Kultur Südpfalz Sandkorn feiert mit Pension Schöller

Das Sandkorn-Theater, das schon seit vielen Jahren seine zwei Spielstätten im Fabriktheater in der Karlsruher Kaiserallee 11 in der Nähe des Mühlburger Tors hat, feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Es ist längst eine Institution im Kulturleben der Region und wird auch von vielen Südpfälzern regelmäßig besucht.

Als eine evangelische Spielschar für das Sommerfest der Lukas-Gemeinde im Jahr 1956 das Theaterstück „Der Roßdieb zu Fünsing“ von Hans Sachs einstudierte, musste während der Proben noch ein klingender Name für die neu formierte Schauspielgruppe gefunden werden. „Um ein Haar hätten wir Lukas-Buben geheißen“, erinnert sich Siegfried Kreiner noch heute an den schwierigen Prozess der Namensfindung. Doch es kam bekanntlich anders. Die Gruppe gab sich den Namen Sandkorn-Theater und aus der Laienspielschar ist dank Siegfried Kreiners künstlerischem und organisatorischem Geschick schon längst ein überregional beliebtes professionelles Privattheater geworden. Das Jubiläum des 60-jährigen Bestehens feiert das Sandkorn mit einer Produktion der unverwüstlichen Komödie „Pension Schöller“. In dem bereits 1890 uraufgerührten musikalischen Lustspiel will der Gutsbesitzer Philipp Klapproth unbedingt eine Irrenanstalt von innen sehen und deswegen führt ihn sein findiger Neffe Alfred in die Pension Schöller, wo ein wahres Sammelsurium an exzentrischen Bewohnern zu Gast ist. Bei der Jubiläumsaufführung des von Stefan Vögel runderneuerten Traditionsstücks stehen feste Ensemblemitglieder wie Daniela Michel und Christian Theil gemeinsam mit Stammgastschauspielern wie Friedemann A. Nawroth auf der Bühne und Regisseur Julian König hat das verrückte Possenspiel den Bedürfnissen des Fabrik-Theaters angepasst. Von einer „typischen Sandkorn-Produktion“ spricht Intendantin Steffi Lackner, denn mit dem Einsatz von minimalistischen Mitteln und viel Liebe zum Detail wird einmal mehr das absolute Maximum herausgeholt. 445 Vorstellungen wurden alleine in der vergangenen Spielzeit auf die beiden Bühnen im Studio und der „Fabrik“ gebracht. Komödien wie der Dauerbrenner „Fuffzich“ von Harald Hurst waren ebenso darunter wie politisch brisante Stücke wie „1984“ nach dem Roman von George Orwell. Mehr als zehn Schauspieler sind wegen den überschaubaren Bühnengröße zwar selten im Einsatz, doch gerade die unmittelbare Nähe zwischen Publikum und Schauspielern sorgt für das spezielle Sandkorn-Flair und regelmäßig sind dort auch Musicals und Singspiele zu sehen. Seit 1981 hat das Sandkorn-Theater seinen Sitz in einem ehemaligen Ofenhaus der Stadtwerke. „Dafür mussten wir in der Kommunalpolitik aber sehr viel Überzeugungsarbeit leisten“, erinnert sich der Sandkorn-Gründer und heutige Verwaltungsleiter Siegfried Kreiner. Zuvor waren die Sandkorn-Stücke vor allem in Gemeindehäusern und im eigens umgebauten Kellertheater im Westen der Fächerstadt zu sehen. Am heutigen Standort mit der markanten Buntsandsteinfassade konnte auch die Professionalisierung vorangetrieben werden und mittlerweile beschäftigt das Sandkorn mehrere festangestellte Schauspieler und Techniker. Doch das Sandkorn ist weit mehr als eine professionelle Theaterbühne, auch der Jugendclub, die Schultheaterwochen, die inklusive Theatergruppe „D!e Sp!nner!“ und das integrative Projekt „Mix it!“ gehören seit vielen Jahren zum Angebot. Seiner Liebe zum Kabarett ist Siegfried Kreiner ebenfalls bis heute treugeblieben. Anlässlich seines eigenen 60-jährigen Bühnenjubiläums inszenierte der langjährige Intendant vor zwei Jahren zum letzten Mal das von ihm ins Leben gerufene Weihnachtskabarett und die regelmäßigen Auftritte des Kabarett-Duos „Rastetter & Wacker“ sind im Sandkorn-Theater echte Publikumsmagneten. Info www.sandkorn-theater.de

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