Maikammer Unterhaltung auf Kaffeefahrtniveau: SWR-Trio im Bürgerhaus

Erfahrungen mit dem Deodorant, in der Sauna und in Afrika „verrieten“ die Holger Wienpahl, Patricia Küll und Martin Seidler.
Erfahrungen mit dem Deodorant, in der Sauna und in Afrika »verrieten« die Holger Wienpahl, Patricia Küll und Martin Seidler.

Einblicke in die Welt der Fernsehmoderation, Spiel und Spaß wollte das SWR-Team bei „Drei auf der Couch“ am Samstag im Bürgerhaus in Maikammer geben. Es kam anders. Eine unerhörte Veranstaltung.

Patricia Küll, Martin Seidler und Holger Wienpahl, die beim SWR-Sendungen wie „Die Landesschau“ oder „Kaffee oder Tee“ moderieren, haben auf der Couch Platz genommen, um dem mit rund 80 Besuchern eher spärlichen Publikum „einen Abend voller Entertainment, Humor und Einblicke in die Welt der Fernsehmoderation“ zu bescheren. So die Ankündigung.

Es gibt keinen Blick hinter die Kulissen

Wer erwartet hatte, etwas über den Alltag Fernsehschaffender im Mainzer Funkhaus zu erfahren, ging leider leer aus. Einen echten Blick hinter die Kulissen gestattete das Trio nicht. Stattdessen wurde anfangs ein kurzes Filmchen eingespielt, in dem die Protagonisten kurz vor Dienstbeginn gezeigt wurden – zumindest sollte das den Zuschauern scherzhaft glaubhaft gemacht werden. Die durften miterleben, wie die Schuh-fanatische Patricia Küll von ihrem schrillenden Wecker aus dem Schlaf gerissen wird, mit einem Schuh am Fuß aus dem Bett steigt, Wienpahl mit seinen Hunden wandern geht und sich kurz vor knapp auf den Weg zur Arbeit macht, während Seidler in seinem Lieblingscafé sitzend, telefonisch vom Frühstückstisch weg zum Job gerufen wird. Gerade noch pünktlich treffen alle im Sender ein, durchlaufen schnell die Maske und gehen auf Sendung. So viel zu dem, was der Zuschauer über die „Arbeit“ beim SWR erfährt. Die Akteure beteuerten nun, der Job verlange mehr, als am Tag gerade mal 45 Minuten vor der Kamera zu stehen.

Eine „Auszeit für die Seele“ wurde versprochen

Hautnah, persönlich und überraschend sollte ihre Show sein. Jedenfalls stand das so auf der Leinwand, die als Kulisse genutzt wurde. Holger Wienpahl sprach sogar von einer „Auszeit für die Seele“. Zunächst mussten drei lustige „Schwitzgeschichten“ herhalten, denn etwas Schlimmeres als Ränder unter den Achseln gebe es nicht. Der gebürtige Wuppertaler Wienpahl, der mit seiner Familie – und den Hunden – in Kirchheimbolanden lebt, erinnerte sich daran, dass er einmal vor einem Auftritt eine Deodorant-Dose verwechselt und sich einen nicht ganz so gut riechenden Duft verpasst habe. Küll fiel eine unangenehme Begegnung mit einem fremden Menschen in der Sauna ein, die sie dazu veranlasst habe, sich daheim eine eigene Sauna bauen zu lassen. Und Seidel zeigte ein Foto von sich im heißen Afrikaurlaub.

Die drei haben jedoch noch andere Talente als „nur“ journalistische Beiträge anzukündigen. Küll zum Beispiel schreibt nebenbei Bücher. „Am Ende des Tages werden wir glücklich sein“ ist eines davon. Es dreht sich um Anekdoten, die die Autorin im Kreise ihrer Nachbarschaft erlebt hat. Daraus las sie 20 Minuten lang vor, während ihrer gesamten Werke auf die Leinwand projiziert wurden, und sie wies darauf hin, dass diese in der Pause käuflich erworben werden können. Spätestens da hatte die Veranstaltung endgültig das Niveau einer Kaffeefahrt erreicht.

Die Zuschauer als Quizteilnehmer

Also hurtig weiter zum nächsten Programmpunkt: Quiz! Mit Wolfgang und Lilo waren schnell zwei Publikumskandidaten gefunden, denen drei Schilder mit den Köpfen der Moderatoren in die Hand gedrückt wurden. Mehrere Fragen wurden gestellt, wovon die interessanteste die war, wer das erste TV-Interview überhaupt mit Fußballstar Miroslav Klose geführt hat. Antwort: Martin Seidler. Wolfgang und Lilo durften sich über Preise freuen, die sie blind aus einem Rucksack zogen. Die Gewinne waren – Überraschung! – ein Buch oder eine CD von Küll, Seidler oder Wienpahl.

Bevor es schließlich in die herbeigesehnte Pause ging, wurde ein musikalischer Ehrengast begrüßt: Sebastian „Basti“ Müller, den singenden und Gitarre spielenden Moderator des „ARD-Buffets“. Er trug unter freundlichem Applaus eines seiner Lieder im Publikum ohne Mikrofon vor. Die zweite Hälfte des Abends verlief wie die erste, nur dass diesmal Wienpahl aus einem von ihm als Verleger und Mitautor herausgebrachten Krimi vorlas, den es – wer hätte das gedacht – nach der Vorstellung zu kaufen gab. Nach einem weiteren Quiz mit ähnlichen Fragen und Preisen trug Seidel zu guter Letzt Gedichte von Ringelnatz und Tobias Mann zu Pianobegleitung aus der Konserve vor – erhältlich als CD am Tisch vorm Ausgang.

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