliothek, die auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Hierfür wurde das ehemalige Feuerwehr-Spritzenhaus, zwischenzeitlich Bürgersaal, nebst Schlauchturm umgenutzt. Das der Schule angegliederte Haus erhielt ein eingestelltes „Haus im Haus“ mit Regal- und Lesenischen auf unterschiedlichen Ebenen. Anstelle des Tores dient ein eingeschobener, feuerwehrroter Würfel als exponierter Leseraum, der auch als Bühne für Aufführungen genutzt werden kann. Den Schlauchturm hat der Karlsruher Architekt Winnie Breu durch eine verglaste Deckenöffnung erlebbar gemacht (nur Samstag 13 bis 18 Uhr).

Weingut Sauer

Beim Bau der neue Betriebsstätte mit Vinothek, Fassweinlager und Kelterhalle für das Landauer Weingut Sauer in der Aublickstraße 1 waren Nachhaltigkeit, natürliche Materialien und eine hochwertige Gestaltung wichtig. Besonderes Element sind die Lehmwände. Akzente hat die Architektin Klaudia Fritz aus Gleisweiler durch südländische Gestaltungselemente wie arkadenförmig angeordnete Türöffnungen und einen ornamentalen Sichtschutz vor der Glasfassade als Reminiszenz an das spanische Weingut der Familie gesetzt.

Haus für Patchworkfamilie

„Zweilebenkonzeption“ nennen es die Bauleute. Im Gebäude in der Landauer Bischof-von-Weis-Straße 7 kann sowohl gemeinsam wie auch separat gelebt werden, weil jede ursprüngliche Familie für sich ein eigenes Zuhause mit individuellen Bereichen hat. Ein gemeinsamer Eingang verteilt in zwei Haushälften, die im Erdgeschoss über einen geschützten Innenhof verbunden sind. Im Obergeschoss bietet ein Raum, der von zwei Seiten erreicht wird, einen internen Rückzugsbereich. Jede Haushälfte hat ihre eigene Terrasse, das verbindende Atrium einen gedeckten Sitzplatz. In Holzbauweise mit ökologischen Baustoffen erstellt, besticht das Gebäude mit individueller Ausstattung und hellen Räumen. Der Architekt hier: Reinhold Mack aus Lingenfeld.

Weingut Emil Bauer & Söhne

In der Landauer Geißelgasse 33 hat Architekt Marc Betz aus Landau den Winzerbetrieb im Ortskern mit großer Gartenanlage, Probierstube und Lagerflächen umgebaut. Die Lagerhalle erhielt einen neuen Eingang als gläserne Fuge. Die Gäste betreten zuerst den Thekenraum, von hier erreicht man den Gastraum und intern die Küche. Das Flaschenlager befindet sich direkt hinter dem Anbau, der als Holzkonstruktion mit Brettsperrholz ergänzt wurde. Die konstruktiven Bauteile bleiben sichtbar. Für Fassade und Möbel wurden recycelte Fassdauben aus Eichenholz verwendet. Die Fassade wurde saniert, im Freien wurde ein Tor aus Sichtbeton und Metallpaneelen geschaffen.

Alte Werkstatt

Das U-förmige Gebäudeensemble in der Landauer Xylanderstraße 2a besteht aus dem eingeschossigen Hauptgebäude mit Satteldach, der fast fünf Meter hohen Halle und dem verbindenden Nebengebäude – heute Wintergarten – sowie einem begrünten Innenhof. Die Gebäude in zentraler Stadtlage hat Thorsten Holch so gestalten lassen, dass sie als zwei separate kleine Einheiten, als eine Einheit mit Büro oder als Einfamilienhaus genutzt werden können. Die Räume des Hauptgebäudes, ausgestattet mit Eichenholzparkett und Lehmputz, wurden bis unter die Dachflächen geöffnet und Emporen eingebaut. Die historische Hallendecke mit Patina wurde herausgearbeitet. Ausführende Architektin war Stephanie Scholze.

In zweiter Reihe

Ehemalige Gebäude einer Baufirma in zweiter Reihe in Landauer, Am Gutleuthaus 6a, hat der Herxheimer Architekt Dirk Lampe zum Wohnhaus umgebaut.

Termin

Die Objekte haben am Samstag und Sonntag (24./25. Juni) zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Info: www.diearchitekten.org/tda.

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